Kategorie-Archiv: Kniegelenk

Das menschliche Kniegelenk ist hohen Belastungen ausgesetzt. Lesen Sie hier mehr über die Funktionsweise des Kniegelenks.

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Kniegelenk/Meniskus

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Das Kniegelenk mit Innen- und Aussenmeniskus und Kreuzbändern

Das Kniegelenk gilt als das größte Gelenk der meisten Säugetierarten. Sicherlich nicht grundlos, denn wenn man den Umfang des Gelenks betrachtet, ist das Kniegelenk tatsächlich das größte – und das nicht nur beim Menschen. Das menschliche Kniegelenk besteht zudem zu einem sehr großen Teil aus Knorpel. Und genau diese Knorpelscheiben, fachsprachlich Menisken, sind es, die im Laufe der Zeit zu einem Problem werden könnten. Denn oftmals nutzt sich der Knorpel zu stark oder auch zu schnell ab. Jedoch können im Laufe der Zeit auch die Sehnen und das oftmals stark belastete Gelenksgewebe Beschwerden verursachen.

Das Kniegelenk besteht, wie bereits angedeutet, zu großen Teilen aus Knorpel. Hinzukommen Muskeln, Sehnen und Gewebe, die für einen reibungslosen Bewegungsablauf und für eine optimale Beweglichkeit sorgen sollen. Da eine Abnutzung, besonders die des Knorpels, allerdings nichts Ungewöhnliches ist, lassen diese Eigenschaften mit dem Alter und mit der Zeit etwas nach. Inwieweit und in welcher Form hängt aber immer vom Einzelfall ab.
Das Kniegelenk: Aufbau und Funktion
Schaut man sich das Kniegelenk im Längstschnitt oder auf anatomischen Zeichnungen an, wird man erkennen, dass es jeweils aus zwei Menisken besteht. Und zwar aus dem Innen- und Außenmeniskus. Diese sind sichelförmig und befinden sich genau zwischen dem Schienbeinplateau und den Oberschenkelkondylomen. Hier dienen sie als Stoßdämpfer, als Formangleicher aber auch als Stabilisierung des Gelenkes. So sorgen sie dafür, dass ein reibungsloser und flüssiger Bewegungsablauf des gesamten Gelenkapparates möglich wird. Dafür müssen sie verständlicherweise zugleich fest und dennoch flexibel sein. Genau dafür sorgen die Bänder im Kniegelenk. Jeweils ein Innenband, ein Außenband und ein vorderes und hinteres Kreuzband halten die Menisken fest an Ort und Stelle – ermöglichen diesen aber auch, sich vollkommen frei mit dem Gelenk zu bewegen.
Für eine absolut fehlerfreie Funktion des Kniegelenks müssen alle tragenden Funktionsfaktoren in bestmöglichem Zustand sein. Das bedeutet, dass alle Sehnen und Muskeln, sowie auch das Gewebe in einem gesunden und guten Zustand sein sollten. Zeitgleich sollte aber auch der Knorpel in ausreichender Form vorhanden sein. Denn er arbeitet im Kniegelenk als „Stoßdämpfer“ für die Bewegungsabläufe. Treten Schmerzen beim Bewegen des Knies auf, ist ein Mangel an Knorpel eine sehr häufige Ursache. Ähnlich sieht es jedoch auch mit einem entzündeten oder erkrankten Meniskus aus. Denn die Menisken sind es, die bei einem Mangel an polsterndem Knorpel „anecken“ könnten. Und das ist es letztendlich, was recht häufig spürbare Schmerzen verursacht.
Der natürliche Verschleiß der Menisken
Eigentlich lässt sich sagen, dass sich mit jedem Schritt den wir tun etwas Knorpel abreibt. Grundlegend ist das ein natürlicher Vorgang, dem der Körper – soweit er kann – selbst entgegenzuwirken versucht. Etwa, indem er den angeschlagenen Knorpel erneuert und repariert. Mit dem Alter lässt allerdings auch die körpereigene Regeneration langsam nach. Der Körper erneuert den Knorpel zwar immer noch, benötigt dazu aber beispielsweise mehr Zeit, als es in jüngeren Jahren der Fall war. Daher sollte man es ruhig ab und zu langsamer angehen lassen, wenn man die ersten Beschwerden verspürt – und auch ein Gang zum Arzt wäre