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Ischias: Wenn der Ischiasnerv nervt

Erfahrungen und Probleme mit dem Ischiasnerv
Der Ischiasnerv ist Bestandteil der größten gebündelten Ansammlung von Nerven in unserem Körper. Tausende von feinsten Nervenfasern befinden sich im Lendenbereich und bestehen aus jeweils drei Nervenwurzeln, die sich im unteren Rückenbereich bündeln.
Unser „Gangbild“ wird von dem Ischiasnerv beeinflusst, denn er ist für das Heben- und Senken des Fußes verantwortlich. Somit ist der Ischiasnerv im Lendenwirbelbereich für fast alle Funktionen der Muskeln zuständig. Stechende Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich deuten in den meisten Fällen auf einen eingeklemmten Ischiasnerv hin. Der Ischiasnerv reagiert auf bestimmte Reize wie z.B. Kälte und kann bereits durch kleine Irritationen typische „Ischiasschmerzen“ verursachen.

Viele Menschen wurden schon einmal damit konfrontiert und kennen den Schmerz, der über den Hüftbereich entlang bis über den Oberschenkel hinunter ins Knie zieht. Dies ist das typische Schmerzmerkmal wenn der Ischias bzw. der Ischiasnerv betroffen ist. Eine weitere Ischiasnerv-Reizung resultiert oft auch aus einer Fehlbelastung der Gelenke oder der Wirbelsäule. Wird der Nerv jedoch in der Nähe der Wirbelsäule gereizt, kann sogar ein Gefühl des Kribbelns oder Schwäche des Beines entstehen.

Im Volksmund bekannt unter „Hexenschuss“ hat schon manch einer im alltäglichen Leben die Erfahrung mit einem plötzlich auftretenden, stechenden Schmerz gemacht, der oft durch falsches Bücken, Heben oder Belasten entsteht. Geht der Schmerz vom Kreuzbein aus, treten die Schmerzen meist einseitig auf und somit spricht man von einer Ischialgie.

Ein sogenannter „Hexenschuss“ kann auch durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst werden. Die umfassende Diagnose zur Feststellung der Ursache ist in jedem Fall bei einem Facharzt für Orthopädie abklären zu lassen. Eine Röntgen- oder einer Kernspintomographie ist zwecks Indikation und weiterer Behandlung erforderlich und sinnvoll.

Vorübergehende Linderung der Schmerzen durch eigene Therapie
Im Laufe der Jahre wurde ich auch schon mehrmals mit Rückenproblemen konfrontiert und so habe ich mir Dank einiger guter „Hausmittel“ und nachvollziehbaren Anleitungen selbst helfen können.
Also habe ich das mir bekannte komplette „Erste-Hilfe-Programm“ angewendet, dass sich von einer „heißen Dusche“ wobei – ich den Strahl direkt auf den schmerzenden Bereich gerichtet habe – über Einreibungen mit einer Wärmesalbe bis hin zu leichten Bewegungen ausprobiert. Natürlich musste ich darauf achten, dass ich mich ganz vorsichtig bewegte, denn bei jeder kleinsten Drehung des Oberkörpers schien es so, als würden sich die Muskeln erneut verkrampfen.

Den Rücken konnte ich während der schmerzhaften Phase entlasten, indem ich eine Rückenlage einnahm und die Beine rechtwinklig gebeugt (z.B. auf einem Sessel) lagerte. Das sogenannte „Stufenbett“ sorgte für die notwendige Entspannung der Rückenmuskulatur und entlastete die Bandscheiben.

Da ich weitgehend von zuhause aus arbeite, konnte ich also die Zeit der Pausen sinnvoll nutzen und meinem Rücken die Gelegenheit zur Entspannung geben. Bei einem eingeklemmten Ischiasnerv ist das Kälte- oder Wärmeempfinden völlig individuell und beide Varianten stehen in Form von Kompressen zur Verfügung.
In meinem Fall hatte sich eine Wärmekompresse bewährt und mittlerweile gibt es auf dem Markt sogenannte „Wärmegürtel“ die ich dank ihrer schmalen Form problemlos unter der Kleidung tragen konnte. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln und Einreibungen konnte ich nicht verzichten und die Wärmeanwendungen, sowie die Stufenlagerung haben dies weitgehend erfolgreich unterstützt.

Allerdings habe ich darauf geachtet, dass ich trotz der Schmerzen in Bewegung blieb, denn eine strikte Bettruhe hätte die Auswirkungen der Rückenbeschwerden nur noch verschlimmert. Da ich nicht zum ersten Mal diese Probleme mit dem Ischiasnerv hatte, konnte ich auf Erfahrungswerte zurückgreifen.
In der Regel sollten grundsätzlich eigene Therapieversuche innerhalb von ca. 3 Tagen eine deutliche Linderung erzielen, ansonsten ist eine Abklärung durch den Facharzt unumgänglich.

