Archiv für den Monat: Mai 2011

Hexenschuss durch Knorpelschaden

Es fing alles mit einem Knorpelschaden an:
Wenn ich nur daran denke, wie es mich zum ersten Mal richtig erwischte mit dem Hexenschuss, läuft es mir auch heute noch eiskalt den geplagten Rücken herunter. Ich war gerade beim Kochen und streckte mich, um ein Gewürz vom Regal zu holen. Es war Muskatnuss, aber das ist ja nebensächlich. Denn was dann passierte, war schlimmer als alles, was ich mir jemals an Schmerzen hätte ausmalen können. Als hätte mir jemand ein Messer, nein, mehrere, in den Rücken gerammt. Ich war augenblicklich total blockiert im ganzen Kreuz, da ging nichts mehr.
Der Versuch, alleine auf meinen zwei Beinen aus der Küche zu kommen, verursachte mir noch mehr Schmerzen. Mit letzter Kraft schaltete ich die Herdplatten aus und schleppte mich mit kleinen Trippelschritten bis ins Schlafzimmer. Ich stand vor meinem niedrigen Futonbett, wusste aber nicht, wie ich in dieses hinein kommen sollte. Einfach hinlegen ging nicht, es tat zu weh. Irgendwie schaffte ich es, indem ich zentimeterweise meine Position veränderte und langsam ins Bett kroch. Liegen tat fast genau so weh wie stehen, und umdrehen konnte ich mich schon gar nicht.
Am Bett habe ich glücklicherweise ein Telefon, und nach zwei langen Stunden holte ich Hilfe. Meine Nachbarin hat einen Hausschlüssel von mir und sie zögerte nicht lange und rief den Notarzt.

Mit dem Notarzt zum nächsten Orthopäden:
Der Krankenwagen brachte mich nur um die Ecke, weil in meiner nächsten Nachbarschaft eine große Chirurgie- und Orthopädiepraxis ist, die Notfälle behandeln muss.
Der Orthopäde untersuchte mich sofort und legte mir dann eine Infusion mit Schmerzmitteln an. Er telefonierte mit dem nächsten Krankenhaus, um einen Termin für ein MRT für mich zu legen, aber seine Diagnose stand schon fest und sie war, wie sich später dann heraus stellte, ein Volltreffer.

Diagnose Osteochondrose:
Ich habe Osteochondrose, also einen Knorpelschaden in der Lendenwirbelsäule. Einen Bandscheibenvorfall schloss er aus. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mal siebenundvierzig Jahre alt, das ist jetzt sechs Jahre her.
Diese Praxis sollte ich in den nächsten Jahren sehr oft von innen sehen, und daran hat sich leider auch bis heute nicht viel geändert.
Das teure Geld für das MRT hätte er der Krankenkasse ersparen können, denn der Arzt im Krankenhaus wiederholte exakt das, was ich bereits zu meinem Leidwesen gehört hatte. Aber er musste die Untersuchung ja machen lassen, um noch Schlimmeres als den Knorpelschaden ausschließen zu können.

Unbehandelter Knorpelschaden als Ursache:
Wie man zu solch einem Knorpelschaden kommt? Es ist wohl eine Zivilisationskrankheit, falsche Bewegung und Überlastung, falsche Ernährung, aber auch Veranlagung können eine Rolle spielen. Natürlich kann man sich auch bei einem Unfall einen solchen Knorpelschaden zuziehen, aber ich hatte mich nie am Rücken verletzt.
Eine ganze Woche lang bekam ich Infusionen, denn mein Arzt meinte, er möchte mein Schmerzgedächtnis möglichst ausschalten und ich müsse mich dringendst bewegen, sonst würde es noch schlimmer.
Ich musste meine Ernährung umstellen, da mein Säure-Basen-Haushalt durcheinander geraten war und ich nahm jetzt regelmäßig Kalzium.
Dann schickte er mich zum Physiotherapeuten zur Krankengymnastik. Die zehn Behandlungen halfen ein wenig und ich hatte eine Zeitlang zumindest vor schweren Schmerzen Ruhe. Aber immer öfter hatte ich minderschwere Schmerzattacken und fehlte bei der Arbeit.
Letztes Jahr erwischte es mich dann direkt an meinem Arbeitsplatz, als ich gerade einen Stoß Papiere für meinen Chef ordnete. Aber dieses Mal war es anders, auf einmal bekam ich rasende Schmerzen im Bereich der Schulterblätter in der Brustwirbelsäule. Den Kopf konnte ich überhaupt nicht mehr bewegen und meine Arme schmerzten fürchterlich. Mein Chef ist ein netter Kerl, er ließ alles stehen und liegen und fuhr mich zu meinem Arzt.
Als die Arzthelferinnen mein schmerzverzerrtes Gesicht sahen, nahmen sie mich sofort dran. Mein Orthopäde untersuchte kurz meinen Rücken, und da waren sie wieder, die gefürchteten Worte: Knorpelschaden aufgrund von Osteochondrose und eine massive Entzündung der quer gestreiften Muskulatur. Das ganze Spiel ging von vorne los, aber das hier war ein neu diagnostizierter Knorpelschaden, der viel weiter oben lag als der erste.
Ich bin so froh, dass ich einen verständnisvollen Chef habe, aber ich arbeite ja auch schon lange Jahre in seiner Firma. Denn das finde ich richtig schlimm, wenn kranke Menschen, die sowieso schon genügend Probleme haben, auch noch ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie ein wirtschaftlich nicht mehr tragbarer Faktor geworden sind.
Als die Entzündung der Muskulatur nach vier Tagen etwas nachließ, renkte mir mein Orthopäde kurzerhand noch zwei, drei Wirbel zwischen Hals- und Brustwirbelsäule ein. Sie hatten sich durch die permanente Schonhaltung wohl etwas verschoben. Es krachte ein wenig, aber das Einrenken tat mir überhaupt nicht weh.
Vor vier Wochen kam ich von einer Heilkur zurück, die mir meine Krankenkasse bis auf den Eigenanteil von zehn Euro am Tag voll bezahlt hat. Die Anwendungen mit Fango und die Aromabäder haben mir richtig gut getan. Ich nahm auch an der Wassergymnastik teil, aber die Ärztin hatte mir vorher schon gesagt, ich solle die Übungen langsam angehen und das tat ich auch.
Momentan geht es mir ganz gut, aber die latente Angst vor der nächsten Schmerzattacke und einem weiteren Knorpelschaden sitzt mir im wahrsten Sinne des Wortes im Nacken. Auch mache ich mir große Sorgen, dass die Krankheit fortschreitet und ich mich operieren lassen muss. Ich habe jetzt einen Schwerbehindertenausweis beantragt, und das mit dreiundfünfzig Jahren.

