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Vorbeugung eines Knopelschadens

Ein Gelenk besteht aus unterschiedlichen funktionalen Komponenten, die aus verschiedenen Materialien aufgebaut werden. Ein Gelenk wird bei jedem Menschen, selbst wenn er keine sportliche Betätigung ausübt, an jedem Tag des Lebens bewegt, sodass das Gelenk einer ständigen Abnutzung und einem Verschleiß unterworfen ist. Bewegung, auch die Bewegung der Gelenke, ist immer mit Reibung verbunden. Bei künstlichen technischen Gelenken, wie sie etwa im Maschinenbau eingesetzt werden, wird die Wirkung der Reibung, die eine starke Beanspruchung der Gelenke darstellt, durch Schmierflüssigkeiten und nachgebende Elemente gemindert. Im menschlichen Körper übernimmt die Gelenkschmiere die Aufgabe, die Reibung zu verringern. Die Gelenkschmiere ist ein Flüssigkeitsfilm, den die innere Gelenkschleimhaut bildet. Zusätzlich sind die Gelenke mit einem Dämpfungssystem ausgestattet, das plötzliche Bewegungen abfedert und starke Druckbelastungen kompensiert. Hierbei handelt es sich um den Gelenkknorpel, einem glatten Überzug über den Gelenken.

Die Gelenke werden von dem Knorpel geschützt und erst mithilfe des Knorpels ist es möglich, eine Bewegung durchzuführen. Daher kann eine Schädigung des Knorpels zu einer massiven Beeinträchtigung der Bewegungsfunktion eines Gelenkes führen. Knorpelschäden sind eine recht häufige Erscheinung. Da die Knorpel einem lebenslangen Verschleiß unterliegen, nehmen die Knorpelschäden zu, je älter der Mensch wird. Knorpelschäden gehören damit zu den typischen degenerativen Alterserscheinungen. Aber nicht nur die Zeit ist ein wesentlicher Parameter bei der Entstehung von Knorpelschäden, sondern auch lang andauernde monotone Gelenkbelastungen, etwa durch immer wieder gleichartige Beanspruchungen bei der täglichen Arbeit, können Knorpelschäden begünstigen. Daneben kann noch eine Vielzahl weiterer Faktoren ursächlich für Knorpelschäden sein. Angeborenen Fehlstellungen der Gelenke, eine falsche Ernährung oder Störungen im Stoffwechselsystem gehören zu den wichtigsten Ursachen. Nach dem Eintreten von Knorpelschäden bildet sich oftmals eine Arthrose aus.

Die Arthrose äußert sich in Schmerzen im Gelenk und in Entzündungen. Außerdem kann die Arthrose zu Verformungen und Verdickungen bis hin zu Versteifungen der Gelenke führen. Je nach Schädigung und der Art der Ausbildung des Knorpelschadens werden vier Stufen unterschieden.

In der ersten Stufe kommt es zu einer Erweichung des Knorpels und der Knorpel quillt auf. In der zweiten Stufe bilden sich Risse und Ausfaserungen an den Außenseiten des Knorpels. Bei der dritten Stufe verstärkt sich die Rissbildung und die Schädigungen reichen vom Äußeren des Knorpels bis zum Knochen des Gelenks. Die vierte Stufe ist durch ein völliges Versagen bis hin zum Verschwinden des Knorpels gekennzeichnet.

Eine Knorpelschädigung wird dann als Arthrose bezeichnet, wenn sich beim Röntgen sichtbare Schädigungen zeigen. So lassen sich im Röntgenbild etwa Änderungen der Breite des Gelenkspaltes beobachten oder auch zusätzliche Verknöcherungen.

Eine Therapie, die die Ursachen der Arthrose durch einen neuen Aufbau von Knorpelmasse beseitigt, ist nicht verfügbar. Im Handel werden verschiedene Präparate und Nahrungsergänzungsmittel angeboten, von denen die Hersteller behaupten, sie würden zum Neuaufbau von Knorpelmasse führen. Für die Wirksamkeit dieser Mittel, die häufig Gelatine enthalten, fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis. Oral zugeführte Gelatine wird als Eiweißlieferant vom Körper verdaut und steht somit nicht als Substanz für den Knorpelaufbau zur Verfügung. Die meisten Präparate, die vertrieben werden, sind aber unschädlich. Einem Selbstversuch von Betroffenen steht daher nichts im Wege.

Wenn auch eine kausale Therapie nicht möglich ist, so gibt es doch Verfahren, mit denen sich die Beschwerden bei einer Arthrose mindern lassen.

Oftmals lindern physikalische Verfahren wie eine Wärmebehandlung oder Krankengymnastik die Schmerzen. Wirksam sind auch Medikamente mit Cortison oder, bei starken Schmerzen, betäubende Mittel. Auch Hyaluronsäure kann bei einigen Gelenken die Schmerzen verringern und die Bewegungsfähigkeit erhöhen. Wenn die Gelenke der unteren Extremitäten betroffen sind, können orthopädische Maßnahmen, bei denen das Schuhwerk angepasst wird, Linderung verschaffen.

Eine Vorbeugung gegen Knorpelschäden und Arthrose ist grundsätzlich möglich. Da es sich aber um eine Schädigung handelt, die schleichend und in Abhängigkeit von der Gelenkbeanspruchung auftritt, müssen prophylaktische Maßnahmen sehr früh ansetzen. Die wesentlichen vorbeugenden Maßnahme liegen in der Vermeidung unnötiger Belastung und dem Training der Muskeln und Gelenke. Daher sollten bereits früh Dauerbelastungen durch zu hohes Körpergewicht vermieden werden und eine regelmäßige sportliche Betätigung erfolgen. Daneben gibt es Hinweise darauf, dass auch die Nahrung einen Einfluss auf die Entstehung von Knorpelschäden hat. Eine ausgewogene Ernährung und vor allem die hinreichende Zufuhr von Flüssigkeit werden als grundlegend für die Vorbeugung gegen Knorpelschäden eingeschätzt.