Bandscheibe

Die Bandscheibe ist ein faserknorpeliger Puffer, der zwischen den Wirbeln unserer Wirbelsäule zu finden ist. Der Mensch hat 23 Bandscheiben, die eine federnde bzw. puffernde Funktion besitzen. Während wir aufrecht stehen oder gehen oder auch beim Sitzen werden die Bandscheiben belastet. Diese Belastung hat zur Folge, dass der Kern der Bandscheibe (Gallertkern oder auch Wasserkissen) Flüssigkeit verliert, die er während des Schlafs bzw. in liegender Ruhestellung wieder aufnimmt. Durch diese Art Diffusion wird die Bandscheibe mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Die Bandscheibe trägt entscheidend zu der starken Flexibilität der Wirbelsäule bei.

Belastungen der Bandscheibe:

Alltägliche Belastungen wie Stehen, Gehen, Rennen, Hüpfen oder gewöhnliches Sitzen werden durch die Bandscheibe abgefedert. Allerdings wird jede einzelne Bandscheibe bei der Abfederung etwas zusammengedrückt. Da das zu tragende Gewicht von der Halswirbelsäule (HWS) zur Lendenwirbelsäule (LWS)  zunimmt, werden die Bandscheiben im unteren Bereich mehr belastet und damit im Laufe eines Tages auch etwas mehr zusammengepresst. Der Gallertkern der Bandscheibe, der aus reichlich Wasser besteht, verliert er mit jeder Belastung ein wenig dieser Flüssigkeit. Daher reduziert sich die Körpergröße je nach Belastungsgrad um bis zu drei Zentimeter vom Morgen bis zum Abend. Bei längere Menschen kann der Größenverlust höher ausfallen als bei kleineren Menschen, natürlich jeweils in Abhängigkeit des Belastungsgrades. Am nächsten Tag ist die ursprüngliche Körpergröße wieder fast zu 100% hergestellt. Der Körper regeneriert sich.

Schwangerschaft:

In einer Schwangerschaft sollten Sie sich darüber keine Gedanken machen, denn es handelt sich nicht um eine außergewöhnliche oder permanente Belastung. Zudem ist Reduktion der Körpergröße eine völlig natürliche Angelegenheit. Gönnen Sie sich einfach mehrere Pausen.

Übergewicht:

Übergewichtige Menschen sollten etwas vorsichtiger sein. Durch das Übergewicht kommt es zu einer dauerhaft höheren Belastung aller Gelenke im Körper. Nicht nur die Bandscheiben im Bereich der Lendenwirbelsäule müssen nun ein höheres Gewicht abfedern, sondern auch das Hüftgelenk, das Kniegelenk und das Sprunggelenk eine zusätzliche Belastung tragen. Die Knorpel innerhalb der Gelenke können dadurch einen höheren Abrieb abrieb aufweisen oder bei Überlastung einreißen. Ein Knorpelschaden könnte dann zu einer Arthrose führen.

Alter:

Die Bandscheiben sind fest verbunden mit den Wirbelknochen. Ein altersbedingter, natürlicher Degenerationsprozess kann im Alter zu einer Verknöcherung der Bandscheiben führen. Auch dadurch verliert man an Körpergröße.

4 Gedanken zu „Bandscheibe

  1. Frank

    Altersbedingt wird die Diffusion bzw. der nährstoffhaltige Austausch von Flüssigkeiten des Gallertkerns einer Bandscheibe verringert. Dadurch kann es zu einer Austrocknung mit anschliessender Verknöcherung der Bandscheibe kommen. Dies führt zu einer Bewegungseinschränkung im Alter.

    Beste Grüße
    Frank

  2. Heinz1951

    Apropos Belastung der Bandscheibe: mir ist es gestern richtig reingefahren als ich einem Freund bei seinem Umzug helfen wollte. Eigentlich fühlte ich mich körperlich fit, muss mir aber wohl eingestehen, dass ich mit über 60 solchen Belastungen nicht mehr gewachsen bin: das Wohnzimmersofa hatte bestimmt 50 kg, war unhandlich und hat mir beim ersten Anheben einen stechenden Schmerz in der Bandscheibe versetzt. Nachdem ich mich dann fast einen Tag nicht bewegen konnte, geht es mir heute schon viel besser. Die regenerativen Fähigkeiten des Menschen sind immens. Man sollte nur dann den Orthopäden aufsuchen wenn sich der Rückenschmerz über einen längeren Zeitraum nicht bessert.

