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Knorpelschaden: die Entstehung von Arthrose

Knorpelschaden

Innerhalb des menschlichen Körpers verteilen sich unterschiedliche Arten Knorpel. Entsprechend der Funktion sowie seines Vorkommens ist der jeweilige Knorpel unterschiedlich aufgebaut. Prinzipiell bestehen sämtliche Knorpelarten aus Chondrozyten (Knorpelzellen) sowie einer Grundsubstanz, welche die Zellen umgibt.

Je nach Ausbildung der Grundsubstanzen werden Knorpel differenziert:

  • Gelenkknorpel
    hierbei überziehen hyaline Knorpel die gelenkbildenden Bereiche der Knochen. Seine primäre Funktion innerhalb der Gelenke besteht darin glatte Oberflächen zu schaffen, welche extremen Druckanforderungen widerstehen und Druckspitzen abdämpfen.
  • Faserknorpel
    dieser muss außer extreme Drücke ebenso starke Scher- und Zugkräfte kompensieren. Ein bekanntes Beispiel sind hierfür die Menisken innerhalb der Kniegelenke sowie die Bandscheiben einer Wirbelsäule.
  • elastischer Knorpel
    er kommt innerhalb der Ohrmuschel, der kleinen Bronchien sowie der Epiglottis vor.

Eine akute Knorpelschädigung tritt am häufigsten aufgrund kurzzeitiger Scher- und Druckkräfte auf, welche sich über dem Maximum der Belastbarkeit eines Knorpelgewebes befinden. Diese Art der Verletzung tritt am meisten bei jungen Patienten in Verbindung mit Unfall- und/oder Sportverletzungen auf. Hierbei entstehen umschriebene, lokalisierte Knorpelschäden, welche sich normalerweise in einem Hauptbelastungsbereich einer Gelenkbewegung befinden. Des Weiteren tritt bei der genannten Patientengruppe oftmals eine Ursache umschriebener Knorpeldefekte auf, welche als ‚Osteochondrosis dissecans‘ (OD) bezeichnet wird. Hierbei stirbt gelenknaher Knochen ab, wodurch das Knorpelgewebe über dem Knochen untergeht. Die Ursache dieser Erkrankung konnte bisher noch nicht völlig aufgeklärt werden. Diese Knorpelerweichung bildet die Vorstufe zu einer Knorpelschädigung.

Chronische Knorpelschäden entstehen meistens aus jahrelanger Überlastung eines Knorpels innerhalb der Gelenk-Hauptbelastungszonen. Die Ursache kann dabei zum Beispiel Übergewicht sowie eine Inkongruenz von den Gelenkflächen sein wie beispielsweise eine Stufenbildung nach einem Knochenbruch. Des Weiteren können Fehlstellungen des Kniegelenks (X- oder O-Bein) eine Arthrose begünstigen, da der Knorpelbereich ungleich belastet sowie überbeansprucht wird. Hierbei geht es meistens um großräumige Knorpelschäden, welche ihrerseits bereits Anpassungsreaktionen und damit auch Veränderungen an dem jeweiligen Knochen herbeigeführt haben. Zudem können unbehandelte akute Knorpelschäden die korrespondierende Gelenkknorpelschicht weiter zerstören und für eine Arthrose sorgen.

Das Selbstheilungsvermögen eines Knorpelschadens ist aufgrund fehlender ausreichender Nährstoffversorgung äußerst gering. Für die aktuellen Schäden eines Knorpels stehen, je nach Diagnosezeitpunkt, verschiedene Therapiemethoden sowie unterschiedlich wirkungsvolle Formen der Therapie zur Verfügung. Wird ein akuter isolierter Knorpelschaden innerhalb eines arthrotisch unveränderten Gelenks diagnostiziert, sind meistens Unfälle oder die Erkrankung Osteochondrosis dissecans die Ursache. Handelt es sich dabei um weitreichende Knorpelknochen- oder Knorpelfragmente, können diese innerhalb der ersten Tage refixiert werden. Dabei wurde festgestellt, dass fast alle Refixierungsmechanismen (Schrauben oder resorbierbare Pins) wiederum selbst Knorpelschäden hervorriefen. Aufgrund dessen werden unter anderem sogenannte Fibrinkleber zur Refixierung eingesetzt.

Arthrose beziehungsweise Verschleiß kann entstehen, falls die Knorpel innerhalb kurzer Zeit sehr stark oder über lange Zeit mäßig überbelastet werden. Eine gut genährte Knorpelmasse kann dabei erhöhte Belastungen wesentlich besser absorbieren, als vernachlässigte Knorpelmasse innerhalb eines wenig bewegten Gelenks.

Die Ursachen einer Arthrose sind somit:

  • eine Überbelastung untrainierter Gelenke
  • etliche kleinere Verletzungen durch exzessiven Sport
  • vereinzelte größere Verletzungen mit ihren Auswirkungen
  • eine Fehlstatik mittels O- beziehungsweise X-Beine
  • sowie ein Mangel an ausgewogener Bewegung
  • altersbedingte Abnutzung der Knorpel.

Allerdings gelten auch hierbei genetische Unterschiede. Manche Menschen können ihren Knorpeln wesentlich mehr zumuten als andere ohne die Gefahr einer Arthrose. Zudem spielt wahrscheinlich die individuelle Ernährung eine wesentliche Rolle bei der Ausbildung einer Arthrose.