Eine umfassende Diagnose zur Feststellung der Ursachen der Ischiasschmerzen ist unbedingt erforderlich
Sind die Probleme mit dem Ischiasnerv bereits als chronisches Krankheitsbild einzustufen, und wurden die Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst, ist eine ursächliche Behandlung nicht mehr möglich. Diese Diagnose kann zutreffen, wenn z.B. der Ischiasnerv in Folge einer Verletzung zu chronischen Ischiasschmerzen führt. Um dem Patienten in diesem Zustand zu helfen, ist es ggf. notwendig, dass der behandelnde Arzt zu Betäubungsmitteln greifen muss, die eine Nervenblockade auslösen soll, um die Reizweiterleitung zu dämpfen. Oft ist in so einem Fall der Krankenhausaufenthalt oder sogar die Implantation einer Schmerzpumpe der letzte Ausweg um dem Patienten ein Stück Lebensqualität zu verschaffen.

Lebensgewohnheiten und Bewegungen im Alltag beobachten
An manchen Rückenproblemen ist der Mensch nicht ganz unbeteiligt und jeder kann in Form von korrekter Körperhaltung und regelmäßiger Bewegung seinen Teil dazu beitragen, den Rücken gesund zu erhalten.
Typisch und oft praktiziert sind Fehlhaltungen des Körpers am Arbeitsplatz. So beobachtet man oft die Leute im Büro, die den Telefonhörer oder das Handy lässig zwischen Kopf und Schulter einklemmen und in diesem Moment nicht daran denken, dass diese Haltung auf Dauer zu Verspannungen und Schmerzen führen kann. Ebenso kommt es auf die korrekt Sitzhaltung an, die Wirbelsäule sollte gerade gehalten werden und die Füße nicht in der Luft baumeln, sondern Kontakt zum Boden haben. Mit Aufmerksamkeit und bewusstem Training kann man so eine alltägliche „Sünde“ am Arbeitsplatz korrigieren.
Egal ob am Arbeitsplatz, in der Freizeit, beim Sport oder im Haushalt, gleichermaßen gilt:
Die Haltung des Oberkörpers beim Sitzen oder die richtige Haltung des Körpers beim Laufen und die Beachtung des ganzen Körpers bei schweren Arbeiten, wie z.B. bei einem Umzug, alles beginnt mit einer Selbstbeobachtung.

Ischias: Wenn’s im Rücken mal wieder klemmt

Fast jeder hat schon mal Bekanntschaft mit Rückenschmerzen gemacht. Das schnelle Anheben einer Kiste Mineralwasser aus dem Kreuz oder die plötzliche, unbedachte Drehung des Oberkörpers, können einem die kommenden Tage oder gar Wochen vermiesen. Während ein klassischer Hexenschuss eher stechenden Schmerz im Rücken verursacht und eine weitere Bewegung, Aufrichtung oder andere körperliche Aktivitäten, wegen der Schmerzen, kaum mehr ermöglicht, erfährt man beim Ischiasnerv einen in die Beine ausstrahlenden, dumpfen, manchmal zermürbenden Schmerz, der einem den Schlaf rauben kann. Viele Jahre der Bekanntschaft mit Problemen mit meinem Ischias-Nerv führten dazu, dass ich Strategien und Wege entwickelt habe, die das immer wieder auftretende Problem erträglicher machen konnten. Aber was genau ist der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv – vom Po bis zum Fuß
Entgegen der landläufigen Meinung, ist beim „Ischias“ nicht der Ischiasnerv selbst betroffen, sondern die vorgelagerte Nervenwurzel im Beckenbereich, aus der im weiteren Verlauf der Ischiasnerv hervorgeht. Diese Nerven verlaufen vom Rückgrat durch Aussparungen in der Beckenschaufel über Po und die Beine bis in den Fuß. Der Ischiasnerv ist der längste Nerv des menschlichen Körpers. Oft als Folge eines, meist seitlich gelagerten, Bandscheibenvorfalls, drückt der Gallertkern der betroffenen Bandscheibe an dieser Stelle auf die Nervenwurzel. Diese sendet dann entsprechende Schmerzsignale, die, abhängig von der Stellung des Bandscheibenproblems, in den Ischiasnerv und so bis in den Oberschenkel oder Fußbereich ausstrahlen können. Aber auch Wirbelblockaden können den Nerv einklemmen und diese Beschwerden auslösen. Da die Schmerzen zwar im Bein oder Fuß wahrgenommen werden, jedoch an anderer Stelle im Köper entstehen, spricht man von Schmerzprojektion. Ich kann diese Projektion gut feststellen, indem ich mich beim Auftreten der Symptome konzentriere und versuche, den Schmerz im Bein aktiv zu lokalisieren. Interessanterweise reduzieren sich bzw. verschwinden die Schmerzen dann solange, wie ich mich auf den schmerzenden Bereich konzentriere. Je besser die Konzentration, umso weniger Schmerz. Trotzdem, man kann sich ja nicht den ganzen Tag auf den Schmerz konzentrieren.