    Gruß Heinz

  3. A-066525

    Zum Thema Bandscheibenvorfall

    Mit einem Bandscheibenvorfall ist das normale Leben noch lange nicht vorbei.
    Man ist eingeschränkt in der Bewegung und jeder Schritt, jede Bewegung schmerzt ohne Ende.
    Jeder Gang zum Arzt wird zu einer Qual, aber man ist erleichtert nach der so genannten Superspritze.
    Doch die Spritze befreit nur vom Schmerz und bekämpft aber die Ursache nicht.
    Dennoch ist ein Bandscheibenvorfall nicht das Ende der normalen Bewegungsfreiheit.

    Eine Operation kommt bei akuten Bandscheibenvorfällen nicht immer in Betracht, denn die Medizin ist heute sehr weit und es werden Alternativen angeboten um einen Eingriff vorzubeugen. Natürlich abhängig vom Alter des Patienten und seiner Lebenssituation, sowie seinem Lebensstils ist es dem Arzt zu verdanken, dass sich der Patient darauf einstellen kann und wohl muss.

    Mein Teampartner, also mein co.Trainer einer Fußballmannschaft hatte einen Bandscheibenvorfall und musste sich einer Operation unterziehen.
    Nach 6 Monaten war er wieder komplett einsatzfähig und konnte alle Trainingseinheiten mitmachen.
    Es war aber nicht nur die Operation, die ihn wieder auf die Beine brachte, sondern die intensive Behandlung eines Physiotherapeuten, die sich über die ganze Zeit hinzog.

    Das wohl wichtigste der ganzen Therapie ist der Aufbau der Bauch und Rückenmuskulatur.
    Dem ganzen Leid eines Bandscheibenvorfalls kann man aber vorbeugen indem die Rücken- und Bauchmuskulatur gezielt trainiert werden.

    Je jünger ein Bandscheibenpatient ist, um so seltener wird ein operativer Eingriff vorgenommen: denn junge Muskeln lassen sich schneller wieder aufbauen und stärken, als ältere Muskeln.
    Das Aufsuchen eines Orthopäden ist bei Rückenschmerzen allerdings zu empfehlen. Der Orthopäde ist in Sachen Knochen und Muskulatur geschult und weiss die Situation richtig einzuschätzen.

    Vorbeugen ist besser als sich sofort unters Messer zu legen, also sollte ein jeder seine Muskulatur mit gezielten Rücken und Bauchtraining stärken.
    Es gibt sehr viele Trainingsarten für Bauch und Rücken, die helfen können. Und nicht nur die Ärzte beraten Sie umfangreich, sondern auch fast jedes Fitnessstudio bietet heute eine Rückenschulung an, mit der sich jeder vorbeugend trainieren kann.

    Vorbeugen ist besser als jede Operation, den jede Operation bedeutet einen Eingrif in den Körper mit einer Vollnarkose.
    Vollnarkosen sollten nur in Betracht kommen, wenn das Leben auf dem Spiel steht.
    Fazit: Vorbeugen ist meines Erachtens das A und O der ganzen Sache.

  4. Aidabella Artikelautor

    Meine Erfahrung mit einer Bandscheibenwölbung:

    Es war eine schlimme Erfahrung in meinem Leben. Ich verspürte bereits am Tage zuvor im Bereich der Lendenwirbel ein seltsames Ziehen. Es ähnelte dem Gefühl, als ob die Muskulatur geschwächt sei, ähnlich als hätte man sich unterkühlt. Ich nahm die Beschwerden nicht besonders ernst, da ich in diesem Bereich zuvor noch nie Probleme hatte. Im Keller wollte ich dann morgens einen Karton von etwa 4 kg Gewicht aufheben, bückte mich, umfasste den Karton mit den Händen und wollte ihn hochheben. Bereits im ersten Ansatz durchfuhr mich im Bereich der Lendenwirbel ein Schlag. Ich war faktisch bewegungsunfähig und ließ den Karton aus den Händen entgleiten. In meiner Hilflosigkeit ging ich auf die Knie, und legte meinen Oberkörper über die Seite auf den Boden ab. Dort blieb ich dann für etwa vier Stunden liegen und war nicht in der Lage, mich irgendwie zu bewegen. Ich war steif wie ein Brett, jede Bewegung schmerzte. Da ich alleine war und drohte auszukühlen, drehte ich mich über die Seite auf Knie und Hände und robbte im Schneckentempo zur Couch. Dort quälte ich mich in eine waagerechte Liegeposition, in der ich praktisch die nächsten 14 Tage verbrachte. Am nächsten Tag wurde ich in einem Kernspintomographen untersucht. Die Ärzte stellten fest, dass ich eine Bandscheibenwölbung erlitten hatte. Es wurde nichts weiter veranlasst. Mir wurde lediglich Ruhe verordnet und ein Schmerzmittel mit nach Hause gegeben.

