Schmerzen im Handgelenk

Die Bedeutung des Handgelenks
Die menschliche Hand macht uns Menschen fast genauso wie unser Gehirn zu dem, was wir sind: Denn was würde es uns Nutzen, denken zu können, wenn wir unser Denken und Planen nicht auch umsetzen könnten. Der Mensch ist ebenso sehr, wie er ein denkendes Wesen ist, auch ein schaffendes und kreierendes Wesen. Er möchte Aufgaben erfüllen und Dinge verwirklichen, und dies tut er überwiegend mit seiner Hand. Und da kommt das Handgelenk ins Spiel, denn es stellt zusammen mit Fingergelenken, Muskeln, Bändern, Sehnen und Nerven sicher, dass der Mensch seine Hand bewegen und nutzen kann. Mit einem erkrankten oder gar funktionsuntüchtigen Handgelenk geht dies nicht.

Kurze Beschreibung des Handgelenkes
Das menschliche Handgelenk ist das aus mehreren Gelenken zusammengesetzte Gelenk der Handwurzel, analog zur üblichen zoologischen Bezeichnung für alle Vierfüßler Vorderfußwurzelgelenk genannt. Es besteht aus dem proximalen Handwurzelgelenk, dem distalen Handwurzelgelenk, den Interkarpalgelenken, den Karpometakarpalgelenken und den Intermetakarpalgelenken. Vom Aufbau her sind diese einzelnen Gelenke unterschiedlich gestaltet, als Ellipsoid- oder Eigelenk, als Scharniergelenk oder als Wackelgelenke.
Zusammengehalten und in der Bewegung geführt werden diese Gelenke durch eine Anzahl von Bändern, gesteuert werden sie durch die Nerven und die Muskulatur.
Zusammen ermöglichen diese Komponenten des Handgelenkes die Beugung, Streckung und Abspreizung der Hand.

Ursachen für Erkrankungen des Handgelenkes
Als Ursachen für Erkrankungen des Handgelenkes kommen Unfälle und Brüche, rheumatische Erkrankungen, Entzündungen (Sehnenscheidenentzündung), Bänderrisse, Arthrose (Abnutzung) und andere infrage.
Das Karpaltunnelsyndrom, um das es im Folgenden gehen soll, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Handgelenkes.

Beschreibung des Karpaltunnels
Als Karpaltunnel wird eine von Bindegewebe fest umgebene Röhre bezeichnet, die vom Unterarm zur Palmarseite des Handgelenkes (Daumenseite, Handinnenfläche) verläuft. Durch diesen Tunnel verlaufen sowohl neun Beugesehnen, die Daumen und Finger beugen, als auch ein Nerv mit Namen Nervus Medianus, der die Bewegungen des Daumens, des Zeigefingers und des Mittelfingers steuert, vegetative Funktionen erfüllt und Empfindungen weiterleitet. Der Karpaltunnel ist von seinem Aufbau und seiner Lage her eine Art Engpass und von daher möglicherweise für Störungen, Verletzungen und Erkrankungen anfällig.

Das Karpaltunnelsyndrom
Unter einem Karpaltunnelsyndrom versteht man starke Schmerzen und Missempfindungen in der Hand, die durch Druck auf und Einengung des Nervus Medianus im Bereich des Karpaltunnels entstehen. Die Gründe dafür können Unfälle, Überlastung, eine von vornherein bestehende konstitutionelle Enge oder auch Entzündungen sein; aber auch Stoffwechselerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion oder gar eine Schwangerschaft gehen oft mit dem Karpaltunnelsyndrom einher.

Symptome sind anfangs und im weiteren Verlauf:
Nächtliche Schmerzen und diffuse Missempfindungen (Ameisenlaufen) in der Hand, die jeweils auch in den Arm ausstrahlen können. Erstmals tritt dies häufig nach Überlastung des Handgelenkes (z.B. Fahrrad fahren oder ausgedehnte Schreibarbeiten) auf. Später treten die Störungen und Schmerzen auch ohne erkennbaren Grund auf. Weitere vegetative Störungen (Taubheit) und Schwäche beim Zupacken können entstehen.
Der Druck auf den Nervus Medianus schädigt diesen unbehandelt auf Dauer. Dies führt dann zu Einschränkungen der Feinmotorik und Sensibilität, zum Fortschreiten der Schwäche und Muskelschwund im Daumenbereich, zur Minderung des Tastgefühls, zu Behinderung durch Funktionsminderung des Daumens und letztlich zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen.