Anmerkung der Redaktion:
Ein Knorpelschaden an der Wirbelsäule kann der Orthopäde frühzeitig erkennen. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Schmerzen im Handgelenk

Die Bedeutung des Handgelenks
Die menschliche Hand macht uns Menschen fast genauso wie unser Gehirn zu dem, was wir sind: Denn was würde es uns Nutzen, denken zu können, wenn wir unser Denken und Planen nicht auch umsetzen könnten. Der Mensch ist ebenso sehr, wie er ein denkendes Wesen ist, auch ein schaffendes und kreierendes Wesen. Er möchte Aufgaben erfüllen und Dinge verwirklichen, und dies tut er überwiegend mit seiner Hand. Und da kommt das Handgelenk ins Spiel, denn es stellt zusammen mit Fingergelenken, Muskeln, Bändern, Sehnen und Nerven sicher, dass der Mensch seine Hand bewegen und nutzen kann. Mit einem erkrankten oder gar funktionsuntüchtigen Handgelenk geht dies nicht.

Kurze Beschreibung des Handgelenkes
Das menschliche Handgelenk ist das aus mehreren Gelenken zusammengesetzte Gelenk der Handwurzel, analog zur üblichen zoologischen Bezeichnung für alle Vierfüßler Vorderfußwurzelgelenk genannt. Es besteht aus dem proximalen Handwurzelgelenk, dem distalen Handwurzelgelenk, den Interkarpalgelenken, den Karpometakarpalgelenken und den Intermetakarpalgelenken. Vom Aufbau her sind diese einzelnen Gelenke unterschiedlich gestaltet, als Ellipsoid- oder Eigelenk, als Scharniergelenk oder als Wackelgelenke.
Zusammengehalten und in der Bewegung geführt werden diese Gelenke durch eine Anzahl von Bändern, gesteuert werden sie durch die Nerven und die Muskulatur.
Zusammen ermöglichen diese Komponenten des Handgelenkes die Beugung, Streckung und Abspreizung der Hand.

Ursachen für Erkrankungen des Handgelenkes
Als Ursachen für Erkrankungen des Handgelenkes kommen Unfälle und Brüche, rheumatische Erkrankungen, Entzündungen (Sehnenscheidenentzündung), Bänderrisse, Arthrose (Abnutzung) und andere infrage.
Das Karpaltunnelsyndrom, um das es im Folgenden gehen soll, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Handgelenkes.

Beschreibung des Karpaltunnels
Als Karpaltunnel wird eine von Bindegewebe fest umgebene Röhre bezeichnet, die vom Unterarm zur Palmarseite des Handgelenkes (Daumenseite, Handinnenfläche) verläuft. Durch diesen Tunnel verlaufen sowohl neun Beugesehnen, die Daumen und Finger beugen, als auch ein Nerv mit Namen Nervus Medianus, der die Bewegungen des Daumens, des Zeigefingers und des Mittelfingers steuert, vegetative Funktionen erfüllt und Empfindungen weiterleitet. Der Karpaltunnel ist von seinem Aufbau und seiner Lage her eine Art Engpass und von daher möglicherweise für Störungen, Verletzungen und Erkrankungen anfällig.

Das Karpaltunnelsyndrom
Unter einem Karpaltunnelsyndrom versteht man starke Schmerzen und Missempfindungen in der Hand, die durch Druck auf und Einengung des Nervus Medianus im Bereich des Karpaltunnels entstehen. Die Gründe dafür können Unfälle, Überlastung, eine von vornherein bestehende konstitutionelle Enge oder auch Entzündungen sein; aber auch Stoffwechselerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion oder gar eine Schwangerschaft gehen oft mit dem Karpaltunnelsyndrom einher.

Symptome sind anfangs und im weiteren Verlauf:
Nächtliche Schmerzen und diffuse Missempfindungen (Ameisenlaufen) in der Hand, die jeweils auch in den Arm ausstrahlen können. Erstmals tritt dies häufig nach Überlastung des Handgelenkes (z.B. Fahrrad fahren oder ausgedehnte Schreibarbeiten) auf. Später treten die Störungen und Schmerzen auch ohne erkennbaren Grund auf. Weitere vegetative Störungen (Taubheit) und Schwäche beim Zupacken können entstehen.
Der Druck auf den Nervus Medianus schädigt diesen unbehandelt auf Dauer. Dies führt dann zu Einschränkungen der Feinmotorik und Sensibilität, zum Fortschreiten der Schwäche und Muskelschwund im Daumenbereich, zur Minderung des Tastgefühls, zu Behinderung durch Funktionsminderung des Daumens und letztlich zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen.

Wenn Sie solche Schmerzen, Missempfindungen und Einschränkungen regelmäßig an sich feststellen, dann ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden. Der Arzt kann ein Karpaltunnelsyndrom durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sicher feststellen und entsprechende Behandlung einleiten.

Eigene Erfahrungen
Ich selbst kenne, nach Belastungssituationen Beschwerden und (nächtliche) Schmerzen, wie sie hier beschrieben werden. Da sie aber bei mir bisher nur selten aufgetreten sind, habe ich sie meiner Ärztin noch nicht geschildert.

Die Beschwerden einer Kollegin sahen da schon ganz anders aus: Sie klagte zunehmend darüber, dass ihr die Hand bei jeder Bewegung wehtue, dass sie schon mit Schmerzen aufwache und zeitweise gar nichts mehr fühle. Sie wurde krankgeschrieben und schließlich erfolgreich operiert.

Eine Freundin hatte vor Jahren einen Unfall, bei dem das Handgelenk schwer verletzt wurde. Jetzt ist sie behindert, denn auch nach Operation und Behandlungen, die die Funktionstüchtigkeit der Hand an sich wiederherstellen sollten, klagt sie regelmäßig über Schmerzen, Schwäche, nicht Zupacken und Festhalten können. Obwohl ein Karpaltunnelsyndrom normalerweise gut behandelbar und heilbar ist, haben ihr auch Folgebehandlungen und neuerliche Operation nicht mehr ausreichend helfen können, da der Nerv zu sehr geschädigt war.

Behandlungsmethoden

Konservative Behandlung
Im Anfangsstadium eines Karpaltunnelsyndroms kann eine konservative Behandlung ausreichend sein. Das heißt, dass die Erleichterung durch das Tragen spezieller Schienen oder Stützverbände genügend Entlastung bringt. Spezielle Schienen, die den Karpaltunnel dehnen und öffnen, wodurch die quer liegenden Bänder dann verlängert werden, wirken entlastend und vermindern den Druck auf den Nerv. Dadurch kann die entstandene Entzündung abheilen.
Geeignete Übungen, die auch ohne Operation möglicherweise helfen, kann man über das Internet oder in Büchern zum Thema finden. Allerdings sollte diese Selbsthilfe nicht die einzige Maßnahme sein, da das Syndrom fortschreitend eben auch zu schwerwiegenden Behinderungen führen kann.

