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Störfall im Rücken: Focus Ausgabe 3/12

Im Focus Ausgabe 3/12 wurde ein sehr guter Artikel über das Thema „Rücken ohne Schmerzen“ veröffentlicht. Für alle Rückenleidenden bzw. Bandscheibengeschädigten ist die Lektüre nur zu empfehlen.
In dem Artikel wurde darauf hingewiesen, dass bei bestimmten Patienten ein neuartiges, medizinisches Trainingsprogramm zu einer deutlichen Verbesserung des Rückenleidens verhelfen konnte. Bei dem Programm handele es sich um eine Kombination der Bewegungstherapie gekoppelt mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sportpsychologie.
„Der Trend geht weg von passiven Behandlungen, langen Krankschreibungen und Operationen hin zu einer Strategie, bei der Patienten selbst aktiv werden sollen und die Ärzte sich mit Eingriffen zurückhalten.“

Auf die richtige Bewegung kommt es an:
Viele Patienten wissen immer noch nicht, dass Bewegung einen entscheidenden Einfluss auf das Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ hat. Auf http://www.inkubator-vectoring.de haben etliche Autoren in einer Vielzahl von Artikeln auf diesen Punkt hingewiesen. Jeder Knorpel in unserem Körper hat eine bestimmte „Bewegungs- oder bewegungsunterstützende Funktion“ innerhalb unserer Gelenke. Gelenke werden in der Regel entweder

  • durch zu hohe Beanspruchung abgenutzt oder aber
  • durch zu wenig Bewegung geschädigt.
  • Altersbedingte Regeneration oder
  • genetische Ursachen können ebenfalls Gründe für Gelenkschmerzen sein.

Der Artikel des Focus zielt hier insbesondere auf Patienten mit zu wenig Bewegung. Denn bei mangelnder Versorgung der Knorpel durch Gelenkschmiere kann es zu Rissbildungen kommen, die später zu einer Arthrose führen. Zudem ist fast jedes Gelenk im menschlichen Körper von einer Gelenkkapsel umgeben, deren Stabilität in besonderem Maße von einem Sehnenapparat und Muskelfasern gefestigt werden.
Die Stabilität der Gelenke lässt sich also ganz klar antrainieren und so ein Arthrose-Risiko minimieren.
Wohlgemerkt, dies gilt bei einem medizinischen Trainingsprogramm aber hat keine Allgemeingültigkeit.

Die Bandscheibe hingegen ist eine knorpelfaserige Verbindung zwischen den Wirbeln, deren gallertartiger Kern für Elastizität sorgt. Bei Ingangsetzung des menschlichen Bewegungsapparates wird durch Druck Flüssigkeit aus dem Gallertkern einer Bandscheibe gepresst, die in den Ruhephasen durch Diffusion wieder aufgesaugt wird. Dieser Flüssigkeitsaustausch ist für die Versorgung der Bandscheiben mit Mineralien etc. wichtig. Durch längere Bettruhe beispielsweise bleibt die notwendige Versorgung aus. Daher sollte man die Wirbelsäule auch bei Rückenschmerzen belasten.

Wir können also davon ausgehen, dass Bewegung unseren Gelenken und Bandscheiben nicht nur gut tut, sondern ihre „überlebensnotwendige“ Versorgung sicherstellt.

Zu hohe Belastungen sind schädlich:
Leider wird in dem Artikel aus meiner Sicht der Dinge zu wenig auf Abnutzungserscheinungen der Knorpel eingegangen, die durch zu hohe Beanspruchung der Gelenke zurückzuführen ist. Egal ob Kniegelenk oder Facettengelenk, Hüftgelenk oder Bandscheibe: eine übermäßige Beanspruchung unserer Gelenke kann sich ebenso negativ auswirken wie die Nicht-Beanspruchung. Beispielsweise ist gerade der Volkssport Fußball eine nicht zu unterschätzende Risiko-Sportart was Verletzungsgefahr und Beanspruchung des Kniegelenks und des Sprunggelenks angeht. Aber auch die permanente Überbeanspruchung der Wirbelsäule in manchen Berufen, etwa von Forstarbeitern, kann Schäden hinterlassen, die sich im Alter nur schwer beheben lassen.