Bei der Arthrose-Prävention (Vorbeugung) sind im Besonderen folgende Aspekte beachtenswert:

  • Ein Gelenkknorpel sollte durch die ausreichende Zufuhr von Wasser und mittels knorpelfreundlicher Bewegung wie auch Ernährung widerstandsfähiger gemacht werden
  • Eine dauerhafte sowie einseitige Überanstrengung ist nicht empfehlenswert
  • Muskuläre Dysbalancen (Ungleichgewicht), welche beispielsweise durch Trainingsmangel entstanden sind sollten korrigiert werden
  • häufige Stauchungen/Zerrungen durch sportliche Aktivitäten sind zu vermeiden.

Gelenkknorpel verdanken ihre Geschmeidigkeit und Elastizität im Besonderen einem hohen Wassergehalt. Durch Austrocknung wird somit seine die Widerstandskraft massiv verschlechtert. Besteht im Körper ein allgemeiner Wassermangel, entzieht er dem Gelenkknorpel wie auch der Muskulatur und den Bandscheiben die Flüssigkeit, wobei der Körper eventuelle Schäden in Kauf nimmt. Um diesem Zustand entgegenzuwirken, sollte täglich gleichmäßig verteilt ungefähr ein Liter Wasser pro dreißig Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden.

Um die benötigte Ernährung der Knorpelmasse (Widerstandsfähigkeit) sicherzustellen, wird deshalb eine ausreichende Bewegung von möglichst vielen Gelenken empfohlen. Dies kann mittels professionell angeleiteter Gymnastik in einer Sporthalle oder einem Sportstudio sowie in warmem Wasser erfolgen. Des Weiteren bieten sich sanfte Trainingseinheiten auf einem Mini-Trampolin, Spazierengehen sowie leichte Wanderungen, Fahrradfahren und Ergometertraining (für Hüft- und Kniegelenke) oder Nordic-Walking mit entsprechender Anleitung an.

Eine Arthrose-Therapie soll stets auf drei Ziele gerichtet sein:

  1. Linderung oder sogar Behebung der Schmerzen
  2. eine Verbesserung der Knorpelfunktion
  3. sowie ein Stoppen des fortschreitenden Verschleißes.

Für diese Zwecke können unterschiedliche Formen der Therapie angewandt werden:

  • Physikalische Behandlungsmethoden wie beispielsweise Bestrahlungen
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • die Einnahme speziell konzipierter Medikamente
  • sowie Spritzen und eventuell Operationen.

Welche dieser Therapien im individuellen Fall zur Anwendung kommen, muss im Einzelnen äußerst sorgfältig ausgewählt werden.

Kreuzschmerz

Kreuzschmerz! Wer einmal damit zu tun hat, den begleitet er oft ein Leben lang. Bei mir zumindest war das so. Mit 22 hatte ich meinen ersten „Hexenschuss“ mitten in einem Volleyballspiel. Beim Hochspringen zum Block, schoss er rein, danach fiel ich um wie ein gefällter Baum und kam ohne Hilfe nicht mehr auf die Beine. Noch drei Mal hatte ich solche plötzlichen Schmerzereignisse im Rücken, aber viel schlimmer waren die vielen Situationen, in denen sich der Kreuzschmerz ganz langsam anschlich und sukzessive so schlimm wurde, dass er zu fast der gleichen Bewegungsunfähigkeit führte, wie der akute Hexenschuss. Wie oft das passiert ist, seit diesem ersten Hexenschuss beim Volleyball, habe ich aufgegeben zu zählen.

Am hartnäckigsten hat es mich dann mit knapp 30 Jahren erwischt. Monatelang hatte ich mit einem Kreuzschmerz zu kämpfen, der mich nie völlig lahmgelegt hat, der aber auch nicht unter Kontrolle zu bringen war. Die üblichen Behandlungen beim Arzt, Tabletten, Spritze, chiropraktische Eingriffe, Krankengymnastik brachten keine wirkliche Besserung und wenn, dann nur für kurze Zeit. Das Röntgenbild meiner Bandscheibe war unauffällig, eine wirklich organische Ursache war nicht zu finden. Das alles war ganz schlimm für mich, vor allem auch, weil meine sportliche Karriere kurz vor dem Aus stand.

Hilfe fand ich endlich bei einem Arzt, der mich mit einem ganzen Cocktail von Behandlungsarten ganz langsam wieder auf die Beine brachte, der mich aber vor allem lehrte, den richtigen Umgang mit dieser Schwäche meines Körpers zu finden. Nichts was er machte war wirklich neu. Auch hier wurde ich chiropraktisch behandelt, massiert, akkupunktiert, mit Neuraltherapie behandelt, vor allem aber sprach er vor und nach jeder Behandlung lange mit mir und machte mich mit meinem Körper bekannt. Er lehrte mich, auf die Anzeichen zu hören, die mein Körper mir sendet, die Haltung zu bewahren, die mein Kreuz entlastet, die Übungen zu lernen, die ich anwenden kann, wenn ich einen akuten Anfall von Kreuzschmerz habe. Durch ihn habe ich gelernt, aufrecht durchs Leben zu gehen, bei den Sitzpositionen keine Kompromisse einzugehen, beim Liegekomfort im Bett und auch anderswo, immer genau auf den Körper zu hören, denn er gibt genaue Anweisungen, was ihm gut tut und was nicht. Wenn es einem besser geht, dann vergisst man solches Wissen schnell wieder und wird von seinem Körper auch schnell wieder dafür bestraft. Für solche Situationen hat mir mein Arzt einige wenige Rückenübungen gezeigt, mit denen ich seither immer alleine wieder auf die Beine gekommen bin. Einmal hatte ich sogar schon einen Termin mit ihm gemacht, aber dann bin ich doch von selbst wieder aus dem Schmerzkreislauf heraus gekommen und konnte ihn absagen.