Operative Behandlung
Hier gibt es zwei Verfahrensweisen: Die offene Operationstechnik, mit Sicht auf das Operationsfeld, und die endoskopische Technik, das heißt, die Operation mit endoskopischen Instrumenten von innen. Generell werden die Eingriffe unter Vollnarkose durchgeführt und gelten im Allgemeinen als sehr sicher. Über Einzelheiten und Risiken wird Sie der behandelnde Arzt aufklären.

Der Erfolg der Operation hängt im Wesentlichen davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestanden, und in welchem Ausmaß der Nerv geschädigt ist. In vielen Fällen behebt die Operation die Schmerzen und Beschwerden sofort, und es wird empfohlen, so früh wie möglich mit funktionellen Bewegungsübungen die volle Funktionsfähigkeit der Hand wieder herzustellen.

Sofern schon Missempfindungen, Muskelschwäche und andere Störungen aufgetreten waren, kann die vollständige Heilung auch etwas länger dauern oder es können leichte Behinderungen bestehen bleiben.

Natürlich kann es, wie bei jeder Operation auch zu Komplikationen und Operationsfolgen kommen.
Davor haben viele Betroffene Angst und halten lieber weiter ihre Schmerzen aus.
Eine Recherche im Internet zeigte mir allerdings, dass viele Betroffene froh waren, die Operation durchgeführt zu haben, da sie erfolgreich von den Schmerzen und Beschwerden befreien konnte.

Schlusswort
Zum Schluss noch einmal: Sollten Sie die beschriebenen Schmerzen und Beschwerden an sich feststellen, dann schieben Sie eine Untersuchung und genaue Diagnose durch einen Neurologen in Ihrem eigenen Interesse bitte nicht auf die lange Bank. Durch geeignete und frühzeitige Maßnahmen können Sie gravierende Schäden vermeiden.

Weiterführende Links:
Themenbereich Karpaltunnel auf inkubator-verctoring.de

Orthopäden, die auf das Thema Karpaltunnel spezialisiert sind:
Themenbereich Karpaltunnel der Grünewaldklinik/Aschaffenburg

Das Sprunggelenk – Bedeutung und Anatomie

Das Sprunggelenk ist die Verbindung zwischen Bein und Fuß, es zählt zu den Gelenken des Körpers, die den stärksten Belastungen ausgesetzt werden. Zum Gehen ist ein funktionales Sprunggelenk absolut erforderlich. Anatomisch unterscheidet man oberes und unteres Sprunggelenk. Das obere Sprunggelenk wird aus Schienbein, Wadenbein und Sprungbein gebildet, es wird durch Bänder zusammengehalten. Es befähigt den Fuß, sich zu heben und zu senken und erlaubt auch eine eingeschränkte Rotation des Fußes.
Das untere Sprunggelenk ist Teil des Fußes und wird unterschieden in den vorderen und den hinteren Anteil. Der hintere Teil wird aus Sprungbein und Fersenbein gebildet, der vordere Anteil besteht aus Sprungbein, Fersenbein und Kahnbein. Auch das untere Sprunggelenk erlangt Stabilität durch die umliegenden Bänder. Der Fuß besteht aus einer Vielzahl von kleinen, eng zusammenliegenden Knochen, die für seine Beweglichkeit und die Bewegung der Zehen sorgen. Der Fuß wird ebenso durch sein Bändersystem stabilisiert.

Verletzungsneigung und mögliche Probleme des Sprunggelenks
Anfällig für Verletzungen sind vor allem die zahlreichen Bänder des Sprunggelenks. Häufig betroffen sind die Außen- und Innenbänder des oberen Sprunggelenks. Durch Umknicken im Gelenk nach innen oder außen kann eine Verletzung, ein sogenanntes Trauma, entstehen. Schon eine Überdehnung oder Zerrung kann Schmerzen oder Schwellungen verursachen, noch mehr Probleme macht ein Bänderriss. Ein Supinationstrauma der Außenbänder wird durch das Umknicken des Gelenks nach innen verursacht, es kommt öfter vor als ein Pronationstrauma. Das Pronationstrauma der Innenbänder entsteht durch Umknicken des Gelenks nach außen. Eine Luxation, das heißt eine Verrenkung, des Sprunggelenks entsteht in der Regel durch Gewalteinwirkung, wie sie beispielsweise bei plötzlichen Stürzen vorkommen kann. Bei Problemen mit dem Sprunggelenk empfiehlt es sich, umgehend einen Orthopäden zur eindeutigen Diagnose aufzusuchen.

Diagnose und Therapie
Der Arzt wird sich den Unfallhergang vom Patienten schildern lassen und dann den Fuß vorsichtig untersuchen. Zunächst muss geklärt werden, ob der Unfall eventuell zu Knochenbrüchen geführt hat. Dafür wird im Anschluss an die manuelle Diagnose eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) eingesetzt. Bei einer einfachen Bänderdehnung ohne Komplikationen reicht meist schon eine Ruhigstellung aus. Das Gelenk wird für etwa sechs Wochen geschont und eventuell mit einer Schiene stabilisiert. Zusätzlich werden abschwellende und schmerzlindernde Medikamente verabreicht und das Hochlagern und Kühlen des Gelenks wird verordnet. Wird ein Riss der Bänder diagnostiziert, gibt es zwei Möglichkeiten. Die konservative Therapie erfolgt durch Behandlung des Gelenks, wie sie bereits für die Bänderdehnung beschrieben wurde, allerdings in jedem Fall mit einer festen Schiene. In einigen Fällen kann auch eine Operation als notwendig erachtet werden.

Operation
Sind mehrere Bänder gerissen oder Knochenbrüche festgestellt worden, ist in der Regel eine Operation erforderlich. Dabei werden die gerissenen Bänder zur schnelleren Heilung wieder zusammengefügt. Auch bestehende Blutergüsse können entfernt werden. Falls Knochen beschädigt wurden, werden diese wieder fixiert. Für die Fixation ist es unter Umständen notwendig Schrauben, Platten oder Draht an den Knochen anzubringen, diese werden nach der erfolgten Heilung durch erneute Operation wieder entfernt. Losgerissene Knorpelstücke werden beseitigt. Nach dem Eingriff wird das Gelenk durch einen Gipsverband oder eine Aircast-Schiene für mindestens sechs Wochen fixiert. Im Anschluss daran erfolgt eine Mobilisation mithilfe von Physiotherapie.

Prothese oder Versteifung des Fußgelenks
Kommt es durch einen Unfall zu Verletzungen des Sprunggelenks, können diese Traumen in der Spätfolge durch einseitige Belastung zu einer Sprunggelenksarthrose führen. Diese kann mit erheblichen Schmerzen und Bewegungs-Einschränkung für den Patienten einhergehen. In diesem Fall ist die Substanz des Gelenks vermindert worden. Hier wird oft die Überlegung angestellt, ob der Einsatz einer Fußgelenk-Prothese dem Patienten Erleichterung verschaffen kann. Alternativ, oder für den Fall, dass eine Prothese nicht eingesetzt werden kann, wie beispielsweise bei Trümmerbrüchen mit Einsatz von Kunstknochen, besteht die Möglichkeit das Gelenk operativ zu versteifen.

