Archiv für den Monat: Mai 2012

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Kniegelenk/Meniskus

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Das Kniegelenk gilt als das größte Gelenk der meisten Säugetierarten. Sicherlich nicht grundlos, denn wenn man den Umfang des Gelenks betrachtet, ist das Kniegelenk tatsächlich das größte – und das nicht nur beim Menschen. Das menschliche Kniegelenk besteht zudem zu einem sehr großen Teil aus Knorpel. Und genau diese Knorpelscheiben, fachsprachlich Menisken, sind es, die im Laufe der Zeit zu einem Problem werden könnten. Denn oftmals nutzt sich der Knorpel zu stark oder auch zu schnell ab. Jedoch können im Laufe der Zeit auch die Sehnen und das oftmals stark belastete Gelenksgewebe Beschwerden verursachen.

Das Kniegelenk besteht, wie bereits angedeutet, zu großen Teilen aus Knorpel. Hinzukommen Muskeln, Sehnen und Gewebe, die für einen reibungslosen Bewegungsablauf und für eine optimale Beweglichkeit sorgen sollen. Da eine Abnutzung, besonders die des Knorpels, allerdings nichts Ungewöhnliches ist, lassen diese Eigenschaften mit dem Alter und mit der Zeit etwas nach. Inwieweit und in welcher Form hängt aber immer vom Einzelfall ab.
Das Kniegelenk: Aufbau und Funktion
Schaut man sich das Kniegelenk im Längstschnitt oder auf anatomischen Zeichnungen an, wird man erkennen, dass es jeweils aus zwei Menisken besteht. Und zwar aus dem Innen- und Außenmeniskus. Diese sind sichelförmig und befinden sich genau zwischen dem Schienbeinplateau und den Oberschenkelkondylomen. Hier dienen sie als Stoßdämpfer, als Formangleicher aber auch als Stabilisierung des Gelenkes. So sorgen sie dafür, dass ein reibungsloser und flüssiger Bewegungsablauf des gesamten Gelenkapparates möglich wird. Dafür müssen sie verständlicherweise zugleich fest und dennoch flexibel sein. Genau dafür sorgen die Bänder im Kniegelenk. Jeweils ein Innenband, ein Außenband und ein vorderes und hinteres Kreuzband halten die Menisken fest an Ort und Stelle – ermöglichen diesen aber auch, sich vollkommen frei mit dem Gelenk zu bewegen.
Für eine absolut fehlerfreie Funktion des Kniegelenks müssen alle tragenden Funktionsfaktoren in bestmöglichem Zustand sein. Das bedeutet, dass alle Sehnen und Muskeln, sowie auch das Gewebe in einem gesunden und guten Zustand sein sollten. Zeitgleich sollte aber auch der Knorpel in ausreichender Form vorhanden sein. Denn er arbeitet im Kniegelenk als „Stoßdämpfer“ für die Bewegungsabläufe. Treten Schmerzen beim Bewegen des Knies auf, ist ein Mangel an Knorpel eine sehr häufige Ursache. Ähnlich sieht es jedoch auch mit einem entzündeten oder erkrankten Meniskus aus. Denn die Menisken sind es, die bei einem Mangel an polsterndem Knorpel „anecken“ könnten. Und das ist es letztendlich, was recht häufig spürbare Schmerzen verursacht.
Der natürliche Verschleiß der Menisken
Eigentlich lässt sich sagen, dass sich mit jedem Schritt den wir tun etwas Knorpel abreibt. Grundlegend ist das ein natürlicher Vorgang, dem der Körper – soweit er kann – selbst entgegenzuwirken versucht. Etwa, indem er den angeschlagenen Knorpel erneuert und repariert. Mit dem Alter lässt allerdings auch die körpereigene Regeneration langsam nach. Der Körper erneuert den Knorpel zwar immer noch, benötigt dazu aber beispielsweise mehr Zeit, als es in jüngeren Jahren der Fall war. Daher sollte man es ruhig ab und zu langsamer angehen lassen, wenn man die ersten Beschwerden verspürt – und auch ein Gang zum Arzt wäre