Ganz wichtig war für mich auch der Hinweis, dass alles hilft, was die Durchblutung in der Schmerzregion verbessert. Mit Winzigkeiten wie einem recht kratzigen Handtuch, mit dem ich mich nach dem Duschen oder Baden immer abgetrocknet habe oder einer Luffagurke, mit der ich selbst die schmerzende Stelle massiert habe, habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht. Nichts von alldem allein, kann natürlich helfen, wenn man unter akutem Kreuzschmerz leidet, aber alles zusammen, sind Bausteine, mit denen man ganz langsam lernt, mit dieser Schwäche des eigenen Körpers umzugehen.

Natürlich habe ich mich auch mit vielen anderen Menschen ausgetauscht, die ähnliche Probleme hatten und dabei habe ich festgestellt, dass solche Erfahrungen nur in beschränktem Maße übertragbar sind. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, mit einer Rückenschwäche umzugehen. Jeder muss wohl auch den Arzt finden, der gerade zu ihm und zu seinem Fall passt. Kein guter Ratschlag kann eine ordentliche Untersuchung durch einen Fachmann ersetzen und jeder Fall von Kreuzschmerz liegt anders, obwohl es so viele Menschen gibt, die darunter leiden. Einiges aber gilt doch für die allermeisten Fälle:
Regelmäßige Gymnastik hilft, wobei jeder die richtigen Übungen für seinen speziellen Fall herausfinden muss. Dabei kann ein Physiotherapeut oder ausgebildeter Übungsleiter für Rückenbeschwerden sehr hilfreich sein. Bei mir sind es nur vier oder fünf Übungen, die ich prophylaktisch etwa drei bis vier Mal die Woche mache und ein kleines Repertoire von vielleicht zehn Übungen, die ich im akuten Fall mache, um mich wieder auf die Beine zu bringen.

Sitz- und Liegepositionen müssen kompromisslos den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Der richtige Schreibtischstuhl, nicht irgendein besonders teurer, sondern der, der zu mir passt. Das kann auch ein großer Gymnastikball sein. Lattenrost und Matratze muss man testen und für eine Schlafsituation sorgen, die volle Erholung für den Rücken bedeutet.
Man muss lernen, Dinge zu tragen und zu heben in einer Art und Weise, wie sie der geschädigte Rücken gut aushält. Ich zum Beispiel trage seit dreißig Jahren nichts mehr in einer Hand. Wenn ich eine Tasche dabei habe, dann ist es ein Rucksack, mit dem ich das Gewicht der getragenen Last gleichmäßig auf beide Schultern verteile.
Ganz grundsätzlich muss man einfach einsehen, dass man mit einem Handicap, einer Schwäche lebt und jederzeit gefordert ist, das Leben so auszurichten, dass die Schwäche nicht die Oberhand gewinnt. Ich bin inzwischen 52 Jahre alt, das heißt ich lebe seit dreißig Jahren mit dem Problem Kreuzschmerz. Ich lebe bewusst damit und gönne mir Vieles, was meinen Rücken stabilisiert und die Schmerzen in Grenzen hält, oft sogar völlig in den Hintergrund treten lässt. So kann ich heute immer noch meinem geliebten Volleyballsport nachgehen. Die Leistungsfähigkeit ist nicht mehr besonders hoch und die Knie tun manchmal weh, aber der Spaß ist immer noch der gleiche wie vor dreißig Jahren. Auch bei meiner Arbeit im Büro und als Heimwerker beim Umbau unseres alten Hauses bin ich durch meine Rückenbeschwerden nicht gehandikapt. Das alles verdanke ich dem Arzt, der mich die richtige Umgangsweise mit meiner Rückenschwäche gelehrt hat. Ihm bin ich bis heute dankbar und ich kann nur jeder Frau und jedem Mann, die sich in ähnlicher Situation befinden, raten, so lange nach dem richtigen Arzt zu suchen, bis man den gefunden hat, der sich genauso einfühlsam auf die persönliche Situation einstellt und den richtigen Weg aus dieser schwierigen Situation weist. Wenn man das schafft und sein Leben auf diese Situation einstellt, dann kann man auch mit einem für Kreuzschmerzen anfälligen Rücken ein sehr schönes, erfülltes und sportlich aktives Leben führen.

Vorbeugung eines Knopelschadens

Ein Gelenk besteht aus unterschiedlichen funktionalen Komponenten, die aus verschiedenen Materialien aufgebaut werden. Ein Gelenk wird bei jedem Menschen, selbst wenn er keine sportliche Betätigung ausübt, an jedem Tag des Lebens bewegt, sodass das Gelenk einer ständigen Abnutzung und einem Verschleiß unterworfen ist. Bewegung, auch die Bewegung der Gelenke, ist immer mit Reibung verbunden. Bei künstlichen technischen Gelenken, wie sie etwa im Maschinenbau eingesetzt werden, wird die Wirkung der Reibung, die eine starke Beanspruchung der Gelenke darstellt, durch Schmierflüssigkeiten und nachgebende Elemente gemindert. Im menschlichen Körper übernimmt die Gelenkschmiere die Aufgabe, die Reibung zu verringern. Die Gelenkschmiere ist ein Flüssigkeitsfilm, den die innere Gelenkschleimhaut bildet. Zusätzlich sind die Gelenke mit einem Dämpfungssystem ausgestattet, das plötzliche Bewegungen abfedert und starke Druckbelastungen kompensiert. Hierbei handelt es sich um den Gelenkknorpel, einem glatten Überzug über den Gelenken.