Überlegungen zur Therapie
In der Praxis ist es oft nicht so eindeutig zu sagen, ob eine Operation notwendig oder von Vorteil ist. Der Arzt wird aus Sicherheitsgründen eventuell eine Operation vorschlagen, was dem Patienten aber nicht unbedingt zusagt. Eine Operation ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Es kann ein Narkoseschaden verursacht werden und Fehlgriffe können zu Komplikationen führen. Der Einsatz von Schrauben und anderem Fremdmaterial erfordert in jedem Fall eine erneute Operation. Auch kann das gewünschte Operationsziel einfach ausbleiben und die Operation führt zu keiner maßgeblichen Verbesserung aus der Sicht des Patienten. Eine dauerhafte Versteifung oder Bewegungs-Einschränkung des Gelenks nach der Operation ist ebenso möglich. Ist eine minimal invasive Operation mit teleskopischen Instrumenten möglich, werden die Risiken des Eingriffs vermindert, sie können aber nicht vollständig ausgeschaltet werden. Wie soll also der Patient zu einer relevanten Einschätzung der Risiken und Chancen eines Eingriffs gelangen?

Erfahrungsberichte
Als Anhaltspunkt für diese Entscheidung können Erfahrungsberichte anderer Patienten hervorragend herangezogen werden.

Ein Erfahrungsbericht einer Patientin zum Thema Bänderriss
Ich wurde mit einem Außenbandriss, der durch das Umknicken des Fußgelenks verursacht wurde, auf eigenen Wunsch konservativ behandelt, um eine Operation zu vermeiden. Zunächst wurde das Gelenk für sechs Wochen geschont. Schmerzstillende und abschwellende Medikamente sowie Medikamente zur Auflösung des Blutergusses sind mir verabreicht worden. Ich selbst unterstützte die Therapie durch Hochlagern und Kühlen des Gelenks und geringe Belastung. Nach sechs Wochen waren Schwellung und Bluterguss verschwunden, ich hatte nur bei längerer Belastung noch Schmerzen. Ich begann mit der Physiotherapie und schon bald erhöhte sich die Belastbarkeit und Beweglichkeit des Gelenks erheblich. Zusätzlich wurde ich mit Reizstrom und Massage am betroffenen Bereich behandelt. Dies führte zu einer weiteren Verbesserung des Zustands.

Als die Therapien beendet wurden, nahm ich die bisherige, hilfreiche Behandlung zum Vorbild und setzte eine Eigenbehandlung ein. Die Übungen der Physiotherapie machte ich jeden Tag weiter. Statt des Reizstroms führte ich eine Vibrations-Massage durch. Ich legte zwei Finger leicht auf den schmerzhaften Teil des Gelenks und dann führte ich damit schnelle, kleine Bewegungen zu den Seiten hin aus. Zu Beginn war dies eindeutig schmerzhaft, deswegen blieb ich sehr vorsichtig. Nach etwa 14 Tagen waren die Schmerzen verschwunden und ich brauchte keine Schmerzmedikamente mehr einzunehmen. Ich führte meine Therapien fort und auch die Belastbarkeit des Gelenks erhöhte sich weiter. Durch sanfte Druckmassage habe ich die Narbenbildung reduzieren können, was das Risiko einer späteren Gelenk-Arthrose vermindert. Die betroffene Stelle am Gelenk ist jetzt, nach sechs Monaten immer noch sensibel, aufkommende Schmerzen oder Beweglichkeits-Probleme kann ich aber sehr gut mit der schonenden Massage beseitigen. Im Nachhinein bin ich froh darüber, dass ich nicht gleich die Operation durchführen ließ.

Ischias

Der Nervus Ischiadicus ist einer der wichtigsten Nerven des menschlichen Körpers. Er regelt unzählige Muskelfunktionen der unteren Extremitäten. Der Nervus Ischiadicus beginnt in Höhe der Hüfte und verläuft durch den Oberschenkel bis in die Ferse. Ist mit dem Ischiasnerv alles in Ordnung, so spüren wir ihn nicht. Aber wehe, er entzündet sich, ist eingeklemmt oder wird durch einen Unfall verletzt. Dann wissen wir leider auf einmal ganz genau, wo er sitzt. Diese Schmerzen bezeichnet man gemeinhin als „Ischias„. Hinter diesem Begriff verbergen sich die unterschiedlichsten Erkrankungen.

Der aufrechte Gang des Menschen macht ihn anfällig für Rückenleiden und Abnutzung der Bandscheiben. Falsches Bücken, Sitzen und Tragen von Lasten schaden auf Dauer dem empfindlichen Bewegungsapparat.
Bei der chronischen Variante nutzen sich die Wirbelkörper allmählich und schleichend ab, wodurch eine Entzündung der kleinen Nervenwurzeln des Ischiasnervs hervor gerufen wird. Der Schmerz sitzt dabei aber nicht etwa nur im Rücken. Im Zusammenspiel der Beugung der Hüfte und der Streckung des Knies entsteht ein quälender Schmerz, der sich durch das ganze Bein zieht.

Akute Bandscheibenvorfälle werden im Volksmund als „Hexenschuss“ bezeichnet. Dabei sitzt der schier unerträgliche Schmerz in der Rückengegend. Auch diese Art der Erkrankung schadet dem Ischiasnerv, der sich entzünden kann und dann von der Rückenpartie bis in den kleinen Zehen schmerzt.
Chronische Reizungen des Ischiasnervs werden auch durch Rückenverletzungen hervorgerufen.
Auch Weichteiltumore, die auf die Nervenenden drücken, können Schmerzen verursachen.

Ein Wort verbindet man immer wieder mit dem Begriff „Ischias„. Es ist das Wort Schmerz. Um die Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu gewinnen, ist die Behandlung beim Orthopäden und dem Physiotherapeuten unabdingbar. Selbst neu aufgetretene leichte Schmerzen sollten umgehend abgeklärt werden, um die Ursachen rechtzeitig erkennen und therapieren zu können.

Therapien für Ischiasleiden gibt es viele. In der modernen Medizin ist man zum Glück nicht mehr wie früher der Meinung, dass ein gewisses Maß an Schmerzen ertragen werden kann und muss. Eine individuelle und effiziente Schmerzbehandlung hat heutzutage gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparats oberste Priorität. Denn Schonhaltung kann Beschwerden entscheidend verschlimmern. Nur die Kombination von lokaler Schmerzlinderung und orthopädischer Behandlung bringt Linderung und Genesung. Ein akuter Ischias erfordert Bettruhe und Wärme.

Später in der Rückenschule zeigt der Therapeut dem Patienten, wie er eine bessere, aufrechtere Haltung einnimmt und sich auf Dauer richtig bewegt. Die erlernten Übungen kann er später alleine durchführen.