hier mehr als nur sinnvoll. Auch, weil der Meniskus durch bestimmte Faktoren jederzeit krankhafte Abweichungen aufweisen kann. Deshalb ist es ungemein wichtig, Schmerzen und Bewegungsstörungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Hierbei spielt es aber natürlich auch eine Rolle, wie „gewissenhaft“ man mit seinen Gelenken umgegangen ist. Starkes Übergewicht oder unnatürlich drastische Belastungen der Kniegelenke können sich ebenso negativ auf den Verschleiß der Menisken und des gesamten Kniegelenks auswirken wie ein Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung. Warum genau ist das so? Zum einen, weil Übergewicht die Gelenke überdurchschnittlich belastet. Gleiches gilt für eine zu starke Belastung der Gelenke durch zu heftigen Sport oder durch ständig durchgeführte, anatomisch bedenkliche Bewegungsabläufe. Durch Bewegungsmangel „verkümmern“ hingegen die Muskeln, die dem Gelenk wertvollen Halt geben. Und zum anderen spielt auch die richtige Ernährung eine große Rolle, da der Körper nur mit den richtigen Vitaminen und Spurenelementen dafür sorgen kann, dass der Knorpel sich wenigstens zum Teil erneuert und nachbildet.
Der Meniskus als Fremdkörper – fehlerhafte und defekte Knorpelscheiben
Ein erkrankter oder defekter Meniskus verändert oft die eigene Beschaffenheit. Der Knorpel wird spröder und weist recht oft Risse auf. Sehr oft lösen sich auch Knorpelteile und geraten in das Gelenk. Dadurch stören sie den reibungslosen Bewegungsablauf, denn lose Meniskusteilchen wirken im Gelenk wie ein Schädling oder Fremdkörper. Sie sorgen für zusätzliche Reibung und können das Gelenk im schlimmsten Fall sogar blockieren. Das kann Verletzungen verursachen. Manchmal spüren die Betroffenen diesen Fremdkörper sogar – indem sie plötzlich eine bestimmte Bewegung gar nicht mehr, nur erschwert oder unter Schmerzen ausführen können. Die notwendige Behandlung wäre in diesem Fall ein operativer Eingriff, bei dem die losen Teilchen aus dem Gelenk entfernt werden. Jedoch wird bei einem porösen Meniskus oft im Laufe der Operation auch defekter vom gesunden Knorpel abgetragen – um vorzubeugen. Dadurch wird der Verschleiß gleichzeitig aber beschleunigt.
Hinzukommt, dass sich der Meniskus nur zu Teilen selbst heilen kann. Der Grund ist der, dass eigentlich nur die Basis durch eine direkte Anbindung an die Arterien stets gut versorgt wird. Umso weiter sich der Knorpel im Zentrum befindet, und daher auch von der Basis des Gelenks entfernt ist, umso schlechter wird er versorgt. Hier ist der Verschleiß nachweislich auf Dauer allerdings am stärksten, denn hier findet zeitgleich auch der stärkste Abrieb statt. Der Grund: Genau hier verrichtet der Meniskus die meiste Arbeit.
Verschleiß und Beschwerden vorbeugen?
Dem natürlichen Verschleiß lässt sich nur sehr bedingt entgegenwirken. Die besten und wohl auch nachhaltigsten Methoden sind wohl die, bereits dann auf sich und seine Gelenke zu achten, wenn noch keine Beschwerden vorliegen. Am wichtigsten ist es dabei aber auch, auf ein gesundheitlich unbedenkliches Gewicht und auf einen gesunden und doch ausgewogenen Bewegungsplan zu achten. Zuviel ist als gezielte Vorbeugung aber ebenso fehl am Platz wie zu wenig. Hier muss man das richtige Mittelmaß finden. Nahrungsmittelergänzungen, die versprechen der Knorpelbildung auf die Sprünge zu helfen, sind dabei von eher mäßigem Erfolg gekrönt. Zwar greifen diese dem Körper tatsächlich ein wenig unter die Arme, sie werden aber keine Wunder bewirken.

Kreuzband: Kreuzbandriss im Kniegelenk

Dass ein Kreuzbandriss im Knie eine ernsthafte Verletzung ist, hatte ich natürlich gewusst.

Aber warum sollte es gerade mich treffen?