Die Gelenke werden von dem Knorpel geschützt und erst mithilfe des Knorpels ist es möglich, eine Bewegung durchzuführen. Daher kann eine Schädigung des Knorpels zu einer massiven Beeinträchtigung der Bewegungsfunktion eines Gelenkes führen. Knorpelschäden sind eine recht häufige Erscheinung. Da die Knorpel einem lebenslangen Verschleiß unterliegen, nehmen die Knorpelschäden zu, je älter der Mensch wird. Knorpelschäden gehören damit zu den typischen degenerativen Alterserscheinungen. Aber nicht nur die Zeit ist ein wesentlicher Parameter bei der Entstehung von Knorpelschäden, sondern auch lang andauernde monotone Gelenkbelastungen, etwa durch immer wieder gleichartige Beanspruchungen bei der täglichen Arbeit, können Knorpelschäden begünstigen. Daneben kann noch eine Vielzahl weiterer Faktoren ursächlich für Knorpelschäden sein. Angeborenen Fehlstellungen der Gelenke, eine falsche Ernährung oder Störungen im Stoffwechselsystem gehören zu den wichtigsten Ursachen. Nach dem Eintreten von Knorpelschäden bildet sich oftmals eine Arthrose aus.

Die Arthrose äußert sich in Schmerzen im Gelenk und in Entzündungen. Außerdem kann die Arthrose zu Verformungen und Verdickungen bis hin zu Versteifungen der Gelenke führen. Je nach Schädigung und der Art der Ausbildung des Knorpelschadens werden vier Stufen unterschieden.

In der ersten Stufe kommt es zu einer Erweichung des Knorpels und der Knorpel quillt auf. In der zweiten Stufe bilden sich Risse und Ausfaserungen an den Außenseiten des Knorpels. Bei der dritten Stufe verstärkt sich die Rissbildung und die Schädigungen reichen vom Äußeren des Knorpels bis zum Knochen des Gelenks. Die vierte Stufe ist durch ein völliges Versagen bis hin zum Verschwinden des Knorpels gekennzeichnet.

Eine Knorpelschädigung wird dann als Arthrose bezeichnet, wenn sich beim Röntgen sichtbare Schädigungen zeigen. So lassen sich im Röntgenbild etwa Änderungen der Breite des Gelenkspaltes beobachten oder auch zusätzliche Verknöcherungen.

Eine Therapie, die die Ursachen der Arthrose durch einen neuen Aufbau von Knorpelmasse beseitigt, ist nicht verfügbar. Im Handel werden verschiedene Präparate und Nahrungsergänzungsmittel angeboten, von denen die Hersteller behaupten, sie würden zum Neuaufbau von Knorpelmasse führen. Für die Wirksamkeit dieser Mittel, die häufig Gelatine enthalten, fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis. Oral zugeführte Gelatine wird als Eiweißlieferant vom Körper verdaut und steht somit nicht als Substanz für den Knorpelaufbau zur Verfügung. Die meisten Präparate, die vertrieben werden, sind aber unschädlich. Einem Selbstversuch von Betroffenen steht daher nichts im Wege.

Wenn auch eine kausale Therapie nicht möglich ist, so gibt es doch Verfahren, mit denen sich die Beschwerden bei einer Arthrose mindern lassen.

Oftmals lindern physikalische Verfahren wie eine Wärmebehandlung oder Krankengymnastik die Schmerzen. Wirksam sind auch Medikamente mit Cortison oder, bei starken Schmerzen, betäubende Mittel. Auch Hyaluronsäure kann bei einigen Gelenken die Schmerzen verringern und die Bewegungsfähigkeit erhöhen. Wenn die Gelenke der unteren Extremitäten betroffen sind, können orthopädische Maßnahmen, bei denen das Schuhwerk angepasst wird, Linderung verschaffen.

Eine Vorbeugung gegen Knorpelschäden und Arthrose ist grundsätzlich möglich. Da es sich aber um eine Schädigung handelt, die schleichend und in Abhängigkeit von der Gelenkbeanspruchung auftritt, müssen prophylaktische Maßnahmen sehr früh ansetzen. Die wesentlichen vorbeugenden Maßnahme liegen in der Vermeidung unnötiger Belastung und dem Training der Muskeln und Gelenke. Daher sollten bereits früh Dauerbelastungen durch zu hohes Körpergewicht vermieden werden und eine regelmäßige sportliche Betätigung erfolgen. Daneben gibt es Hinweise darauf, dass auch die Nahrung einen Einfluss auf die Entstehung von Knorpelschäden hat. Eine ausgewogene Ernährung und vor allem die hinreichende Zufuhr von Flüssigkeit werden als grundlegend für die Vorbeugung gegen Knorpelschäden eingeschätzt.