Wenn die Krankenkasse eine Badekur genehmigt, helfen eventuell Fangobehandlungen oder schwefelhaltige Quellen.
Es macht wenig Sinn, Ischiasschmerzen ohne Therapie der Grunderkrankung zu behandeln. Ist die Wirbelsäule durch Abnutzung, Fehlstellungen und Verschleiß sehr in Mitleidenschaft gezogen, hilft nur noch eine Operation.

Lassen Sie es nicht so weit kommen, gehen Sie bei Rücken- und Beinschmerzen bitte immer gleich zum Arzt.

Anmerkung der Redaktion:
Bitte beachten Sie auch den Beitrag über den „Hexenschuss„. Kreuzschmerzen oder Rückenschmerzen können sich sowohl als Hexenschuss als auch Ischias ausprägen.

Bandscheibe: Mein erster Hexenschuss

Unschöne Dinge geschehen bei mir immer montags. Nach einem tollen Wochenende mit schönem Wetter und reichlich erledigter Gartenarbeit sollte es einmal mehr der Montag sein, der meine gute Laune ruinierte. Nichts ahnend bin ich von meiner morgendlichen Kindergarten- und Hunderunde wieder zu Hause angekommen und hatte den guten Vorsatz, mein Haus ordentlich auf Vordermann zu bringen. Ich war gerade dabei, mit dem Staubsauger die unter dem Couchtisch verloren gegangenen Gummibärchen aufzusaugen, da fuhr plötzlich ein fürchterlicher Schmerz durch meinen ganzen Körper.

Im ersten Moment fühlte ich mich, wie vom Blitzschlag getroffen und versuchte, mich auf den Sessel zu setzen. Dies war kaum möglich, da der komplette untere Rücken derart weh tat, dass mir die Luft wegblieb. Ratlos, wie ich war, rief ich zunächst meinen Mann an und schilderte ihm meine Beschwerden. Mein Mann hatte schon des Öfteren Rückenschmerzen und meinte zu mir, dass ich wohl „nur“ einen Hexenschuss hätte und mich hinlegen sollte. Außerdem würden ihm immer Wärmeflaschen helfen, wenn er etwas mit dem Rücken hat.

Bewegen konnte und wollte ich mich mit diesen Schmerzen sowieso nicht und legte mich deshalb vorsichtig auf die Couch. Nach einiger Zeit fand ich heraus, dass die Schmerzen etwas nachließen, wenn ich meine Beine hochlagerte. Also schob ich alles, was ich an Kissen hatte, zu einem Berg zusammen und legte meine Beine darauf. Nun war es doch erst morgens, ich hatte viel zu tun und konnte doch nicht bis zum Feierabend meines Mannes einfach auf der Couch herumliegen! Ich beschloss, mir eine Wärmeflasche in den unteren Rücken zu legen und eine Schmerztablette einzunehmen.

Die Wirkung der Tablette setzte nach etwa einer halben Stunde ein. Durch die Hitze der Wärmeflasche bin ich sogar ehrlich gesagt etwa für eine Stunde in meiner lustigen Liegeposition auf der Couch eingeschlafen. Als ich wieder wach wurde, dachte ich gar nicht mehr an meinen schmerzenden Rücken. Erst bei dem Versuch aufzustehen, wurde ich mir dessen wieder bewusst. Er war noch da, der Hexenschuss.

Irgendwie schaffte ich es dennoch durch den Tag. Mein Mann cremte mir am Abend den Rücken mit einer schmerzstillenden und entzündungshemmenden Salbe ein und schickte mich ins Bett. Schlafen konnte ich jedoch wiederum nur mit hochgelagerten Beinen. Am nächsten Morgen hatte ich die Hoffnung, dass diese fiesen Rückenschmerzen endlich vorbei seien, wurde jedoch eines Besseren belehrt. Nein, er war immer noch da, der Hexenschuss.

Da ich Schmerzmittel schlecht vertrage und keine Lust mehr auf meine Couch hatte, rief ich bei meinem Hausarzt an. Nach Erörterung meiner Rückenschmerzen verwies mich die Arzthelferin direkt an einen Orthopäden. Für einen Termin bei meinem Orthopäden musste ich in der Vergangenheit immer lange warten. Daher war ich doch sehr verwundert, als die orthopädische Praxis mir vorschlug, einfach vorbei zu kommen und etwas Wartezeit mit zu bringen.

Nach etwa einer Stunde stand ich mit meinen Rückenschmerzen bei meinem Orthopäden. Im Wartezimmer Platz nehmen konnte ich nicht, da Sitzen im Moment irgendwie gar nicht ging. Also lief ich in der Praxis auf und ab, bis ich endlich in das Behandlungszimmer geführt wurde. Das Auf- und Ablaufen war im Übrigen gar nicht so schlecht. Während der Bewegung hielten sich die Schmerzen in Grenzen.

Nach meiner Schilderung untersuchte mein Orthopäde meinen Rücken. Wie sollte es auch anders sein, „traf“ der Gute bei der Untersuchung sofort die Punkte in meinem Lendenwirbelsäulenbereich, die extremen Schmerz auslösten. Zur Vorsicht ordnete mein Arzt eine Röntgenuntersuchung an, war sich der Diagnose Lumbago„, also Hexenschuss, aber schon ziemlich sicher.

Nach dem Röntgen wurde ich nochmals in das Behandlungszimmer gebeten. Mein Orthopäde meinte zu mir, dass er anhand der Röntgenbilder einen Bandscheibenvorfall ausschließen könne und ich wirklich „nur“ unter einem Hexenschuss leide. Mir jedenfalls hat der Hexenschuss gereicht und ich wollte ihn endlich loswerden.

Der Orthopäde erklärte mir, dass eine ungewohnte oder schnelle Bewegung den Hexenschuss auslösen kann und diese Erkrankung nicht nur ungelenkige oder ältere Personen trifft. Dann musste ich mich auf die Behandlungsliege legen. Mein Arzt nahm meine Beine in die Hand und verdrehte meinen Körper in die unmöglichsten Positionen. Dann machte es „Plopp“! Mein Orthopäde, der gleichzeitig auch Chiropraktiker und Sportmediziner ist, hatte meinen Rücken wieder eingerenkt und meinte, ich könnte wieder aufstehen.

Ich war sehr erschrocken, bemerkte jedoch beim Aufstehen schon eine deutliche Besserung. Ganz weg war der Schmerz jedoch noch nicht. Mein Arzt gab mir deshalb noch eine Spritze, die gegen Schmerzen und Entzündungen helfen sollte und schrieb mir nochmals niedrig dosierte Schmerztabletten auf. Außerdem gab er mir den Rat mit auf den Weg, dass ich mich ruhig bewegen soll, damit ich keine Schonhaltung annehme, die Muskelverspannungen auslösen kann. Die Wärmeflasche sollte ich ebenfalls weiterhin benutzen und mein Mann bitten, meinen Rücken zu massieren.