Ich bin ja kein Spitzensportler, nur ein Freizeitjogger, der selten bis an seine Grenzen geht. Doch eines Tages wurde mein Ehrgeiz geweckt. Meine Tochter düste mit ihrem Skatboard im Hof herum. Gekonnt und sehr elegant. Als Papa war ich stolz auf sie. Das Kind im Manne konnte ich es nicht lassen, sich selbst einmal aufs Brett zu stellen. Mein Tochter gab mir ein paar Tipps. Und siehe da, das Skateboard bewegte sich und ich mit ihm. Wie steuerte man das Teil? Die Fahrt ging geradewegs auf die Mülltonnen zu. Klar, ich hätte abspringen können, blieb aber wie festgewachsen auf dem Brett stehen. Der Crash war unvermeidlich. In allerletzter Sekunde sprang ich seitlich ab, berührte im Drehen mit dem rechten Knie die Mülltonne und landete hart auf dem Betonboden. Was war da gerade mit meinem Knie passiert? Für den Bruchteil einer Sekunde war mir, als hätte ich etwas gehört: Einen eigentümlichen Knall, als ob eine Gitarrensaite gerissen wäre.

Alles nur Einbildung. Ein paar blaue Flecken hatte ich mir wohl mit meiner tollkühnen Aktion eingehandelt. Nicht der Rede wert. Ich zog vorsichtig das Hosenbein übers Knie und staunte nicht schlecht. In kürzester Zeit war es angeschwollen und unförmig. Vielleicht konnte eine Salbe Abhilfe schaffen. Ich hörte mich in meinem Bekanntenkreis um und testete ein Wundermittel nach dem anderen, tauschte kalte gegen warme Umschlägen aus, schmierte abwechselnd Gels aus rotem Weinlaub, Rostkastaniensamen-Trockenextrakt und Arnikablüten-Tinktur auf mein malades Knie. Schlimmer wurde es dadurch nicht, aber auch keinen Deut besser.

Nach drei Tagen hatte ich den Endpunkt meiner Leidensfähigkeit erreicht und suchte einen Orthopäden auf.
Diagnose: Kreuzbandriss! Das ergab die Kniespiegelung, die mit Hilfe eines Endoskops durchgeführt wurde.
Nebenbei erfuhr ich, dass in einem Kniegelenk zwei Kreuzbänder vorhanden sind. Das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband. Sie kreuzen sich im Zentrum des Knies. Daher der Name. Bei mir war das vordere Kreuzband gerissen. Auf Nachfrage des Orthopäden fiel mir ein, dass ich seit Jahren gelegentlich ein leichtes Stechen im Kniegelenk spürte. Meist nach meiner Joggingtour. Bei meinem unfreiwilligen Sprung vom Skateboard war die Elastizitätsgrenze des Band überschritten worden. So einfach und verständlich erklärte mir der Arzt den Vorgang.

Zwei Behandlungsmethoden standen zur Auswahl.
Man hätte das Knie eingipsen können. Nach einigen Wochen der Ruhe, wäre ich wieder schmerzfrei gewesen, aber die alte Stabilität des Knies ließe sich auf diese Weise nicht wieder herstellen.
Also Knie operieren? Der Orthopäde erklärte mir, das gerissene Kreuzband könne durch eine Sehne verstärkt werden, die dem Oberschenkeln entnommen werde. Es wurde eine MRT am Kniegelenk durchgeführt. Das heißt, in einer Röhre wurde ein 3D-Röntgenbild von einem Knie erstellt. Der Orthopäde sah nun, wie es insgesamt um mein Knie bestellt war: Knochen, Bänder, Knorpel und Muskeln.

Die Operation verlief ohne Komplikationen. Bereits zwei Tag später begann für mich im Krankenhaus die Rehabilitation mit dem Ziel, möglichst schnell selbstständig zu werden. Danach ging es erst richtig los. Täglich vier Stunden Krankengymnastik, Übungen an verschiedenen Geräten, Bewegungen im Wasserbecken. Alles unter Anleitung von Physiotherapeuten und regelmäßiger Kontrolle meines Orthopäden. Fünf Monate später war ich wieder fit.

Es dauerte noch ein paar Wochen, dann wagte ich mich wieder auf meine Joggingpiste. Nur dem Skateboard meiner Tochter gehe ich weiträumig aus dem Weg.

