Schlagwort-Archive: Karpaltunnelsysndrom

Der Karpaltunnel – das Herz einer Hand

Allgemeine Beschreibung
Der Karpaltunnel (griechisch „karpos“, die Handwurzel) ist eine von Bindegewebe fest umschlossene Röhre, die vom Unterarm zur Hand auf der Handflächenseite des Handgelenkes führt. Im Prinzip kann man den Karpaltunnel in einem Satz zusammenfassen: Durch den Karpaltunnel führt ein hochkompliziertes System unterschiedlicher Bandstrukturen, beispielsweise Sehnen und Nerven, die für eine einwandfreie Funktion einer Hand zuständig und von elementarer Bedeutung sind. Zum Verständnis: Eine Sehne verankert am Skelett einen Muskel, dessen Aufgabe es ist, die Muskelkontraktion, also das Zusammenziehen eines Muskels, auf die Knochen zu übertragen.

Der „Nervus medianus“ sorgt nicht nur für Bewegung
Der wohl wichtigste Nerv, der durch den Karpaltunnel läuft, ist der „Nervus medianus“, er steuert die Bewegungen des Daumens und der Finger, und er hat noch eine weitere wichtige Funktion: Durch seine Sensibilität meldet der „Nervus medianus“ sämtliche Empfindungen sofort an das Gehirn weiter. Ist er beschädigt oder überbeansprucht, hat dies eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung zur Folge.

Die Karpaltunnel-Begrenzung
Betrachtet man den Karpaltunnel im Querschnitt wird er von den Handwurzelknochen begrenzt, die sozusagen eine Art Rinne bilden, weshalb auch die seitliche Begrenzung knöchern ausgebildet ist. Auf seiner Oberfläche dagegen verläuft quer das Handgelenksband (Karpalband), das sich straff gespannt zwischen Daumen- und Kleinfingerballen befindet. Das Handgelenksband besteht aus einer festen Faserstruktur zwischen Fettgewebe und Sehnen und bildet das Dach des Karpaltunnels.

Sehnen im Karpaltunnel
Wichtige Sehnen für die Funktion einer Hand verlaufen durch den Karpalkanal. Hierzu gehören der „daumenseitige Handglenksbeuger“, die Beugesehnen für die langen Finger und die Beugesehne für den Daumen. Schwellen die Sehnen im Karpaltunnel an, entsteht ein schmerzhafter Druck, den man als „Karpaltunnelsyndrom“ bezeichnet.

Mögliche Ursachen
Vom „Karpaltunnelsyndrom“ betroffen sind vor allem Menschen, die über Jahre hinweg ihre Hände durch eintönige Arbeiten stark belasten – auch Tennisspieler sind oft betroffen. In der Begründung dafür, dass das „Karpaltunnelsyndrom“ als Berufskrankheit anerkannt wird, heißt es unter anderem: „ Ursache ist die Beugung und Streckung der Handgelenke, durch erhöhten Kraftaufwand der Hände oder durch Hand-Arm-Schwingungen.“ Die Folgen: Der Karpaltunnel verkleinert sich, der Druck auf die Sehnen wird somit verstärkt und kann zu schmerzhaften Entzündungen führen.

Symptome für das Karpaltunnelsyndrom
Die ersten Anzeichen eines Karpaltunnelsyndroms sind meist ein heftiges Kribbeln, oft verbunden mit Schmerzen, die bis in den Unterarm zu spüren sind. Treten diese Schmerzen bereits nach dem Aufwachen am frühen Morgen auf, ist ein Karpaltunnelsyndrom wahrscheinlich und eine neurologische Untersuchung unausweichlich.

Die Untersuchung
Um das Karpaltunnelsyndrom zu diagnostizieren, beklopft der Arzt den Karpaltunnel um sensibelste Reaktionen zu erkennen, und er wird auch den sogenannten „Phalentest“ vornehmen, indem er die Hand längere Zeit gegen den Unterarm drückt. Ist sich der Arzt nicht sicher, folgt ein elektrophysiologische Untersuchung, die letztlich eine sichere Diagnose ermöglicht.

Die Therapie
Wer unter dem Karpaltunnelsyndrom leidet muss viel Geduld mitbringen. Bis zum völligen Verschwinden der Beschwerden kann es Monate dauern. Chirurgische Eingriffe werden nur in schweren Fällen vorgenommen. Entscheidend ist die Ruhigstellung des Arms und der Hand, was meist durch Gipsschienen erfolgt, verbunden mit einer Physiotherapie.

Wir haben eine eigene Seite für das Thema eingerichtet. Lesen Sie hier mehr über den Karpaltunnel.