Am Abend habe ich neben einer Rückenmassage noch ein heißes Vollbad genossen und bin mit einer Schmerztablette und der Wärmeflasche bewaffnet in mein Bett gegangen. Auf die Kissen unter den Beinen konnte ich schon wieder verzichten. Ich habe wie sonst auch auf der Seite geschlafen und die Wärmeflasche gegen meine Lendenwirbelsäule gelehnt.

Die schönsten Dinge geschehen bei mir immer mittwochs. Nach zwei Tagen höllischer Rückenschmerzen und dem Liegenbleiben zahlreicher Arbeiten bin ich relativ früh wach geworden. Und da war er endlich wieder weg, der Hexenschuss!

Wenn ich daran zurückdenke, möchte ich nie wieder einen Hexenschuss haben. Jedoch habe ich dadurch auch einiges gelernt: Bewegung, Wärme und das Hochlagern der Beine haben mir gegen die Rückenschmerzen geholfen. Wenn ich jedoch nochmals einen Hexenschuss bekommen sollte, fahre ich definitiv früher zu meinem Orthopäden. Ich weiß nicht, ob es der spezielle chiropraktische Griff oder die Spritze war, die meinem ersten Hexenschuss ein jähes Ende gesetzt haben. Auf jeden Fall hätte ich mir wohl einen Tag mit Schmerzen sparen können, wenn ich früher zum Arzt gefahren wäre.

Anmerkung der Redaktion:
Kreuzschmerzen oder Rückenschmerzen können sich sowohl als Hexenschuss als auch Ischias ausprägen. Wir haben eine zusätzliche Informationsseite über Ischias für Sie angelegt.

Wirbelsäule und Bandscheiben

Die Wirbelsäule erfüllt für den Menschen die folgenden Aufgaben:
Sie gibt dem gesamten Körper Halt und Stütze und trägt, von der Körpermitte aus verbunden mit allen Teilen unseres Skeletts, den Körper. Sie ermöglicht durch ihre Form und Konstruktion den aufrechten Gang und die uns gegebene, spezifische Beweglichkeit. Außerdem umschließt und schützt die Wirbelsäule das Rückenmark und die dort befindlichen Nervenstränge.

Die zentrale Funktion und Wichtigkeit der Wirbelsäule ist u.a. daraus ersichtlich, dass Verletzungen, bei denen das Rückenmark betroffen ist, zu einer so schwerwiegenden Folge wie Querschnittslähmung führen kann und natürlich auch, weil jede Form von Beeinträchtigung und Schmerzen im Rücken und an der Wirbelsäule die Beweglichkeit und damit auch unsere Lebensqualität empfindlich mindert.

Die Form der Wirbelsäule
Von der Seite aus betrachtet, weist die Wirbelsäule eine Doppel-S-Form auf. Die Halswirbelsäule biegt sich nach vorn, die Brustwirbelsäule nach hinten, die Lendenwirbelsäule wieder nach vorn und die letzten beiden Abschnitte, das Kreuz- und das Steißbein, die zu einer Einheit verschmolzen sind, dann erneut wieder nach hinten.
Diese Form sorgt für einen federnden, elastischen Gang und bewirkt, dass die Erschütterungen beim Gehen und Laufen gut verteilt und gedämpft werden, sodass das Gehirn auch beim Laufen vor allzu starken Erschütterungen geschützt ist.

Ist aus irgendeinem Grund die Elastizität der Wirbelsäule nicht mehr gegeben, dann fällt das sofort auf, und der Volksmund diagnostiziert: „Der läuft, als hätte er einen Stock verschluckt.“; aber der betroffene Mensch leidet.

Der Aufbau der Wirbelsäule und der Wirbel
Die Wirbelsäule ist in fünf Abschnitte unterteilt. Die Halswirbelsäule mit sieben Wirbeln, die Brustwirbelsäule mit 12 und die Lendenwirbelsäule mit insgesamt 5 Wirbeln, das Kreuzbein mit fünf Wirbeln und das Steißbein mit vier bis fünf Wirbelrudimenten bilden das Grundgerüst. Die Wirbel des Kreuzbeines und die Rudimente des Steißbeines sind miteinander verwachsen und somit unbeweglich, während die übrigen 24 Wirbel frei sind.

Die Wirbeln bestehen, mit Ausnahme des ersten Halswirbels (Atlas) aus einem Wirbelkörper und einem Wirbelbogen, zwei seitlichen Querfortsätzen und dem nach hinten gehenden Dornfortsatz.
Die Wirbelbögen bilden den Wirbelkanal, der das Rückenmark und teile des zentralen Nervensystems umschließen und schützen. Die Vorsprünge dienen als Ansatzstellen für Rippen, Muskeln und Bänder.

Die einzelnen Wirbel werden durch 23 Bandscheiben, sechs Bänder über die gesamte Wirbelsäule hinweg und die Rückenmuskulatur verbunden und stabilisiert. Die Wirbelbogengelenke bestimmen die Bewegungsrichtung.

Die Bandscheiben bestehen aus einem festen, äußeren Ring und einem weichen Kern. Sie dämpfen Stöße und Erschütterungen ab und sorgen für die Beweglichkeit, aber auch, gemeinsam mit den Muskeln und Bändern, für die Grenzen der Beweglichkeit.
Eine Funktionseinheit der Wirbelsäule umfasst je zwei Wirbel, die dazwischenliegende Bandscheibe, das Wirbelbogengelenk und die umliegenden Muskeln und Bänder, die im perfekten Zusammenspiel arbeiten, solange sie unverletzt und gesund sind.

Erkrankungen und Schäden im Bereich der Wirbelsäule
Im Bereich der Wirbelsäule gibt es, wie in anderen Körperbereichen auch, die unterschiedlichsten Erkrankungen, angefangen bei Rückenmarksverletzungen und folgender Querschnittslähmung durch einen Unfall, über chronische und fortschreitende Erkrankungen wie Morbus Bechterew, rheumatische Erkrankungen, bis hin zu nicht weiter dingfest zu machenden häufigen Rückenschmerzen der alltäglichen Art.

Im Folgenden meine Erfahrungen mit Rückenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen
Wie unangenehm und schmerzhaft es sein kann, wenn eine Störung oder Krankheit eintritt, und sei es auch nur durch eine momentane Überlastung, der die Nerven, welche die Wirbelsäule versorgen, betrifft, habe ich als junge Frau erfahren.
Eine falsche Bewegung (Dehnung) beim Sport und es war so weit: Ich konnte mich nicht mehr aus meiner gebeugten Haltung erheben, nicht mehr richtig bewegen und hatte von jetzt auf gleich starke Schmerzen, sodass ich den Arzt aufsuchen musste. Es war ein Hexenschuss.
Beim Arzt habe ich damals Spritzen gegen die Schmerzen bekommen, durch den Hexenschuss war ich gezwungen, Ruhe einzuhalten und in der Folge wurden mir Fangopackungen, die durch ihre angenehme Wärme wirkten, verordnet. Nach ein paar Tagen waren die Beschwerden abgeklungen.
Ein Arztbesuch ist allerdings immer anzuraten, da auch ein Hexenschuss chronisch werden kann.