Wege zur Linderung
Ist das Problem akut, sollte man zum Arzt gehen, klar. Unglücklicherweise sind Orthopäden vielfach so überbucht, dass man selbst als „Notfall“ keinen spontanen Termin bekommt und abgewiesen wird. Spritzen vom Hausarzt waren für mich nie eine Alternative. Nachdem bei mir andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten (z.B. Bruch, Tumor, Bandscheibenvorfall) löste der Arzt regelmäßig Wirbelblockaden durch dieselbe chiropraktische Anwendung – das berühmte Knacken der Dornfortsätze an den Wirbeln. Da diese Vorgehensweise immer gleich und schmerzfrei war und der auftretende Schmerz identisch wie vorher, bin ich irgendwann dazu übergegangen, mir den Weg zum Arzt zu ersparen und die Blockaden durch dieselbe Technik selbst zu lösen. Hilfreich ist, wenn man sich vorher ein heißes Bad gönnt, um die Muskeln aufzulockern und beim Lösen der Blockade ausatmet – wiederrum zur Entspannung der Muskulatur.
Hinweis: Dies ist ein Erfahrungsbericht. Bitte nicht versuchen, nachzumachen. Bei Rückenschmerzen, konsultieren Sie einen Arzt.
Die eigentliche Praktik ist dann, dass man, ausgestreckt auf dem Boden liegend, ein Bein aufstellt (etwa 90 Grad Winkel von Oberschenkel zum Oberkörper) und mit dem diagonal gegenüberliegenden Arm in Richtung Boden zieht (Rechte Hand fasst linkes Knie und zieht es nach rechts zum Boden). Der gleichseitige Arm liegt dabei seitlich ausgestreckt am Boden. Dasselbe wiederholt man dann mit der anderen Seite. Im Regelfall vernimmt man am Endpunkt des Bewegungsspielraums ein oder mehrere Knackgeräusche, die das Lösen der Blockade bedeuten. Im Anschluss lässt der Schmerz deutlich nach oder verschwindet ganz.

Ischias ok, Schmerzen noch da – Schmerzgedächtnis, was ist das?
Hat man es versäumt, eine Blockade zu lösen bzw. den Schmerz im Rücken oder Bein nach kurzer Zeit los zu werden, wird es schwieriger. Selbst in Fällen, wo die Ursache des Schmerzes – der Druck auf die Nervenwurzel – schon längst wieder obsolet ist, können die Schmerzen fortdauern. In diesem Fall spielen uns unsere Nerven einen Streich. Durch die ständige Reizung während des Ischiasproblems sensibler geworden, senden die Nerven noch weiterhin Schmerzreize ins Hirn obwohl keine Ursache mehr vorliegt. Diesen Vorgang nennt man Schmerzgedächtnis. Das Gefährliche daran ist, dass die Schmerzen uns dazu verleiten, Schonhaltungen einzunehmen. Diese wiederum führen zu weiteren Verspannungen, ggfs. mit ernsteren Dauerfolgen. Wichtig ist daher, durch eine Gabe von Schmerzmitteln oder im besonderen Falle mit einer Schmerzspritze, diesen Kreislauf zu unterbrechen und eine Mobilisierung bspw. durch Krankengymnastik oder schonende Sportarten allgemein einzuleiten. Auch hier habe ich mit der Zeit herausgefunden, dass in Kombination mit einem Schmerzmittel, die Lösung der Blockade in Eigenarbeit deutlich erfolgreicher bleibt.

Bewegung statt Schonung
Irgendwann ist aber auch der Punkt erreicht, dass man sich nicht alle paar Wochen „einrenken“ möchte oder sollte. Durch eine, meine Blockaden fördernde, Sportart Judo, war sichergestellt, dass dies (Blockade haben, Blockade lösen) ewig so weitergehen würde, sollte ich nicht etwas ändern und vorbeugen. Ein Besuch bei einem Dorn-Therapeuten lohnte sich, da ich einen Beckenschiefstand hatte, den er wieder richtete. So konnte ich sogar wieder mit dem Joggen anfangen. Auch Tai Chi hatte schon sehr gut geholfen, aber richtig erfolgreich war ich mit einer weiteren Trainingsmethode, die mir sehr entgegenkam: Eine Kette spezieller Trainings-Studios für gerätebasierendes Muskelaufbautraining war meine Rettung. Das Trainingskonzept, welches speziell konzipiert wurde zur Therapie von Rücken- und Schulterproblemen und mit besonders intensiven und somit zeitsparenden Einheiten arbeitet, wurde ein voller Erfolg, Das anstrengende Training machte Spaß und brachte sogar sichtbare Erfolge, sprich Muskeln. Selbst bei akuten Rückenproblemen verspürte ich während des Trainings Linderung, und sogar Blockaden lösten sich bei einer bestimmten Übung – mit Beschwerden hin, ohne wieder raus! Der Muskelaufbau durch dieses Training war nachhaltig und bewirkte, dass mein Körper viele Bewegungen u.a. im Judo nun ohne Blockaden aushielt.

Fazit
Mein Credo seitdem ist, den Körper mit geeigneten Trainingsmaßnahmen aufzubauen und etwaigen Blockaden auf diesem Weg vorzubeugen. Gleichzeitig darf man aber auch keine Angst vor dem Rückenschmerz haben, man wird nicht gelähmt – auch wenn es schmerzt sich im akuten Fall die Schuhe zuzubinden. Trotzdem, ein Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker lohnt sich, um zusätzliche Einschränkungen oder ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.