Wenn Sie solche Schmerzen, Missempfindungen und Einschränkungen regelmäßig an sich feststellen, dann ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden. Der Arzt kann ein Karpaltunnelsyndrom durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sicher feststellen und entsprechende Behandlung einleiten.

Eigene Erfahrungen
Ich selbst kenne, nach Belastungssituationen Beschwerden und (nächtliche) Schmerzen, wie sie hier beschrieben werden. Da sie aber bei mir bisher nur selten aufgetreten sind, habe ich sie meiner Ärztin noch nicht geschildert.

Die Beschwerden einer Kollegin sahen da schon ganz anders aus: Sie klagte zunehmend darüber, dass ihr die Hand bei jeder Bewegung wehtue, dass sie schon mit Schmerzen aufwache und zeitweise gar nichts mehr fühle. Sie wurde krankgeschrieben und schließlich erfolgreich operiert.

Eine Freundin hatte vor Jahren einen Unfall, bei dem das Handgelenk schwer verletzt wurde. Jetzt ist sie behindert, denn auch nach Operation und Behandlungen, die die Funktionstüchtigkeit der Hand an sich wiederherstellen sollten, klagt sie regelmäßig über Schmerzen, Schwäche, nicht Zupacken und Festhalten können. Obwohl ein Karpaltunnelsyndrom normalerweise gut behandelbar und heilbar ist, haben ihr auch Folgebehandlungen und neuerliche Operation nicht mehr ausreichend helfen können, da der Nerv zu sehr geschädigt war.

Behandlungsmethoden

Konservative Behandlung
Im Anfangsstadium eines Karpaltunnelsyndroms kann eine konservative Behandlung ausreichend sein. Das heißt, dass die Erleichterung durch das Tragen spezieller Schienen oder Stützverbände genügend Entlastung bringt. Spezielle Schienen, die den Karpaltunnel dehnen und öffnen, wodurch die quer liegenden Bänder dann verlängert werden, wirken entlastend und vermindern den Druck auf den Nerv. Dadurch kann die entstandene Entzündung abheilen.
Geeignete Übungen, die auch ohne Operation möglicherweise helfen, kann man über das Internet oder in Büchern zum Thema finden. Allerdings sollte diese Selbsthilfe nicht die einzige Maßnahme sein, da das Syndrom fortschreitend eben auch zu schwerwiegenden Behinderungen führen kann.

Operative Behandlung
Hier gibt es zwei Verfahrensweisen: Die offene Operationstechnik, mit Sicht auf das Operationsfeld, und die endoskopische Technik, das heißt, die Operation mit endoskopischen Instrumenten von innen. Generell werden die Eingriffe unter Vollnarkose durchgeführt und gelten im Allgemeinen als sehr sicher. Über Einzelheiten und Risiken wird Sie der behandelnde Arzt aufklären.

Der Erfolg der Operation hängt im Wesentlichen davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestanden, und in welchem Ausmaß der Nerv geschädigt ist. In vielen Fällen behebt die Operation die Schmerzen und Beschwerden sofort, und es wird empfohlen, so früh wie möglich mit funktionellen Bewegungsübungen die volle Funktionsfähigkeit der Hand wieder herzustellen.

Sofern schon Missempfindungen, Muskelschwäche und andere Störungen aufgetreten waren, kann die vollständige Heilung auch etwas länger dauern oder es können leichte Behinderungen bestehen bleiben.

Natürlich kann es, wie bei jeder Operation auch zu Komplikationen und Operationsfolgen kommen.
Davor haben viele Betroffene Angst und halten lieber weiter ihre Schmerzen aus.
Eine Recherche im Internet zeigte mir allerdings, dass viele Betroffene froh waren, die Operation durchgeführt zu haben, da sie erfolgreich von den Schmerzen und Beschwerden befreien konnte.

Schlusswort
Zum Schluss noch einmal: Sollten Sie die beschriebenen Schmerzen und Beschwerden an sich feststellen, dann schieben Sie eine Untersuchung und genaue Diagnose durch einen Neurologen in Ihrem eigenen Interesse bitte nicht auf die lange Bank. Durch geeignete und frühzeitige Maßnahmen können Sie gravierende Schäden vermeiden.

Weiterführende Links:
Themenbereich Karpaltunnel auf inkubator-verctoring.de