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Hüftgelenksarthrose

2007 war ich im August gerade 61 Jahre geworden und bemerkte, dass in den folgenden Wochen im Tagesverlauf ziemlich starke Schmerzen im Hüftbereich auftraten, besonders dann, wenn ich viel zu tun hatte und mich oft bewegen musste. Nach einigem Zögern (ich war bis dahin kaum krank gewesen) entschloss ich mich, einen Arzt aufzusuchen, der nach kurzer Untersuchung den „Anfangsverdacht“ äußerte, dass ich an einer Hüftgelenksarthrose leide und mich zum Orthopäden überwies. Der Orthopäde bestätigten nach eingehenden Untersuchungen (siehe unten) die Diagnose des Allgemeinmediziners und versorgte mich zunächst mit schmerzlindernden Medikamenten, schloss aber die Notwendigkeit einer späteren Operation nicht aus. Jedenfalls begann ich, mich intensiv mit der Krankheit im Netz und in der medizinischer Fachliteratur zu vertiefen, um genügend informiert zu sein, wenn es z.B. um eine Entscheidung zu einem operativen Eingriff kommen müsste.

Meine Recherchen zu dieser Erkrankung möchte ich hier, aber in möglichst kurzgefasster Form, vorstellen. Ich werde mich auf eine Kurzdarstellung des Krankheitsbildes „Hüftarthrose“ beschränken, die zunächst den Begriff der Krankheit und ihre Verbreitung umreißt, dann Symptome und diagnostischen Methoden darlegt sowie Ursachen und möglichen Risikofaktoren anspricht. Zuletzt werde ich auf gängige Therapieansätze zu sprechen kommen. Wenn möglich, werde ich meine eigenen Erfahrungen in einem entsprechenden Zusammenhang mit der Vorstellung allgemeiner Erkenntnisse zu dieser Krankheit vermitteln.

Was versteht man unter „Hüftgelenksarthrose“ und wie verbreitet ist die Krankheit?

Der Begriff Hüftarthrose wird unter den Fachmedizinern auch als Coxarthrose bezeichnet. Es geht hier um eine Hüftgelenkserkrankung, die als degenerativ bezeichnet wird. Das heißt, dass es zu einem zunehmenden Verschleiß der Hüftpfannen- und Hüftknopfknorpel kommt. Die Erkrankung wird in neueren Studien als Ergebnis eines mangelnden Ausgleichs von schädigenden und sogenannten „reparativen“ Funktionen der Gelenke gesehen, die bei fehlerhaften Belastungen oder zu starken „reparativen“ Prozessen zu Arthrosen wie einer Coxaarthrose führen können. Die Hüftarthrose ist im Übrigen die am häufigsten festgestellte Form aller menschlicher Arthrosen.

Ich bin offenbar mit meinen mittlerweile weit über 60 Jahren ein „typisches“ Beispiel für das Auftreten dieser Erkrankung: Fast sechs Prozent der Menschen, die über 60 Jahre alt sind, erkranken an dieser Form der Arthrose; das heißt, dass nach den statistischen Erhebungen jährlich weiter über hunderttausend Menschen von dieser Erkrankung betroffen sind. Dass ich weiblich bin, ist wohl zusätzlich nicht untypisch, denn Studien hierzu haben ermittelt, dass Frauen signifikant häufiger mit der Krankheit zu kämpfen haben.

Welche Symptome verweisen auf die Krankheit und wie wird die Krankheit diagnostiziert?
Wichtig ist zunächst, dass der Schmerz in der Hüftgegend mehr oder weniger „belastungsabhängig“, wie in der Fachliteratur beschrieben, auftritt. So war es auch bei mir: Wie ich oben schon andeutete, waren morgens kaum Schmerzen vorhanden, erst mit fortschreitendem Tagesablauf traten verstärkt Schmerzen auf, die dann abends besonders deutlich zu spüren waren. Die Schmerzen, die ich ertragen musste, hatten eher einen „bohrenden“ Charakter, werden von den Medizinern aber auch als „dumpf“ beschrieben.

Mein Orthopäde konnte bei der Eingangsuntersuchung bereits an meinem Gang Hinweise für die Hüftgelenksarthrose ausmachen, weil ich etwas hinkte (wohl als Entlastung für meine gebeutelten Hüftgelenke). Beim Betasten der Leistengegend entstand durch den Druck ein für die Hüftgelenksarthrose wohl typischer Schmerz. Um andere Erkrankungen, z.B. der Wirbelsäure oder rheumatische Prozesse, auszuschließen, war aber eine Röntenaufnahme unbedingt notwenig. Die Aufnahmen bestätigten allerdings die Anfangsdiagnose.

Was sind mögliche Ursachen der Erkrankung und welche Risikofaktoren bestehen?
Die Mediziner (Orthopäden) unterscheiden hier zwischen primär verursachenden und sekundär auftretenden Ursachen der Hüftgelenksarthrose. Bei der primären Form der Erkrankung wird von anlagebedingten Verschleißerscheinungen der Gelenkknorpel ausgegangen, die sich im fortschreitenden Alter verstärkt bemerkbar machen und nicht mit vorher bestehenden anderen Erkrankungen im Zusammenhang stehen.