hier mehr als nur sinnvoll. Auch, weil der Meniskus durch bestimmte Faktoren jederzeit krankhafte Abweichungen aufweisen kann. Deshalb ist es ungemein wichtig, Schmerzen und Bewegungsstörungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Hierbei spielt es aber natürlich auch eine Rolle, wie „gewissenhaft“ man mit seinen Gelenken umgegangen ist. Starkes Übergewicht oder unnatürlich drastische Belastungen der Kniegelenke können sich ebenso negativ auf den Verschleiß der Menisken und des gesamten Kniegelenks auswirken wie ein Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung. Warum genau ist das so? Zum einen, weil Übergewicht die Gelenke überdurchschnittlich belastet. Gleiches gilt für eine zu starke Belastung der Gelenke durch zu heftigen Sport oder durch ständig durchgeführte, anatomisch bedenkliche Bewegungsabläufe. Durch Bewegungsmangel „verkümmern“ hingegen die Muskeln, die dem Gelenk wertvollen Halt geben. Und zum anderen spielt auch die richtige Ernährung eine große Rolle, da der Körper nur mit den richtigen Vitaminen und Spurenelementen dafür sorgen kann, dass der Knorpel sich wenigstens zum Teil erneuert und nachbildet.
Der Meniskus als Fremdkörper – fehlerhafte und defekte Knorpelscheiben
Ein erkrankter oder defekter Meniskus verändert oft die eigene Beschaffenheit. Der Knorpel wird spröder und weist recht oft Risse auf. Sehr oft lösen sich auch Knorpelteile und geraten in das Gelenk. Dadurch stören sie den reibungslosen Bewegungsablauf, denn lose Meniskusteilchen wirken im Gelenk wie ein Schädling oder Fremdkörper. Sie sorgen für zusätzliche Reibung und können das Gelenk im schlimmsten Fall sogar blockieren. Das kann Verletzungen verursachen. Manchmal spüren die Betroffenen diesen Fremdkörper sogar – indem sie plötzlich eine bestimmte Bewegung gar nicht mehr, nur erschwert oder unter Schmerzen ausführen können. Die notwendige Behandlung wäre in diesem Fall ein operativer Eingriff, bei dem die losen Teilchen aus dem Gelenk entfernt werden. Jedoch wird bei einem porösen Meniskus oft im Laufe der Operation auch defekter vom gesunden Knorpel abgetragen – um vorzubeugen. Dadurch wird der Verschleiß gleichzeitig aber beschleunigt.
Hinzukommt, dass sich der Meniskus nur zu Teilen selbst heilen kann. Der Grund ist der, dass eigentlich nur die Basis durch eine direkte Anbindung an die Arterien stets gut versorgt wird. Umso weiter sich der Knorpel im Zentrum befindet, und daher auch von der Basis des Gelenks entfernt ist, umso schlechter wird er versorgt. Hier ist der Verschleiß nachweislich auf Dauer allerdings am stärksten, denn hier findet zeitgleich auch der stärkste Abrieb statt. Der Grund: Genau hier verrichtet der Meniskus die meiste Arbeit.
Verschleiß und Beschwerden vorbeugen?
Dem natürlichen Verschleiß lässt sich nur sehr bedingt entgegenwirken. Die besten und wohl auch nachhaltigsten Methoden sind wohl die, bereits dann auf sich und seine Gelenke zu achten, wenn noch keine Beschwerden vorliegen. Am wichtigsten ist es dabei aber auch, auf ein gesundheitlich unbedenkliches Gewicht und auf einen gesunden und doch ausgewogenen Bewegungsplan zu achten. Zuviel ist als gezielte Vorbeugung aber ebenso fehl am Platz wie zu wenig. Hier muss man das richtige Mittelmaß finden. Nahrungsmittelergänzungen, die versprechen der Knorpelbildung auf die Sprünge zu helfen, sind dabei von eher mäßigem Erfolg gekrönt. Zwar greifen diese dem Körper tatsächlich ein wenig unter die Arme, sie werden aber keine Wunder bewirken.