Informieren Sie sich:
Sollten Sie unter Kreuzschmerz leiden, sind Informationen über das Krankheitsbild von besonderer Wichtigkeit. Es gibt viele Ärzte, die sich innerhalb des breitgefächerten Themas Orthopädie auf die Wirbelsäule spezialisiert haben. Ob Ihnen eine minimalinvasive Therapie, ein medizinisches Trainingsprogramm oder der Einsatz von Hyaluronsäure hilft, sollte Ihnen der Orthopäde oder Physiotherapeut Ihres Vertrauens sagen. Sie sind zudem gut beraten mehrere Meinungen einzuholen.

Zusammenfassung:
Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein medizinisches Trainingsprogramm durchaus geeignet sein kann, die Lebensqualität von Patienten mit Kreuzschmerz deutlich zu verbessern. Vor einer Operation sollten Sie prüfen, ob dieser Weg für Sie persönlich in Frage kommt.

Ischias

Der Nervus Ischiadicus ist einer der wichtigsten Nerven des menschlichen Körpers. Er regelt unzählige Muskelfunktionen der unteren Extremitäten. Der Nervus Ischiadicus beginnt in Höhe der Hüfte und verläuft durch den Oberschenkel bis in die Ferse. Ist mit dem Ischiasnerv alles in Ordnung, so spüren wir ihn nicht. Aber wehe, er entzündet sich, ist eingeklemmt oder wird durch einen Unfall verletzt. Dann wissen wir leider auf einmal ganz genau, wo er sitzt. Diese Schmerzen bezeichnet man gemeinhin als „Ischias„. Hinter diesem Begriff verbergen sich die unterschiedlichsten Erkrankungen.

Der aufrechte Gang des Menschen macht ihn anfällig für Rückenleiden und Abnutzung der Bandscheiben. Falsches Bücken, Sitzen und Tragen von Lasten schaden auf Dauer dem empfindlichen Bewegungsapparat.
Bei der chronischen Variante nutzen sich die Wirbelkörper allmählich und schleichend ab, wodurch eine Entzündung der kleinen Nervenwurzeln des Ischiasnervs hervor gerufen wird. Der Schmerz sitzt dabei aber nicht etwa nur im Rücken. Im Zusammenspiel der Beugung der Hüfte und der Streckung des Knies entsteht ein quälender Schmerz, der sich durch das ganze Bein zieht.

Akute Bandscheibenvorfälle werden im Volksmund als „Hexenschuss“ bezeichnet. Dabei sitzt der schier unerträgliche Schmerz in der Rückengegend. Auch diese Art der Erkrankung schadet dem Ischiasnerv, der sich entzünden kann und dann von der Rückenpartie bis in den kleinen Zehen schmerzt.
Chronische Reizungen des Ischiasnervs werden auch durch Rückenverletzungen hervorgerufen.
Auch Weichteiltumore, die auf die Nervenenden drücken, können Schmerzen verursachen.

Ein Wort verbindet man immer wieder mit dem Begriff „Ischias„. Es ist das Wort Schmerz. Um die Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu gewinnen, ist die Behandlung beim Orthopäden und dem Physiotherapeuten unabdingbar. Selbst neu aufgetretene leichte Schmerzen sollten umgehend abgeklärt werden, um die Ursachen rechtzeitig erkennen und therapieren zu können.

Therapien für Ischiasleiden gibt es viele. In der modernen Medizin ist man zum Glück nicht mehr wie früher der Meinung, dass ein gewisses Maß an Schmerzen ertragen werden kann und muss. Eine individuelle und effiziente Schmerzbehandlung hat heutzutage gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparats oberste Priorität. Denn Schonhaltung kann Beschwerden entscheidend verschlimmern. Nur die Kombination von lokaler Schmerzlinderung und orthopädischer Behandlung bringt Linderung und Genesung. Ein akuter Ischias erfordert Bettruhe und Wärme.

Später in der Rückenschule zeigt der Therapeut dem Patienten, wie er eine bessere, aufrechtere Haltung einnimmt und sich auf Dauer richtig bewegt. Die erlernten Übungen kann er später alleine durchführen.