Künstliches Kniegelenk

Wenn man – wie ich – sein Leben lang Freude an körperlicher Arbeit gehabt hat und von Kindheit an auf weiten Wanderungen seine Liebe zur Natur geweckt worden ist, dann kann man ermessen, was aus einem solchen Menschen wird, wenn er keine 100 Meter mehr laufen kann. Und wenn ich heute sage, dass ich mit meinem künstlichen Gelenk ein neuer Mensch bin, so bedeutet das eigentlich eher: ich bin wieder „ganz der Alte“!

Oft gehen der radikalen Lösung einer Gelenkoperation eine Menge „Reparaturversuche“ voraus. Hinter den Schmerzen werden alle möglichen Ursachen vermutet, derer sich die verschiedensten Spezialisten annehmen. Gefragt und ungefragt verbreiten sich wohlmeinende Bekannte über ihre Erfahrungen, und die einschlägige Literatur so wie heute vermehrt das Internet geben Auskunft zu den vermeintlichen Symptomen. Derweil nimmt die Bewegungsfähigkeit des Patienten stetig ab. Eine gelegentliche Besserung ist oft bloß eingebildet und leider auch immer nur von kurzer Dauer, und statt dessen hat sich ein Teufelskreis in Gang gesetzt:

Denn die hinter den hartnäckigen Beschwerden lauernde, fortschreitende Arthrose wird begünstigt, je weniger das Gelenk bewegt wird. Wuchernde Knochenmasse setzt sich an und scheuert an den Rändern des Gelenks, das wegen der im Alter allmählich schwindenden Gelenkschmiere immer trockener und empfindlicher wird. Schließlich ist der Schaden so groß, dass sich das Gelenk entzündet. Fieber ermüdet den Patienten zusätzlich, und dem schlechten körperlichen Zustand folgt endlich auch eine zunehmende psychische Beeinträchtigung: Depressive Phasen und Mutlosigkeit bestimmen mehr und mehr den Alltag.

So weit muss es nicht kommen. Die Diagnose eines erfahrenen Orthopäden, der das Gelenk als irreparabel erkennt und zu einem künstlichen Kniegelenk rät, kann den Leidensweg beenden – voraus gesetzt, man beherzigt diesen Rat. Denn mit modernen Operationstechniken, schonender Narkose und optimal verträglichen Materialien werden heute künstliche Kniegelenke eingesetzt, die Jahrzehnte lang problemlos funktionieren und dem Patienten seine Beweglichkeit zurück geben. Dieser Umstand wiederum ermöglicht es ihm, mit einer gezielten täglichen(!) Gymnastik die eventuellen Schäden an den anderen Gelenken zu mildern oder – wie in meinem Fall – sogar ganz zu beseitigen.

Denn das ist eine sehr wichtige Maßnahme nach einer Gelenkoperation: In der Rehaklinik und der evt. noch anschließenden ambulanten Physiotherapie erlernt der Patient die Übungen, die für seinen speziellen Fall zusammengestellt worden sind und die er zuhause selbst durchführen kann. Ein umsichtiger Orthopäde wird in seiner Verordnung auf dieser Unterweisung bestehen, denn es ist viel wirksamer, täglich zuhause 10 – 20 Minuten für diese – überdies noch kostenlose – Gesundheitsfürsorge aufzuwenden, als einmal pro Woche ins Fitness-Studio zu gehen.

Zunächst muss jedoch die Angst vor der Operation und der Narkose überwunden werden. In der modernen orthopädischen Praxis wird dem Patienten anhand von naturgetreuen Anschauungsmaterialien gezeigt, wie sein neues, künstliches Kniegelenk aussehen wird und wie es funktioniert, und er wird einbezogen in die Wahl der Methoden, die für den Eingriff und die Minimierung der Risiken in Frage kommen. Diese aktive Beteiligung mindert sein Gefühl des Ausgeliefertseins an eine medizinische Apparatur mit ihren durch ihn nicht mehr zu kontrollierenden Abläufen. Eine überzeugende Diagnostik, die verständliche Deutung der Symptome, in der sich der Patient wirklich wiederfindet, so wie Sorgfalt und Einfühlungsvermögen bei evt. schmerzhaften Vorbehandlungen bestärken den Patienten in seiner Sicherheit, endlich in den richtigen Händen zu sein. Z.B. waren in meinem Fall neben den üblichen Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen auch zwei Punktierungen erforderlich, um eine bakterielle Ursache des im Vorfeld aufgetretenen Fiebers sicher auszuschließen. Diese Untersuchungen wurden von zwei verschiedenen Ärzten mit sehr unterschiedlichen Begleiterscheinungen durchgeführt und haben meine Arztwahl letztlich entschieden.