    Die Ursache wurde mir nach und nach klar. Ich hatte die letzten 20 Jahren praktisch nur am Schreibtisch oder im Auto verbracht. Nicht unbedingt unbemerkt, aber doch mehr oder weniger gleichgültig hatte sich mein Rücken verkrümmt. Die Muskulatur, vor allem im Rückenbereich, war schlecht ausgebildet und wenig trainiert. Meine Konsequenz war klar. Der Arzt verschrieb mir zusätzlich Übungsstunden in eigenem Fitnessstudio. Einige Stunden Krankengymnastik hatten effektiv nichts gebracht, zumal ich auch nicht die Motivation und die Geduld hatte, die aus meiner Sicht zu einfachen Übungen regelmäßig auszuführen. Im Fitnessstudio ging es allerdings recht schnell aufwärts. Mit speziell auf diesen Problembereich der Bandscheiben ausgerichteten Übungen konnte ich meine über die letzten Jahre vernachlässigte Muskulatur, insbesondere im Rückenbereich, wieder aufbauen. Mit der Zeit fasste ich auch wieder Vertrauen in meine Rückenmuskulatur und getraute mich, mich wieder nach vorne zu beugen oder gar zu bücken. Da ich das Krafttraining über die Jahre geduldig fortgeführt habe und angesichts meiner Fortschritte auch gut motiviert war, fühle ich mich heute im Grunde wieder beschwerdefrei. Ich achte darauf, schwere Lasten nicht aus dem Rücken zu heben, sondern die Knie zum Einsatz zu bringen und den Rücken dabei gerade zu halten.

    Lediglich dann, wenn ich einige Kilo zu schwer gehoben habe, verspüre ich einige Zeit danach wieder so eine Art Schwächegefühl im Lendenwirbelbereich, in dem sich offenbar die Muskulatur verhärtet. Gute Hilfestellung leistet mir dann ein Moorwärmekissen. Dieses wird in der Mikrowelle über zwei Minuten erhitzt und speichert die Wärme für mindestens 30 Minuten. Im Rücken führt es zu einer recht zügigen Entspannung der Muskulatur und Beschwerdefreiheit.

    Außerdem haben wir uns eine neue Wohnzimmercouch angeschafft. Ich hatte nämlich festgestellt, dass ich nach längerem Sitzen auf der Couch in der Rückenmuskulatur schnell ermüdete und auch am nächsten Tag angespannt war. Die alte Couch bot dem Rücken wenig Widerstand, während die neue Couch gerade im Lendenwirbelbereich gut ausgebaut ist und den Rücken dort abstützt. Auch ein neuer Bürostuhl leistet gute Dienste. Er ist ebenfalls im Lendenwirbelbereich stark unterstützt und erleichtert das längere Sitzen. Ich bin bemüht, bei der Arbeit am Schreibtisch regelmäßig aufzustehen, laufe durchs Haus und gebe dem Rücken Gelegenheit, sich etwas zu entspannen. Beim Autofahren erweist es sich als vorteilhaft, wenn ich mir ein kleines Handbuch in den Lendenwirbelbereich lege, dass die Rückenmuskulatur abstürzt.

    Auch eine neue Matratze im Bett erwies sich als eine sinnvolle Anschaffung. Es gibt heutzutage Matratzen, die auf die unterschiedlichen Druckverhältnis des menschlichen Körpers ausgerichtet sind und dort, wo der Lendenwirbelbereich auflegt, den Körper etwas stärker abstützen als in dem Bereich, in dem der Po liegt. Welche Matratze jeweils geeignet ist, muss jeder für sich selbst feststellen. Man sollte sich nicht scheuen, das Angebot der Möbelhäuser zum Probeliegen anzunehmen und sich die Mühe machen, sich einmal 20 Minuten auf eine Matratze zu legen und zu sehen, wie der Körper damit zurecht kommt. Das Gefühl, ob man richtig liegt, stellt sich erst heraus, wenn man einige Zeit liegt und einige Matratzen durchprobiert hat.

    Ferner habe ich festgestellt, dass ich beim Joggen Probleme bekomme, da der Lendenwirbelbereich offenbar zu stark belastet wird. Allein mit besser gepolsterten Laufschuhen ließ sich das Problem nicht bewältigen. Es stellte sich vor allem auf dem Laufband im Fitnessstudio heraus, bei dem ich offensichtlich mit zu großer Wucht auftrat. Inzwischen bin ich ein eifriger schneller Geher und fühle mich nach einer Stunde schnellem Gehen rundherum richtig wohl.

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