Wenn die Krankenkasse eine Badekur genehmigt, helfen eventuell Fangobehandlungen oder schwefelhaltige Quellen.
Es macht wenig Sinn, Ischiasschmerzen ohne Therapie der Grunderkrankung zu behandeln. Ist die Wirbelsäule durch Abnutzung, Fehlstellungen und Verschleiß sehr in Mitleidenschaft gezogen, hilft nur noch eine Operation.

Lassen Sie es nicht so weit kommen, gehen Sie bei Rücken- und Beinschmerzen bitte immer gleich zum Arzt.

Anmerkung der Redaktion:
Bitte beachten Sie auch den Beitrag über den „Hexenschuss„. Kreuzschmerzen oder Rückenschmerzen können sich sowohl als Hexenschuss als auch Ischias ausprägen.

Bandscheibenvorfall – was hilft?

Seit vielen Jahren verbringe ich täglich viele Stunden am Computer, da mein berufliches Tätigkeitsfeld in der Werbebranche liegt. Als Webdesigner arbeite ich rund um die Uhr mit dem Rechner. Lange Zeit habe ich dabei nicht auf eine ergonomische Haltung geachtet und hatte logischerweise wenig Bewegung. Dass mein Rücken beim Sitzen stark gekrümmt war, habe ich nicht bemerkt – bis ich eines Tages starke Rückenschmerzen bekam.

Sobald ich bestimmte Bewegungen ausgeübt habe, zum Beispiel wenn ich mich im Sitzen zur Seite gedreht habe, quälte mich ein stechender, nahezu unerträglicher Schmerz. Schon bald strahlten die Schmerzen vom Rücken aus bis in mein linkes Bein; ebenso verspürte ich Taubheitsgefühle in den Zehen und der Wade. Auszuhalten war das Ganze fast nur noch im Liegen, weshalb ich mich für einige Tage auf der Arbeit krank meldete. Ehe ich endlich zum Arzt ging, quälte ich mich mehrere Tage mit den Schmerzen herum, weil ich glaubte, sie würden von allein wieder verschwinden. Doch anstatt abzuklingen, wurden sie immer schlimmer, sodass ich mich nicht mehr vor dem Arztbesuch drücken konnte.

Mein Hausarzt gab mir wegen der akuten Schmerzen eine Spritze und verschrieb mir Schmerzmittel, die allerdings kaum Wirkung zeigten. Er war ratlos und schickte mich zu einem Neurolgen, welcher nach einer Computertomografie einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule diagnostizierte. Durch meine ständige Fehlhaltung während der Arbeit am Computer und durch den Bewegungsmangel entwickelte sich eine Schwäche der Muskulatur neben den Wirbeln.

Was ist ein Bandscheibenvorfall eigentlich?

Der Neurologe erklärte mir, dass sich die Bandscheibe aus einem weichen Kern (Gallertkern) und einem umliegenden Bindegewebsring zusammensetzt. Durch die Schwäche meines Bindegewebes – ausgelöst durch die ständige Fehlhaltung und den Bewegungsmangel – konnte der Bindegewebsring einer bestimmten Bewegung nicht mehr standhalten, da die Belastung zu groß war. Mit einem Mal ist er eingerissen, wodurch der Gallertkern nach hinten wegrutschte und somit ein Stück weit austreten konnte. Der Kern drückte auf einen Nerv und verursachte heftige Schmerzen.

Diagnose Bandschreibenvorfall – was tun?

Mein behandelnder Arzt schickte mich zu einem Orthopäden. Da ich nicht nur einen leichten, sondern sehr schweren Bandscheibenvorfall hatte, war der Orthopäde davon überzeugt, mir könne ausschließlich eine Operation helfen. Um mich von den Schmerzen zu befreien, müsse der Teil der Bandscheibe, welcher ausgetreten ist und auf den Nerv drückt, entfernt werden.