Hexenschuss durch Knorpelschaden

Es fing alles mit einem Knorpelschaden an:
Wenn ich nur daran denke, wie es mich zum ersten Mal richtig erwischte mit dem Hexenschuss, läuft es mir auch heute noch eiskalt den geplagten Rücken herunter. Ich war gerade beim Kochen und streckte mich, um ein Gewürz vom Regal zu holen. Es war Muskatnuss, aber das ist ja nebensächlich. Denn was dann passierte, war schlimmer als alles, was ich mir jemals an Schmerzen hätte ausmalen können. Als hätte mir jemand ein Messer, nein, mehrere, in den Rücken gerammt. Ich war augenblicklich total blockiert im ganzen Kreuz, da ging nichts mehr.
Der Versuch, alleine auf meinen zwei Beinen aus der Küche zu kommen, verursachte mir noch mehr Schmerzen. Mit letzter Kraft schaltete ich die Herdplatten aus und schleppte mich mit kleinen Trippelschritten bis ins Schlafzimmer. Ich stand vor meinem niedrigen Futonbett, wusste aber nicht, wie ich in dieses hinein kommen sollte. Einfach hinlegen ging nicht, es tat zu weh. Irgendwie schaffte ich es, indem ich zentimeterweise meine Position veränderte und langsam ins Bett kroch. Liegen tat fast genau so weh wie stehen, und umdrehen konnte ich mich schon gar nicht.
Am Bett habe ich glücklicherweise ein Telefon, und nach zwei langen Stunden holte ich Hilfe. Meine Nachbarin hat einen Hausschlüssel von mir und sie zögerte nicht lange und rief den Notarzt.

Mit dem Notarzt zum nächsten Orthopäden:
Der Krankenwagen brachte mich nur um die Ecke, weil in meiner nächsten Nachbarschaft eine große Chirurgie- und Orthopädiepraxis ist, die Notfälle behandeln muss.
Der Orthopäde untersuchte mich sofort und legte mir dann eine Infusion mit Schmerzmitteln an. Er telefonierte mit dem nächsten Krankenhaus, um einen Termin für ein MRT für mich zu legen, aber seine Diagnose stand schon fest und sie war, wie sich später dann heraus stellte, ein Volltreffer.

Diagnose Osteochondrose:
Ich habe Osteochondrose, also einen Knorpelschaden in der Lendenwirbelsäule. Einen Bandscheibenvorfall schloss er aus. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mal siebenundvierzig Jahre alt, das ist jetzt sechs Jahre her.
Diese Praxis sollte ich in den nächsten Jahren sehr oft von innen sehen, und daran hat sich leider auch bis heute nicht viel geändert.
Das teure Geld für das MRT hätte er der Krankenkasse ersparen können, denn der Arzt im Krankenhaus wiederholte exakt das, was ich bereits zu meinem Leidwesen gehört hatte. Aber er musste die Untersuchung ja machen lassen, um noch Schlimmeres als den Knorpelschaden ausschließen zu können.

Unbehandelter Knorpelschaden als Ursache:
Wie man zu solch einem Knorpelschaden kommt? Es ist wohl eine Zivilisationskrankheit, falsche Bewegung und Überlastung, falsche Ernährung, aber auch Veranlagung können eine Rolle spielen. Natürlich kann man sich auch bei einem Unfall einen solchen Knorpelschaden zuziehen, aber ich hatte mich nie am Rücken verletzt.
Eine ganze Woche lang bekam ich Infusionen, denn mein Arzt meinte, er möchte mein Schmerzgedächtnis möglichst ausschalten und ich müsse mich dringendst bewegen, sonst würde es noch schlimmer.
Ich musste meine Ernährung umstellen, da mein Säure-Basen-Haushalt durcheinander geraten war und ich nahm jetzt regelmäßig Kalzium.
Dann schickte er mich zum Physiotherapeuten zur Krankengymnastik. Die zehn Behandlungen halfen ein wenig und ich hatte eine Zeitlang zumindest vor schweren Schmerzen Ruhe. Aber immer öfter hatte ich minderschwere Schmerzattacken und fehlte bei der Arbeit.
Letztes Jahr erwischte es mich dann direkt an meinem Arbeitsplatz, als ich gerade einen Stoß Papiere für meinen Chef ordnete. Aber dieses Mal war es anders, auf einmal bekam ich rasende Schmerzen im Bereich der Schulterblätter in der Brustwirbelsäule. Den Kopf konnte ich überhaupt nicht mehr bewegen und meine Arme schmerzten fürchterlich. Mein Chef ist ein netter Kerl, er ließ alles stehen und liegen und fuhr mich zu meinem Arzt.
Als die Arzthelferinnen mein schmerzverzerrtes Gesicht sahen, nahmen sie mich sofort dran. Mein Orthopäde untersuchte kurz meinen Rücken, und da waren sie wieder, die gefürchteten Worte: Knorpelschaden aufgrund von Osteochondrose und eine massive Entzündung der quer gestreiften Muskulatur. Das ganze Spiel ging von vorne los, aber das hier war ein neu diagnostizierter Knorpelschaden, der viel weiter oben lag als der erste.
Ich bin so froh, dass ich einen verständnisvollen Chef habe, aber ich arbeite ja auch schon lange Jahre in seiner Firma. Denn das finde ich richtig schlimm, wenn kranke Menschen, die sowieso schon genügend Probleme haben, auch noch ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie ein wirtschaftlich nicht mehr tragbarer Faktor geworden sind.
Als die Entzündung der Muskulatur nach vier Tagen etwas nachließ, renkte mir mein Orthopäde kurzerhand noch zwei, drei Wirbel zwischen Hals- und Brustwirbelsäule ein. Sie hatten sich durch die permanente Schonhaltung wohl etwas verschoben. Es krachte ein wenig, aber das Einrenken tat mir überhaupt nicht weh.
Vor vier Wochen kam ich von einer Heilkur zurück, die mir meine Krankenkasse bis auf den Eigenanteil von zehn Euro am Tag voll bezahlt hat. Die Anwendungen mit Fango und die Aromabäder haben mir richtig gut getan. Ich nahm auch an der Wassergymnastik teil, aber die Ärztin hatte mir vorher schon gesagt, ich solle die Übungen langsam angehen und das tat ich auch.
Momentan geht es mir ganz gut, aber die latente Angst vor der nächsten Schmerzattacke und einem weiteren Knorpelschaden sitzt mir im wahrsten Sinne des Wortes im Nacken. Auch mache ich mir große Sorgen, dass die Krankheit fortschreitet und ich mich operieren lassen muss. Ich habe jetzt einen Schwerbehindertenausweis beantragt, und das mit dreiundfünfzig Jahren.