Als sekundäre Formen der Coraarthrose werden in der Fachliteratur Gelenkschäden bzw. Hüfterkrankungen in der Kindheit, aber auch starkes Übergewicht (wegen der zusätzlichen Gelenkbelastungen) genannt. Ebenfalls sind Hüftdysplasien, also Fehlstellungen der Hüftgelenke. und traumatische Zustände nach schweren Verkehrsunfällen als mögliche Ursachen ausgemacht.

Wie ich oben bereits beschrieb, hatte ich vor der Feststellung „meiner“ Hüftgelenksarthrose keinerlei Erkrankungen, die in irgendeiner Weise mit den Gelenken im Zusammenhang standen. Meine Erkrankungsform müsste also ätiologisch eher der „primären“ Ausprägung zugeordnet werden.

Als hauptsächliches Risiko wird ein höheres Alter, insbesondere ein Alter über 60 J. angesehen, wobei Frauen statistisch eine größere Wahrscheinlichkeit haben, an Hüftarthrose zu erkranken. Auch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist als Risikofaktor bekannt. Eine Verletzung im Hüftbereich wird ebenfalls als risikosteigend in der Fachliteratur benannt. Man sieht, dass ich mit weiblichem Geschlecht bei einem Alter über 60 statistisch ein höheres Risikopotenzial zu tragen hatte. Übrigens, zur Klarstellung: Mein Gewicht war, auch nach Ansicht des Orthopäden, in meinem Fall als Faktor auszuschließen, der die Erkrankung hervorgerufen haben könnte. Es ist im Normalbereich anzusiedeln.

Wie ist es mit den therapeutischen Möglichkeiten bestellt?
Bei mir wurde von meinem Orthopäden zunächst über eine sogenannte „konservative“ Therapie mit Medikamenten versucht, meine Schmerzen in den Griff zu bekommen, und zwar durch die Einnahme entzündungshemmender Mittel (sogenannte „nichtsteroidale Antirheumatika“). Zur Gelenkentlastung wollte er mir einen Gehstock verordnen, was ich aber mehr oder weniger aus Eitelkeitsgründen ablehnte. Jedenfalls stellte sich nach nicht langer Zeit heraus, dass ich an einer Operation nicht vorbei kam, weil sich meine Beschwerden teilweise noch verstärkten.

Ich musste mich also einer Totaloperation des Hüftgelenks (Endoprothese) unterziehen. Hierbei wird sowohl der Kopf des Oberschenkelknochens als auch die Hüftpfanne durch entsprechende Implantate ersetzt und durch sogenanntes „Knochenzement“ auf Dauer in den Körper integriert. Diese Art der Operation ist die häufigste im Bereich der Hüftgelenksoperationen und verspricht nach den bekannten Studien hierzu eine sehr lange Haltbarkeit der implantierten Teile.

Mein Fazit:
Die Hüftgelenksarthrose ist eine Erkrankung, die sich durch Verschleißerscheinungen des Hüftgelenks, insbesondere mit fortschreitendem Alter, kennzeichnet und letztlich nur über Röntgenverfahren diagnostiziert werden kann. Sie kann zwar bislang nicht „ursächlich“ bekämpft werden, ist aber sowohl durch eine zunächst konservative wie auch eine operative Therapie beherrschbar.

Unbedingt sollten Sie beim Auftreten von Symptomen im Bereich der Hüftgelenke einen Arzt aufsuchen, damit möglichst frühzeitig geholfen werden kann. Eine Information nur über die Medien ist zwar hilfreich, aber bei weitem nicht hinreichend, zumal sich die Erkrankung nur durch eine qualifizierte und individuelle Diagnose und Therapie beherrschen lässt.

Vorbeugung eines Knopelschadens

Ein Gelenk besteht aus unterschiedlichen funktionalen Komponenten, die aus verschiedenen Materialien aufgebaut werden. Ein Gelenk wird bei jedem Menschen, selbst wenn er keine sportliche Betätigung ausübt, an jedem Tag des Lebens bewegt, sodass das Gelenk einer ständigen Abnutzung und einem Verschleiß unterworfen ist. Bewegung, auch die Bewegung der Gelenke, ist immer mit Reibung verbunden. Bei künstlichen technischen Gelenken, wie sie etwa im Maschinenbau eingesetzt werden, wird die Wirkung der Reibung, die eine starke Beanspruchung der Gelenke darstellt, durch Schmierflüssigkeiten und nachgebende Elemente gemindert. Im menschlichen Körper übernimmt die Gelenkschmiere die Aufgabe, die Reibung zu verringern. Die Gelenkschmiere ist ein Flüssigkeitsfilm, den die innere Gelenkschleimhaut bildet. Zusätzlich sind die Gelenke mit einem Dämpfungssystem ausgestattet, das plötzliche Bewegungen abfedert und starke Druckbelastungen kompensiert. Hierbei handelt es sich um den Gelenkknorpel, einem glatten Überzug über den Gelenken.