Die häufigste Erkrankung der Wirbelsäule: Bandscheibenvorfall
Viel später habe ich miterlebt, dass eine Kollegin einen Bandscheibenvorfall hatte, durch den sie für lange Zeit arbeitsunfähig wurde. Ein Bandscheibenvorfall bedeutet, dass die Bandscheibe oder Teile der Bandscheibe in den Rückenmarkskanal eindringen und dort auf die Nerven drücken. Das kann sehr schmerzhaft sein und sowohl in Arme und Beine ausstrahlen, als auch mit Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen einhergehen. Bei der Kollegin halfen weder Schmerzmittel noch andere konservative Maßnahmen, wie Physiotherapie oder Chiropraktik und auch keine Schonung, keine Packungen oder Bäder. Sie musste operiert werden und es dauerte bald ein Jahr, bis sie wieder arbeitsfähig war. Die Operationen werden heute minimal-invasiv, zum Beispiel mithilfe der Lasertechnik durchgeführt.
Nach der Operation hat sich die Kollegin dann wieder erholt und konnte auch wieder arbeiten.

Ursachen
Die Ursachen für Erkrankungen und Schäden am Rücken sind, neben Unfällen und erblicher Vorbelastung heute häufig Bewegungsmangel, einseitige Belastungen und Muskelschwäche. Bei den drei letztgenannten Ursachen ist es gut möglich, zur Vorbeugung und um Schlimmeres zu verhüten, etwas zu tun.

Vorbeugung
Ich bin inzwischen keine junge Frau mehr, und ich habe schon öfter Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich gehabt, vor allem bei Stress und nach Tagen vor dem PC, also bei Bewegungsmangel. Seit letztem Jahr weiß ich, warum. Auch bei mir ist eine Bandscheibe geschädigt, die Unterste. Allerdings ist es noch nicht so schlimm, dass spezifische Maßnahmen nötig wären.

Meine Ärztin empfahl mir, was auch allgemein zur Vorbeugung empfohlen wird: Muskelaufbau durch orthopädische Sportarten, wie Schwimmen, Tanzen, Laufen, Radfahren oder Reiten, wobei ich mich für das Radfahren entschieden habe.
Ergonomie am Arbeitsplatz, das heißt ein Stuhl, der orthopädischen Ansprüchen gerecht wird und Arbeitsflächen in passender Höhe, kombiniert mit einem Wechsel in den Bewegungsabläufen (Gehen, Stehen, Sitzen, Laufen) trägt sehr viel zur bleibenden Rückengesundheit bei.

Nicht jeder Rückenschmerz muss gleich Schlimmes befürchten lassen, aber wenn doch einmal anhaltende oder häufige Probleme oder Schmerzen auftauchen, dann sollte Ihr Arzt der erste Ansprechpartner und Ratgeber sein.

Kniearthrose: der lange Weg des Leidens

Schmerzen in den Kniegelenken, Untersuchung beim Orthopäden
Mein erster Gang zum Orthopäden ist schon fast zwanzig Jahre her, damals war ich Anfang dreißig. Ich hatte Schmerzen, zunächst nur im rechten Knie. Äußerlich war wenig zu sehen, das Knie war nur ab und zu etwas geschwollen und beim Laufen tat es weh.
Ob ich Sport treiben würde? Ja, ich war Sportlerin gewesen in ganz jungen Jahren, und hatte eigentlich immer gedacht, das würde mir nicht nur länger die Figur erhalten, sondern auch meinen Körper auf Trab. Weit gefehlt. Das Fußballspielen mit meiner Thekenmannschaft verbot er mir umgehend, bevor überhaupt irgend welche Untersuchungsergebnisse vorlagen. Dabei sprang ich nur ab und zu ein, wenn nicht genügend Spielerinnen Zeit hatten. Ein, zwei Samstage im Monat höchstens. Damit sollte es jetzt vorbei sein? Zum ersten Mal im Leben fühlte ich mich alt.
Die Frage, ob es in der Familie rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Meniskus-Operationen und Ähnliches gäbe, musste ich leider bejahen. Familiär war ich, mütterlicherseits, tatsächlich vorbelastet.
„Gonarthrose in beiden Knien“. Mir war zum Heulen.
Nach der körperlichen Tast-Untersuchung, dem Röntgen und der Blutabnahme vereinbarte ich einen neuen Termin, für eine Arthroskopie.

Den ärztlichen Rat nicht befolgt
Dann tat ein paar Tage lang nichts weh, und ich sagte den Termin ab.
Wie blöd kann ein Mensch sein? Samstags darauf spielte ich Fußball. Linke Verteidigerin, auf dem Hartplatz. Ich versuchte gerade, einer gegnerischen Spielerin den Ball abzunehmen, als mitten im Lauf der Meniskus in meinem rechten Knie riss. Ich hörte ihn förmlich krachen, wie sich später heraus stellte, in drei Teile. Das Knie wackelte nur noch so umher.

Krankenhausaufenthalt wegen Meniskusriss
Im Krankenhaus bot mir der Orthopäde an, die Operation mit Rückenmarksspritze durchzuführen. Ich fand das eine super Idee, und am nächsten Morgen war der Operationstermin anberaumt.
Er setzte mir die Spritze, und wollte ein paar Minuten später mein Knie abbinden. Leider hatte die Periduralanästhesie nicht gewirkt und ich schrie vor Schmerzen. Das Ende vom Lied war eine Vollnarkose.
Aus dem Krankenhaus war ich zwei Tage später schon entlassen, die Drainage vorher gezogen. Ich humpelte an Krücken, aber der Arzt warnte mich, wenn ich nicht umgehend zur Krankengymnastik ginge und das Bein nicht bewegte, bliebe es steif.

Krankengymnastik und Sport stärkten das Kniegelenk
Termine versäumte ich von da an nie mehr. Es dauerte Monate, bis ich, unter stärksten Schmerzen, mein Knie auch nur ein wenig beugen konnte. Es war blau angeschwollen, und selbst die geringste Bewegung trieb mir die Tränen in die Augen. Es wurde regelmäßig punktiert. Nach sechs Monaten konnte ich einigermaßen laufen.
Ich ging regelmäßig schwimmen, um meinen Oberschenkelmuskel wieder aufzubauen. Schwimmen ist einfach eine klasse Sache, es hilft nicht nur, sich schmerzarm zu bewegen, sondern tut auch der Seele gut.