Auch die Befürchtung, zuhause unentbehrlich zu sein oder überhaupt der Entschluss, durch einen Aufenthalt im Krankenhaus und in der Rehaklinik den Ritus des eingefahrenen Alltags so radikal zu unterbrechen, stellen für manche Menschen ein schier unüberwindliches Hindernis dar, und erst ein Gespräch mit dem Arzt im Beisein des Ehepartners oder eines anderen nahen Verwandten oder engen Freundes kann die Bedenken zerstreuen und dem Patienten Mut zu einem neuen Lebensabschnitt machen.

Denn um nichts weniger handelt es sich! Man bedenke: 6 Wochen stationäre Behandlung und Therapie sind der Preis für vielleicht noch Jahre eines schmerzfreien, erfüllten Lebensabends. Ich selbst habe außer der Dankbarkeit meinem Arzt gegenüber die Einsicht gewonnen, dass man den Fortschritt der Medizin so gut wie möglich nutzen und die Beseitigung gesundheitlicher Beeinträchtigungen vor allem nicht unnötig hinaus schieben sollte. Denn besonders im fortgeschrittenen Alter ist die Lebensqualität das höchste Gut, und das körperliche Wohlbefinden – im Alter beileibe keine Selbstverständlichkeit – hat daran einen entscheidenden Anteil.

Mehr Informationen über das Thema künstliches Kniegelenk finden Sie im Web unter:
Grünewaldklinik: http://www.gruenewaldklinik.de/kuenstliches-kniegelenk.html

Kniearthrose: der lange Weg des Leidens

Schmerzen in den Kniegelenken, Untersuchung beim Orthopäden
Mein erster Gang zum Orthopäden ist schon fast zwanzig Jahre her, damals war ich Anfang dreißig. Ich hatte Schmerzen, zunächst nur im rechten Knie. Äußerlich war wenig zu sehen, das Knie war nur ab und zu etwas geschwollen und beim Laufen tat es weh.
Ob ich Sport treiben würde? Ja, ich war Sportlerin gewesen in ganz jungen Jahren, und hatte eigentlich immer gedacht, das würde mir nicht nur länger die Figur erhalten, sondern auch meinen Körper auf Trab. Weit gefehlt. Das Fußballspielen mit meiner Thekenmannschaft verbot er mir umgehend, bevor überhaupt irgend welche Untersuchungsergebnisse vorlagen. Dabei sprang ich nur ab und zu ein, wenn nicht genügend Spielerinnen Zeit hatten. Ein, zwei Samstage im Monat höchstens. Damit sollte es jetzt vorbei sein? Zum ersten Mal im Leben fühlte ich mich alt.
Die Frage, ob es in der Familie rheumatische Erkrankungen, Arthrose, Meniskus-Operationen und Ähnliches gäbe, musste ich leider bejahen. Familiär war ich, mütterlicherseits, tatsächlich vorbelastet.
„Gonarthrose in beiden Knien“. Mir war zum Heulen.
Nach der körperlichen Tast-Untersuchung, dem Röntgen und der Blutabnahme vereinbarte ich einen neuen Termin, für eine Arthroskopie.

Den ärztlichen Rat nicht befolgt
Dann tat ein paar Tage lang nichts weh, und ich sagte den Termin ab.
Wie blöd kann ein Mensch sein? Samstags darauf spielte ich Fußball. Linke Verteidigerin, auf dem Hartplatz. Ich versuchte gerade, einer gegnerischen Spielerin den Ball abzunehmen, als mitten im Lauf der Meniskus in meinem rechten Knie riss. Ich hörte ihn förmlich krachen, wie sich später heraus stellte, in drei Teile. Das Knie wackelte nur noch so umher.

