Archiv für den Monat: Januar 2012

Störfall im Rücken: Focus Ausgabe 3/12

Im Focus Ausgabe 3/12 wurde ein sehr guter Artikel über das Thema „Rücken ohne Schmerzen“ veröffentlicht. Für alle Rückenleidenden bzw. Bandscheibengeschädigten ist die Lektüre nur zu empfehlen.
In dem Artikel wurde darauf hingewiesen, dass bei bestimmten Patienten ein neuartiges, medizinisches Trainingsprogramm zu einer deutlichen Verbesserung des Rückenleidens verhelfen konnte. Bei dem Programm handele es sich um eine Kombination der Bewegungstherapie gekoppelt mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sportpsychologie.
„Der Trend geht weg von passiven Behandlungen, langen Krankschreibungen und Operationen hin zu einer Strategie, bei der Patienten selbst aktiv werden sollen und die Ärzte sich mit Eingriffen zurückhalten.“

Auf die richtige Bewegung kommt es an:
Viele Patienten wissen immer noch nicht, dass Bewegung einen entscheidenden Einfluss auf das Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ hat. Auf http://www.inkubator-vectoring.de haben etliche Autoren in einer Vielzahl von Artikeln auf diesen Punkt hingewiesen. Jeder Knorpel in unserem Körper hat eine bestimmte „Bewegungs- oder bewegungsunterstützende Funktion“ innerhalb unserer Gelenke. Gelenke werden in der Regel entweder

  • durch zu hohe Beanspruchung abgenutzt oder aber
  • durch zu wenig Bewegung geschädigt.
  • Altersbedingte Regeneration oder
  • genetische Ursachen können ebenfalls Gründe für Gelenkschmerzen sein.

Der Artikel des Focus zielt hier insbesondere auf Patienten mit zu wenig Bewegung. Denn bei mangelnder Versorgung der Knorpel durch Gelenkschmiere kann es zu Rissbildungen kommen, die später zu einer Arthrose führen. Zudem ist fast jedes Gelenk im menschlichen Körper von einer Gelenkkapsel umgeben, deren Stabilität in besonderem Maße von einem Sehnenapparat und Muskelfasern gefestigt werden.
Die Stabilität der Gelenke lässt sich also ganz klar antrainieren und so ein Arthrose-Risiko minimieren.
Wohlgemerkt, dies gilt bei einem medizinischen Trainingsprogramm aber hat keine Allgemeingültigkeit.

Die Bandscheibe hingegen ist eine knorpelfaserige Verbindung zwischen den Wirbeln, deren gallertartiger Kern für Elastizität sorgt. Bei Ingangsetzung des menschlichen Bewegungsapparates wird durch Druck Flüssigkeit aus dem Gallertkern einer Bandscheibe gepresst, die in den Ruhephasen durch Diffusion wieder aufgesaugt wird. Dieser Flüssigkeitsaustausch ist für die Versorgung der Bandscheiben mit Mineralien etc. wichtig. Durch längere Bettruhe beispielsweise bleibt die notwendige Versorgung aus. Daher sollte man die Wirbelsäule auch bei Rückenschmerzen belasten.

Wir können also davon ausgehen, dass Bewegung unseren Gelenken und Bandscheiben nicht nur gut tut, sondern ihre „überlebensnotwendige“ Versorgung sicherstellt.

Zu hohe Belastungen sind schädlich:
Leider wird in dem Artikel aus meiner Sicht der Dinge zu wenig auf Abnutzungserscheinungen der Knorpel eingegangen, die durch zu hohe Beanspruchung der Gelenke zurückzuführen ist. Egal ob Kniegelenk oder Facettengelenk, Hüftgelenk oder Bandscheibe: eine übermäßige Beanspruchung unserer Gelenke kann sich ebenso negativ auswirken wie die Nicht-Beanspruchung. Beispielsweise ist gerade der Volkssport Fußball eine nicht zu unterschätzende Risiko-Sportart was Verletzungsgefahr und Beanspruchung des Kniegelenks und des Sprunggelenks angeht. Aber auch die permanente Überbeanspruchung der Wirbelsäule in manchen Berufen, etwa von Forstarbeitern, kann Schäden hinterlassen, die sich im Alter nur schwer beheben lassen.

Informieren Sie sich:
Sollten Sie unter Kreuzschmerz leiden, sind Informationen über das Krankheitsbild von besonderer Wichtigkeit. Es gibt viele Ärzte, die sich innerhalb des breitgefächerten Themas Orthopädie auf die Wirbelsäule spezialisiert haben. Ob Ihnen eine minimalinvasive Therapie, ein medizinisches Trainingsprogramm oder der Einsatz von Hyaluronsäure hilft, sollte Ihnen der Orthopäde oder Physiotherapeut Ihres Vertrauens sagen. Sie sind zudem gut beraten mehrere Meinungen einzuholen.

Zusammenfassung:
Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein medizinisches Trainingsprogramm durchaus geeignet sein kann, die Lebensqualität von Patienten mit Kreuzschmerz deutlich zu verbessern. Vor einer Operation sollten Sie prüfen, ob dieser Weg für Sie persönlich in Frage kommt.