Anmerkung der Redaktion:
Ein Knorpelschaden an der Wirbelsäule kann der Orthopäde frühzeitig erkennen. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Kniearthrose: der lange Weg des Leidens

Schmerzen in den Kniegelenken, Untersuchung beim Orthopäden
Mein erster Gang zum Orthopäden ist schon fast zwanzig Jahre her, damals war ich Anfang dreißig. Ich hatte Schmerzen, zunächst nur im rechten Knie. Äußerlich war wenig zu sehen, das Knie war nur ab und zu etwas geschwollen und beim Laufen tat es weh.
Ob ich Sport treiben würde? Ja, ich war Sportlerin gewesen in ganz jungen Jahren, und hatte eigentlich immer gedacht, das würde mir nicht nur länger die Figur erhalten, sondern auch meinen Körper auf Trab. Weit gefehlt. Das Fußballspielen mit meiner Thekenmannschaft verbot er mir umgehend, bevor überhaupt irgend welche Untersuchungsergebnisse vorlagen. Dabei sprang ich nur ab und zu ein, wenn nicht genügend Spielerinnen Zeit hatten. Ein, zwei Samstage im Monat höchstens. Damit sollte es jetzt vorbei sein? Zum ersten Mal im Leben fühlte ich mich alt.
Die Frage, ob es in der Familie rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Meniskus-Operationen und Ähnliches gäbe, musste ich leider bejahen. Familiär war ich, mütterlicherseits, tatsächlich vorbelastet.
„Gonarthrose in beiden Knien“. Mir war zum Heulen.
Nach der körperlichen Tast-Untersuchung, dem Röntgen und der Blutabnahme vereinbarte ich einen neuen Termin, für eine Arthroskopie.

Den ärztlichen Rat nicht befolgt
Dann tat ein paar Tage lang nichts weh, und ich sagte den Termin ab.
Wie blöd kann ein Mensch sein? Samstags darauf spielte ich Fußball. Linke Verteidigerin, auf dem Hartplatz. Ich versuchte gerade, einer gegnerischen Spielerin den Ball abzunehmen, als mitten im Lauf der Meniskus in meinem rechten Knie riss. Ich hörte ihn förmlich krachen, wie sich später heraus stellte, in drei Teile. Das Knie wackelte nur noch so umher.

Krankenhausaufenthalt wegen Meniskusriss
Im Krankenhaus bot mir der Orthopäde an, die Operation mit Rückenmarksspritze durchzuführen. Ich fand das eine super Idee, und am nächsten Morgen war der Operationstermin anberaumt.
Er setzte mir die Spritze, und wollte ein paar Minuten später mein Knie abbinden. Leider hatte die Periduralanästhesie nicht gewirkt und ich schrie vor Schmerzen. Das Ende vom Lied war eine Vollnarkose.
Aus dem Krankenhaus war ich zwei Tage später schon entlassen, die Drainage vorher gezogen. Ich humpelte an Krücken, aber der Arzt warnte mich, wenn ich nicht umgehend zur Krankengymnastik ginge und das Bein nicht bewegte, bliebe es steif.

Krankengymnastik und Sport stärkten das Kniegelenk
Termine versäumte ich von da an nie mehr. Es dauerte Monate, bis ich, unter stärksten Schmerzen, mein Knie auch nur ein wenig beugen konnte. Es war blau angeschwollen, und selbst die geringste Bewegung trieb mir die Tränen in die Augen. Es wurde regelmäßig punktiert. Nach sechs Monaten konnte ich einigermaßen laufen.
Ich ging regelmäßig schwimmen, um meinen Oberschenkelmuskel wieder aufzubauen. Schwimmen ist einfach eine klasse Sache, es hilft nicht nur, sich schmerzarm zu bewegen, sondern tut auch der Seele gut.

Der Arbeitsalltag machte Sport fast unmöglich
Dann war ich jahrelang fast beschwerdefrei, wenn ich mir bloß nicht das Knie anstieß. Das tat, und tut immer noch, einfach höllisch weh. Als würde mir jemand elektrischen Strom durch das Bein jagen.
Seit sieben Jahren arbeite ich Vollzeit in einem Büro am PC. Anfangs ging das gut, aber vor ungefähr vier Jahren bekam ich immer öfter Schwellungen in beiden Knien, und solche Schmerzen, dass ich abends nur mit Hilfe von meinem, wohlgemerkt ergonomisch einwandfreien, Bürostuhl aufstehen konnte. Morgens hatte ich Schuhgröße 38 und abends 40. Zum Schwimmen hatte ich keine Zeit mehr, oder besser: Ich nahm mir keine.