Krankenhausaufenthalt wegen Meniskusriss
Im Krankenhaus bot mir der Orthopäde an, die Operation mit Rückenmarksspritze durchzuführen. Ich fand das eine super Idee, und am nächsten Morgen war der Operationstermin anberaumt.
Er setzte mir die Spritze, und wollte ein paar Minuten später mein Knie abbinden. Leider hatte die Periduralanästhesie nicht gewirkt und ich schrie vor Schmerzen. Das Ende vom Lied war eine Vollnarkose.
Aus dem Krankenhaus war ich zwei Tage später schon entlassen, die Drainage vorher gezogen. Ich humpelte an Krücken, aber der Arzt warnte mich, wenn ich nicht umgehend zur Krankengymnastik ginge und das Bein nicht bewegte, bliebe es steif.

Krankengymnastik und Sport stärkten das Kniegelenk
Termine versäumte ich von da an nie mehr. Es dauerte Monate, bis ich, unter stärksten Schmerzen, mein Knie auch nur ein wenig beugen konnte. Es war blau angeschwollen, und selbst die geringste Bewegung trieb mir die Tränen in die Augen. Es wurde regelmäßig punktiert. Nach sechs Monaten konnte ich einigermaßen laufen.
Ich ging regelmäßig schwimmen, um meinen Oberschenkelmuskel wieder aufzubauen. Schwimmen ist einfach eine klasse Sache, es hilft nicht nur, sich schmerzarm zu bewegen, sondern tut auch der Seele gut.

Der Arbeitsalltag machte Sport fast unmöglich
Dann war ich jahrelang fast beschwerdefrei, wenn ich mir bloß nicht das Knie anstieß. Das tat, und tut immer noch, einfach höllisch weh. Als würde mir jemand elektrischen Strom durch das Bein jagen.
Seit sieben Jahren arbeite ich Vollzeit in einem Büro am PC. Anfangs ging das gut, aber vor ungefähr vier Jahren bekam ich immer öfter Schwellungen in beiden Knien, und solche Schmerzen, dass ich abends nur mit Hilfe von meinem, wohlgemerkt ergonomisch einwandfreien, Bürostuhl aufstehen konnte. Morgens hatte ich Schuhgröße 38 und abends 40. Zum Schwimmen hatte ich keine Zeit mehr, oder besser: Ich nahm mir keine.

Massiver Knorpelabbau im Kniegelenk als Folge
Mein Orthopäde war mittlerweile in Rente, aber eine Bekannte empfahl mir eine neue Praxis. Der Arzt war nett, und ich ging diesmal wirklich zu den Spiegelungen. Erst das rechte Knie, ein paar Tage später das linke. Wegen der Infektionsgefahr spiegelte er nicht beide Seiten am gleichen Tag.
Massiver Knorpelabbau im linken Knie. Im rechten noch schlimmer. Ich war wieder den Tränen nahe.
Was ich beruflich mache. Die Antwort gefiel ihm nicht.

Kniearthrose: Behandlung mit Hyaluronsäure
Hyaluronsäure. Ich hatte das Wort schon gehört, viel wusste ich nicht darüber. Sie kann Arthrose nicht heilen, aber lindern und aufhalten. Aus Hahnenkämmen wird der Stoff zum Beispiel gewonnen.
Na ja, wenn’s hilft. Aber irgend einen Haken musste die Sache doch haben, so wie der Arzt mich ansah.
Super, meine Krankenkasse zahlt das nicht. Aber, einen Antrag konnte ich ja mal stellen.
Das hätte ich mir besser gleich gespart, ich meine nicht, das Geld. Sondern den nervenaufreibenden Kleinkrieg mit der Krankenkasse.
Ich schenkte mir die Hyaluronsäure dann selbst zum Geburtstag und zu Weihnachten. Innerhalb eines Jahres bekam ich zehn Spritzen in jedes Knie. Eine Zeitlang ging es mir etwas besser, die Injektionen schien zu helfen.
Vor zwei Jahren wurde es wieder schlimmer. Zeitweise konnte ich fast gar nicht mehr gehen, und der Arzt verordnete mir neue Spritzen. Leider vertrug ich sie plötzlich nicht mehr und bekam Nesselsucht am ganzen Körper. Obwohl es das identische Präparat war wie beim ersten Mal.
Der Orthopäde sprach nun von Stadium 2 bis 3, und erwähnte erstmals künstliche Gelenke.
Ich ging dagegen zum Heilpraktiker, schaden konnte es ja nicht. Er sprach davon, dass mein Säure-Basen-Haushalt wohl aus den Fugen sei. Weniger Fett und nicht so viel Süßes solle ich essen. Teufelskralle und Brennessel schlug er vor. Teufelskralle vertrage ich mit dem Magen nicht, und auch auf Brennessel reagiere ich mit Allergien.