Die Gelenke werden von dem Knorpel geschützt und erst mithilfe des Knorpels ist es möglich, eine Bewegung durchzuführen. Daher kann eine Schädigung des Knorpels zu einer massiven Beeinträchtigung der Bewegungsfunktion eines Gelenkes führen. Knorpelschäden sind eine recht häufige Erscheinung. Da die Knorpel einem lebenslangen Verschleiß unterliegen, nehmen die Knorpelschäden zu, je älter der Mensch wird. Knorpelschäden gehören damit zu den typischen degenerativen Alterserscheinungen. Aber nicht nur die Zeit ist ein wesentlicher Parameter bei der Entstehung von Knorpelschäden, sondern auch lang andauernde monotone Gelenkbelastungen, etwa durch immer wieder gleichartige Beanspruchungen bei der täglichen Arbeit, können Knorpelschäden begünstigen. Daneben kann noch eine Vielzahl weiterer Faktoren ursächlich für Knorpelschäden sein. Angeborenen Fehlstellungen der Gelenke, eine falsche Ernährung oder Störungen im Stoffwechselsystem gehören zu den wichtigsten Ursachen. Nach dem Eintreten von Knorpelschäden bildet sich oftmals eine Arthrose aus.

Die Arthrose äußert sich in Schmerzen im Gelenk und in Entzündungen. Außerdem kann die Arthrose zu Verformungen und Verdickungen bis hin zu Versteifungen der Gelenke führen. Je nach Schädigung und der Art der Ausbildung des Knorpelschadens werden vier Stufen unterschieden.

In der ersten Stufe kommt es zu einer Erweichung des Knorpels und der Knorpel quillt auf. In der zweiten Stufe bilden sich Risse und Ausfaserungen an den Außenseiten des Knorpels. Bei der dritten Stufe verstärkt sich die Rissbildung und die Schädigungen reichen vom Äußeren des Knorpels bis zum Knochen des Gelenks. Die vierte Stufe ist durch ein völliges Versagen bis hin zum Verschwinden des Knorpels gekennzeichnet.

Eine Knorpelschädigung wird dann als Arthrose bezeichnet, wenn sich beim Röntgen sichtbare Schädigungen zeigen. So lassen sich im Röntgenbild etwa Änderungen der Breite des Gelenkspaltes beobachten oder auch zusätzliche Verknöcherungen.

Eine Therapie, die die Ursachen der Arthrose durch einen neuen Aufbau von Knorpelmasse beseitigt, ist nicht verfügbar. Im Handel werden verschiedene Präparate und Nahrungsergänzungsmittel angeboten, von denen die Hersteller behaupten, sie würden zum Neuaufbau von Knorpelmasse führen. Für die Wirksamkeit dieser Mittel, die häufig Gelatine enthalten, fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis. Oral zugeführte Gelatine wird als Eiweißlieferant vom Körper verdaut und steht somit nicht als Substanz für den Knorpelaufbau zur Verfügung. Die meisten Präparate, die vertrieben werden, sind aber unschädlich. Einem Selbstversuch von Betroffenen steht daher nichts im Wege.

Wenn auch eine kausale Therapie nicht möglich ist, so gibt es doch Verfahren, mit denen sich die Beschwerden bei einer Arthrose mindern lassen.

Oftmals lindern physikalische Verfahren wie eine Wärmebehandlung oder Krankengymnastik die Schmerzen. Wirksam sind auch Medikamente mit Cortison oder, bei starken Schmerzen, betäubende Mittel. Auch Hyaluronsäure kann bei einigen Gelenken die Schmerzen verringern und die Bewegungsfähigkeit erhöhen. Wenn die Gelenke der unteren Extremitäten betroffen sind, können orthopädische Maßnahmen, bei denen das Schuhwerk angepasst wird, Linderung verschaffen.

Eine Vorbeugung gegen Knorpelschäden und Arthrose ist grundsätzlich möglich. Da es sich aber um eine Schädigung handelt, die schleichend und in Abhängigkeit von der Gelenkbeanspruchung auftritt, müssen prophylaktische Maßnahmen sehr früh ansetzen. Die wesentlichen vorbeugenden Maßnahme liegen in der Vermeidung unnötiger Belastung und dem Training der Muskeln und Gelenke. Daher sollten bereits früh Dauerbelastungen durch zu hohes Körpergewicht vermieden werden und eine regelmäßige sportliche Betätigung erfolgen. Daneben gibt es Hinweise darauf, dass auch die Nahrung einen Einfluss auf die Entstehung von Knorpelschäden hat. Eine ausgewogene Ernährung und vor allem die hinreichende Zufuhr von Flüssigkeit werden als grundlegend für die Vorbeugung gegen Knorpelschäden eingeschätzt.