Massiver Knorpelabbau im Kniegelenk als Folge
Mein Orthopäde war mittlerweile in Rente, aber eine Bekannte empfahl mir eine neue Praxis. Der Arzt war nett, und ich ging diesmal wirklich zu den Spiegelungen. Erst das rechte Knie, ein paar Tage später das linke. Wegen der Infektionsgefahr spiegelte er nicht beide Seiten am gleichen Tag.
Massiver Knorpelabbau im linken Knie. Im rechten noch schlimmer. Ich war wieder den Tränen nahe.
Was ich beruflich mache. Die Antwort gefiel ihm nicht.

Kniearthrose: Behandlung mit Hyaluronsäure
Hyaluronsäure. Ich hatte das Wort schon gehört, viel wusste ich nicht darüber. Sie kann Arthrose nicht heilen, aber lindern und aufhalten. Aus Hahnenkämmen wird der Stoff zum Beispiel gewonnen.
Na ja, wenn’s hilft. Aber irgend einen Haken musste die Sache doch haben, so wie der Arzt mich ansah.
Super, meine Krankenkasse zahlt das nicht. Aber, einen Antrag konnte ich ja mal stellen.
Das hätte ich mir besser gleich gespart, ich meine nicht, das Geld. Sondern den nervenaufreibenden Kleinkrieg mit der Krankenkasse.
Ich schenkte mir die Hyaluronsäure dann selbst zum Geburtstag und zu Weihnachten. Innerhalb eines Jahres bekam ich zehn Spritzen in jedes Knie. Eine Zeitlang ging es mir etwas besser, die Injektionen schien zu helfen.
Vor zwei Jahren wurde es wieder schlimmer. Zeitweise konnte ich fast gar nicht mehr gehen, und der Arzt verordnete mir neue Spritzen. Leider vertrug ich sie plötzlich nicht mehr und bekam Nesselsucht am ganzen Körper. Obwohl es das identische Präparat war wie beim ersten Mal.
Der Orthopäde sprach nun von Stadium 2 bis 3, und erwähnte erstmals künstliche Gelenke.
Ich ging dagegen zum Heilpraktiker, schaden konnte es ja nicht. Er sprach davon, dass mein Säure-Basen-Haushalt wohl aus den Fugen sei. Weniger Fett und nicht so viel Süßes solle ich essen. Teufelskralle und Brennessel schlug er vor. Teufelskralle vertrage ich mit dem Magen nicht, und auch auf Brennessel reagiere ich mit Allergien.

Kniearthrose: Gegenmittel Heilfasten und Sport
Aber das Gespräch hatte mich nachdenklich gemacht. Ich begann mit Heilfasten. Dazu muss man sich unbedingt vorher von einem Arzt untersuchen lassen und seine Zustimmung einholen, da es bei bestimmten Herz-Kreislauf-Krankheiten gefährlich werden kann. Wenn man das abgeklärt hat, ist Heilfasten eine tolle Sache. Sicher, am Anfang ist es schwer, aber wenn die Entgiftung in Gang kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Ich machte immer mal wieder eine solche Kur, während der ich viel Flüssigkeit zu mir nahm. Ansonsten ernähre ich mich bewusster und gehe dreimal die Woche schwimmen.
Eine Freundin empfahl mir die Pflanze Beinwell. Sie wächst inzwischen in meinem Garten. Hildegard von Bingen behandelte Knochenbrüche damit, und ich meine kranken Knie. Ich hacke die frischen Blätter streiche den Brei auf die Haut, dann umwickle ich mit ganzen Blättern und bandagiere die Knie.
Das ersetzt natürlich nicht den Gang zum Arzt, und Beinwell darf man auch nur äußerlich anwenden.
Regelmäßig lasse ich die Arthrose checken und gehe zu allen Vorsorgeuntersuchungen.
Aber seitdem ich mehr auf meinen Körper höre, geht es mir und auch meinen Knien etwas besser.

Kniearthrose durch unbehandelten Knorpelschaden

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, als es passiert ist: Es war Sommer, es war richtig heiß und wir waren vor ein paar Tagen in unsere erste eigene Wohnung gezogen. Mein Freund und ich hatten Urlaub und wollten die Dachterrasse einweihen. Ich holte nur noch schnell etwas zu Trinken aus dem Kühlschrank und da passierte es. Wie aus heiterem Himmel stürzte ich und bemerkte sofort einen unsagbaren Schmerz in meinem rechten Knie. Ich kann nicht einmal sagen, warum ich stürzte und mir das Knie so übel verdrehte. Auf jeden Fall wurde es sofort dick und tat höllisch weh. Mein Freund wollte mich gleich zum Arzte fahren, aber ich hatte Angst, dass der mich ins Krankenhaus schickt, und lehnte das ab. Irgendwie schleppte ich mich auf die Dachterrasse und legte mich auf die Luftmatratze, aber vor lauter Schmerzen wusste ich gar nicht wie ich liegen sollte. Mein Freund hat mir dann ein Kühlakku geholt und später eine schmerzstillende Salbe auf mein Knie gemacht und einen Verband angelegt. Meine Eltern meinten auch, ein paar Tage das Bein hochlegen und schonen sei das Richtige. Mein Freund meinte, das Kühlen sei wichtig, also tat ich auch das und rieb mit einer Salbe ein, die mir eine Freundin empfohlen hatte.

Besuch beim Hausarzt:
Aber all das half nicht wirklich, und als es nach einigen Tagen sogar noch dicker wurde, bin ich dann doch zu meinen Hausarzt gefahren. Dieser meinte, es könnte ein Knorpelschaden oder der Meniskus sein, aber das müsse dann bei einer Kniespiegelung untersucht werden. Ich solle dazu zum Krankenhaus fahren.