Ohne mich genauer informiert zu haben, welche Möglichkeiten es sonst gäbe, wollte ich keiner Operation zustimmen. Ich schaute mich nach anderen Behandlungsmethoden um und wandte mich schließlich an einen Physiotherapeuten. Ich musste zwar eine Weile auf den Therapiebeginn warten und deshalb vorübergehend verschiedene schmerzstillende Medikamente einnehmen, doch habe ich schnell festgestellt, dass die Physiotherapie in meinem Fall genau das Richtige war:

Physiotherapie

Zu Beginn der Therapie musste ich mich darauf konzentrieren, meinen Körper mit Hilfe bestimmter Übungen wieder besser wahrzunehmen. Durch die Schmerzen war meine Körperwahrnehmung gestört, sodass ich nicht daran arbeiten konnte, meine Fehlhaltung zu korrigieren.

Durch Anspannungsübungen verbesserte sich meine Wahrnehmung von Rückenmuskulatur und Wirbelsäule. Dabei sollte ich mich aber nicht nur auf die akute Schmerzlinderung konzentrieren, sondern als Ziel immer die Verbesserung meiner Wirbelsäulenstabilität im Auge behalten. Denn nur die Schmerzen zu beheben, löst nicht die Ursache des Problems, sodass es jederzeit zu erneutem Auftreten der Schmerzen kommen könnte. Mein Physiotherapeut hat mir einige Übungen beigebracht, die ich mehrmals am Tag zu Hause wiederholen sollte. Mein Behandlungs- und Selbsthilfeplan sollte dazu führen, dass meine Schmerzschwelle durch Nervenmobilisation heraufgesetzt wird, meine Wirbelsäulenmuskulatur gekräftigt wird und die Muskelspannung und Schonhaltung reduziert werden. Dies konnte ich durch Entspannungtechniken für die Muskulatur nach einigen Wochen erreichen. Im Zusammenhang damit standen Methoden, mit welchen ich sowohl eine Wärmeentwicklung erzeugen und somit meine Durchblutung fördern konnte als auch meine Lendenmuskulatur entspannen und meine Wirbelsäulenbeweglichkeit verbessern konnte.

Darüber hinaus habe ich durch die Übungen in der Physiotherapie gelernt meine Fehlhaltung zu korrigieren und Belastungen der Wirbelsäule zu minimieren. Letzteres gelang mir unter anderem durch Entlastungsstellungen, Muskelkräftigung und richtiges Heben.

Nach der Therapie

Um einem erneuten Auftreten der Beschwerden vorzubeugen, mache ich die Übungen aus der Physiotherapie wann immer ich Zeit und Lust dazu habe. Als sehr hilfreich hat sich für mich sportliche Betätigung erwiesen: Die körperliche Bewegung an der frischen Luft sorgt nicht nur für ein gesteigertes Wohlbefinden, sondern auch für die Verbesserung der Körperhaltung und Koordination, die Kräftigung der Rückenmuskulatur und das Lockern und Lösen von schmerzhaften Verspannungen.

Als durchaus ertragreich hat sich in meinem Fall Ausdauersport gezeigt: Regelmäßige Unterwassergymnsatik, Rückenschwimmen und Kraulen waren meine Favoriten, da sie meinen Rücken stark entlastet haben und ich gleichzeit meine Muskulatur stärken konnte. Darüber hinaus wurde mir Nordic Walking empfohlen, woran ich mich erst einmal langsam herantasten musste, weil ich anfangs zu übermütig war und ich mit meinem Training nahezu Höchstleistungen erbringen wollte. Dies ist bei einem Bandscheibenvorfall natürlich nicht gefragt und eher eine Be- als Entlastung.

Jeder muss selbst austesten, was für ihn und seinen Rücken gut ist und sich besonders wohltuend anfühlt. Auf einen Arztbesuch sollte man aber keinesfalls verzichten: Wer sich selbst zu therapieren versucht, kann vieles falsch machen und sich mehr schaden als seine Genesung einzuleiten. Auch wenn es manchmal dauert, bis die richtige Diagnose gestellt wird, sollte man einen geeigneten Arzt aufsuchen, wenn man Beschwerden hat, die auf einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Auf therapeutische Unterstützung und ein individuell angepasstes Training sollte größter Wert gelegt werden, da im Alleingang vieles schief gehen kann.

La Cantante