Der Arbeitsalltag machte Sport fast unmöglich
Dann war ich jahrelang fast beschwerdefrei, wenn ich mir bloß nicht das Knie anstieß. Das tat, und tut immer noch, einfach höllisch weh. Als würde mir jemand elektrischen Strom durch das Bein jagen.
Seit sieben Jahren arbeite ich Vollzeit in einem Büro am PC. Anfangs ging das gut, aber vor ungefähr vier Jahren bekam ich immer öfter Schwellungen in beiden Knien, und solche Schmerzen, dass ich abends nur mit Hilfe von meinem, wohlgemerkt ergonomisch einwandfreien, Bürostuhl aufstehen konnte. Morgens hatte ich Schuhgröße 38 und abends 40. Zum Schwimmen hatte ich keine Zeit mehr, oder besser: Ich nahm mir keine.

Massiver Knorpelabbau im Kniegelenk als Folge
Mein Orthopäde war mittlerweile in Rente, aber eine Bekannte empfahl mir eine neue Praxis. Der Arzt war nett, und ich ging diesmal wirklich zu den Spiegelungen. Erst das rechte Knie, ein paar Tage später das linke. Wegen der Infektionsgefahr spiegelte er nicht beide Seiten am gleichen Tag.
Massiver Knorpelabbau im linken Knie. Im rechten noch schlimmer. Ich war wieder den Tränen nahe.
Was ich beruflich mache. Die Antwort gefiel ihm nicht.

Kniearthrose: Behandlung mit Hyaluronsäure
Hyaluronsäure. Ich hatte das Wort schon gehört, viel wusste ich nicht darüber. Sie kann Arthrose nicht heilen, aber lindern und aufhalten. Aus Hahnenkämmen wird der Stoff zum Beispiel gewonnen.
Na ja, wenn’s hilft. Aber irgend einen Haken musste die Sache doch haben, so wie der Arzt mich ansah.
Super, meine Krankenkasse zahlt das nicht. Aber, einen Antrag konnte ich ja mal stellen.
Das hätte ich mir besser gleich gespart, ich meine nicht, das Geld. Sondern den nervenaufreibenden Kleinkrieg mit der Krankenkasse.
Ich schenkte mir die Hyaluronsäure dann selbst zum Geburtstag und zu Weihnachten. Innerhalb eines Jahres bekam ich zehn Spritzen in jedes Knie. Eine Zeitlang ging es mir etwas besser, die Injektionen schien zu helfen.
Vor zwei Jahren wurde es wieder schlimmer. Zeitweise konnte ich fast gar nicht mehr gehen, und der Arzt verordnete mir neue Spritzen. Leider vertrug ich sie plötzlich nicht mehr und bekam Nesselsucht am ganzen Körper. Obwohl es das identische Präparat war wie beim ersten Mal.
Der Orthopäde sprach nun von Stadium 2 bis 3, und erwähnte erstmals künstliche Gelenke.
Ich ging dagegen zum Heilpraktiker, schaden konnte es ja nicht. Er sprach davon, dass mein Säure-Basen-Haushalt wohl aus den Fugen sei. Weniger Fett und nicht so viel Süßes solle ich essen. Teufelskralle und Brennessel schlug er vor. Teufelskralle vertrage ich mit dem Magen nicht, und auch auf Brennessel reagiere ich mit Allergien.

Kniearthrose: Gegenmittel Heilfasten und Sport
Aber das Gespräch hatte mich nachdenklich gemacht. Ich begann mit Heilfasten. Dazu muss man sich unbedingt vorher von einem Arzt untersuchen lassen und seine Zustimmung einholen, da es bei bestimmten Herz-Kreislauf-Krankheiten gefährlich werden kann. Wenn man das abgeklärt hat, ist Heilfasten eine tolle Sache. Sicher, am Anfang ist es schwer, aber wenn die Entgiftung in Gang kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Ich machte immer mal wieder eine solche Kur, während der ich viel Flüssigkeit zu mir nahm. Ansonsten ernähre ich mich bewusster und gehe dreimal die Woche schwimmen.
Eine Freundin empfahl mir die Pflanze Beinwell. Sie wächst inzwischen in meinem Garten. Hildegard von Bingen behandelte Knochenbrüche damit, und ich meine kranken Knie. Ich hacke die frischen Blätter streiche den Brei auf die Haut, dann umwickle ich mit ganzen Blättern und bandagiere die Knie.
Das ersetzt natürlich nicht den Gang zum Arzt, und Beinwell darf man auch nur äußerlich anwenden.
Regelmäßig lasse ich die Arthrose checken und gehe zu allen Vorsorgeuntersuchungen.
Aber seitdem ich mehr auf meinen Körper höre, geht es mir und auch meinen Knien etwas besser.

Kreuzbandriss: mein Erfahrungsbericht

Ein Sturz beim Sport, bei dem das Knie verdreht und so die Elastizitätsgrenze des Kreuzbandes ruckartig überschritten wurde, führte zu einem Riss des vorderen Kreuzbandes und beendete so die Trainingsstunde abrupt. Das Knie schmerzte und wurde innerhalb kürzester Zeit dick und unförmig. Es ging gleich ins Krankenhaus, wo eine Kniespiegelung mit Hilfe eines medizinischen Endoskops durchgeführt und die Diagnose bestätigt wurde. Die Ärzte stellten zwei verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl – das Knie konnte eingegipst und so für einige Wochen ruhig gestellt werden, was aber eine bleibende Instabilität im Gelenk zur Folge gehabt hätte. Die Alternative war ein operativer Eingriff, bei dem das vordere Kreuzband durch eine aus dem Oberschenkel entnommene Sehne verstärkt würde. Die Wahl fiel auf Rat der Ärzte auf die operative Methode, denn mit der bloßen Ruhigstellung des Knies wäre es mit all den geliebten sportlichen Aktivitäten weitgehend vorbei gewesen. Die Operation verlief sehr erfolgreich, jedoch kam es nach einiger Zeit zu einer Verklebung im Knie, die bei der geringsten Beugung des Gelenkes große Schmerzen verursachte und den Erfolg der physiotherapeutischen Maßnahmen blockierte. Die Verklebungen wurden daher im OP unter Narkose gelöst, indem das Knie soweit es ging gebeugt wurde. Dieser Eingriff wäre ohne Narkose extrem schmerzhaft gewesen. Anschließend ging es dann in der Krankengymnastik gut voran, das Knie wurde immer beweglicher und mit Hilfe einer Orthese, einer Knieschiene, die ein Verdrehen des Kniegelenkes unter Belastung verhindert, konnten schließlich auch wieder die ersten Schritte gemacht werden. Die Orthese musste nach dem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt tagsüber bei Belastung noch einige Monate getragen werden. Die im Krankenhaus begonnene Physiotherapie wurde ebenfalls solange ambulant weitergeführt, bis die Muskulatur und die volle Bewegungsfähigkeit des Kniegelenkes wieder hergestellt waren. Geduld und Ausdauer beim Aufbautraining sind für den Patienten auch nach dem Krankenhausaufenthalt langfristig wichtige Faktoren, die zur Wiederherstellung eines gut beweglichen und voll funktionsfähigen Kniegelenkes beitragen. Ein Bänderriss muss also nicht das Ende der sportlichen Karriere bedeuten.