Der Rat der Freundin:
Meine Freundin meinte später, es müsse ja nicht gleich ein Knorpelschaden sein, vielleicht sei es auch nur eine Zerrung und gehe von selber wieder weg. Sie meinte, sie würde nicht gleich eine Spiegelung machen lassen, das könne man ja immer noch tun. Ich sah das auch so und darum beschloss ich abzuwarten, ob es nicht von allein besser werden würde. Nach einigen Tagen ging die Schwellung tatsächlich zurück und die Schmerzen wurden weniger. Nur wenn ich viel laufen musste oder nach einer durchtanzten Nacht schwoll mein Knie wieder an und war am nächsten Tag schmerzhaft und in der Bewegung eingeschränkt. Dann konnte ich es auch einige Tage nicht ganz beugen. Ich nahm dann ein paar Schmerztabletten und legte mein Bein hoch. Ich ging viel schwimmen, weil ich mal gehört hatte, dass das helfen soll.

Der Beginn der Arthrose:
So ging es ein paar Jahre, bis die Schmerzen nach und nach immer häufiger auftraten. Beim Treppensteigen knirschte mein Knie auf einmal und wenn man die Hand auf das Knie legte und das Knie beugte, spürte man auch unter der Hand das Knirschen. Irgendwann hatte ich dann bereits gleich nach dem Aufstehen starke Schmerzen, die etwas besser wurden wenn ich ein bisschen herum lief. Sobald ich mein Knie einige Stunden nicht bewegte fingen die Schmerzen wieder an und gingen irgendwann gar nicht mehr ganz weg. Deswegen suchte ich dann doch noch einmal meinen Hausarzt auf. Ich hatte mittlerweile einen anderen Arzt, er wusste also nichts von der alten Verletzung. Auch er riet mir sofort zu einer Kniespiegelung, bei der dann auch gleich der von ihm vermutete Knorpelschaden behoben werden könne. Wegen meiner extremen Angst vor Operationen fragte ich ihn, ob es nicht eine Alternative gäbe und er meinte, wir könnten es zunächst mit Physiotherapie und Spritzen versuchen, er sei aber nicht sehr optimistisch. Er ging davon aus, dass der Knorpelschaden schon recht weit fortgeschritten sei und nur eine Operation helfen könne. Dennoch gab er mir ein Rezept für Krankengymnastik und außerdem ein Schmerzmittel. Er rief dann noch für mich bei einem Orthopäden an und machte mir dort einen Termin und ich konnte schon in der nächsten Woche kommen. Zwischenzeitlich hatte ich auch schon meinen ersten Termin bei der Krankengymnastik und legte hochmotiviert los. Aber schon nach der ersten Behandlung hatte ich abends so schlimme Schmerzen, dass ich gar nicht gehen konnte und ein stark angeschwollenes Knie. Trotzdem wollte ich es weiter versuchen und nahm alle meine Termine wahr, aber immer wurden die Schmerzen danach deutlich schlimmer. Der Krankengymnast meinte auch, ich hätte ganz sicher einen großen Knorpelschaden und riet mir die Kniespiegelung zu machen.

Beim Orthopäden:
Der Orthopäde hatte mein Knie in der Zwischenzeit geröntgt und mit einer Hyaluronsäure-Therapie begonnen und ich wollte zunächst den Erfolg dieser Behandlung abwarten. Nach fünf Injektionen jeweils im Abstand von fünf bis sieben Tagen war immer noch keine Besserung zu bemerken und so musste ich mir eingestehen, dass wohl kein Weg an der Kniespiegelung vorbeiführt. Einige Tage später hatte ich meinen Termin für die Spiegelung. Jahrelang hatte ich das vor mir hergeschoben und muss nun sagen, hätte ich gewusst wie wenig schmerzhaft das ist, ich hätte es viel früher gemacht. Der Orthopäde stellte einen Knorpelschaden dritten Grades fest und glättete den Knorpel. Er sah sofort, dass ich schon länger mit dem Knorpelschaden herumgelaufen war und erklärte mir, dass es besser gewesen sei, diesen sofort zu behandeln. Weil der Knorpelschaden nicht behandelt wurde hatte sich mein Knie immer mehr entzündet und war immer öfter gereizt. Der Knorpel hatte sich immer mehr abgerieben. Durch mein langes Warten hatte ich mir nicht nur unnötige Schmerzen eingehandelt, sondern auch noch alles schlimmer gemacht, durch den unbehandelten Knorpelschaden hatte sich eine Arthrose entwickelt. Der Orthopäde erklärte mir, dass ein unbehandelter Knorpelschaden zu einer Entzündung führt und die Entzündung dann wieder dazu beiträgt, dass sich der Knorpelschaden verschlimmert. Er verschrieb mir nun wieder Krankengymnastik, um die Muskulatur zu stärken und das Knie zu entlasten. Aber mein Knie wird immer etwas wackelig und anfällig bleiben. Der Orthopäde erklärte mir auch, dass der zerstörte Knorpel sich nicht mehr aufbaut, man könne nur versuchen das Fortschreiten des Knorpelschadens zu verlangsamen. Wenn ich das alles gewusst hätte, wäre ich ganz sicher viel früher zum Orthopäden gegangen. Die Tipps von Freunden und Verwandten waren sicher sehr gut gemeint, aber den Gang zum Arzt können sie eben nicht ersetzen. Ich kann daher nur empfehlen, bei Verdacht auf einen Knorpelschaden lieber sofort zum Arzt gehen.