Kniearthrose: Gegenmittel Heilfasten und Sport
Aber das Gespräch hatte mich nachdenklich gemacht. Ich begann mit Heilfasten. Dazu muss man sich unbedingt vorher von einem Arzt untersuchen lassen und seine Zustimmung einholen, da es bei bestimmten Herz-Kreislauf-Krankheiten gefährlich werden kann. Wenn man das abgeklärt hat, ist Heilfasten eine tolle Sache. Sicher, am Anfang ist es schwer, aber wenn die Entgiftung in Gang kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Ich machte immer mal wieder eine solche Kur, während der ich viel Flüssigkeit zu mir nahm. Ansonsten ernähre ich mich bewusster und gehe dreimal die Woche schwimmen.
Eine Freundin empfahl mir die Pflanze Beinwell. Sie wächst inzwischen in meinem Garten. Hildegard von Bingen behandelte Knochenbrüche damit, und ich meine kranken Knie. Ich hacke die frischen Blätter streiche den Brei auf die Haut, dann umwickle ich mit ganzen Blättern und bandagiere die Knie.
Das ersetzt natürlich nicht den Gang zum Arzt, und Beinwell darf man auch nur äußerlich anwenden.
Regelmäßig lasse ich die Arthrose checken und gehe zu allen Vorsorgeuntersuchungen.
Aber seitdem ich mehr auf meinen Körper höre, geht es mir und auch meinen Knien etwas besser.

Kreuzbandriss: mein Erfahrungsbericht

Ein Sturz beim Sport, bei dem das Knie verdreht und so die Elastizitätsgrenze des Kreuzbandes ruckartig überschritten wurde, führte zu einem Riss des vorderen Kreuzbandes und beendete so die Trainingsstunde abrupt. Das Knie schmerzte und wurde innerhalb kürzester Zeit dick und unförmig. Es ging gleich ins Krankenhaus, wo eine Kniespiegelung mit Hilfe eines medizinischen Endoskops durchgeführt und die Diagnose bestätigt wurde. Die Ärzte stellten zwei verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl – das Knie konnte eingegipst und so für einige Wochen ruhig gestellt werden, was aber eine bleibende Instabilität im Gelenk zur Folge gehabt hätte. Die Alternative war ein operativer Eingriff, bei dem das vordere Kreuzband durch eine aus dem Oberschenkel entnommene Sehne verstärkt würde. Die Wahl fiel auf Rat der Ärzte auf die operative Methode, denn mit der bloßen Ruhigstellung des Knies wäre es mit all den geliebten sportlichen Aktivitäten weitgehend vorbei gewesen. Die Operation verlief sehr erfolgreich, jedoch kam es nach einiger Zeit zu einer Verklebung im Knie, die bei der geringsten Beugung des Gelenkes große Schmerzen verursachte und den Erfolg der physiotherapeutischen Maßnahmen blockierte. Die Verklebungen wurden daher im OP unter Narkose gelöst, indem das Knie soweit es ging gebeugt wurde. Dieser Eingriff wäre ohne Narkose extrem schmerzhaft gewesen. Anschließend ging es dann in der Krankengymnastik gut voran, das Knie wurde immer beweglicher und mit Hilfe einer Orthese, einer Knieschiene, die ein Verdrehen des Kniegelenkes unter Belastung verhindert, konnten schließlich auch wieder die ersten Schritte gemacht werden. Die Orthese musste nach dem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt tagsüber bei Belastung noch einige Monate getragen werden. Die im Krankenhaus begonnene Physiotherapie wurde ebenfalls solange ambulant weitergeführt, bis die Muskulatur und die volle Bewegungsfähigkeit des Kniegelenkes wieder hergestellt waren. Geduld und Ausdauer beim Aufbautraining sind für den Patienten auch nach dem Krankenhausaufenthalt langfristig wichtige Faktoren, die zur Wiederherstellung eines gut beweglichen und voll funktionsfähigen Kniegelenkes beitragen. Ein Bänderriss muss also nicht das Ende der sportlichen Karriere bedeuten.

Das Kniegelenk des Menschen ist für viele Bewegungen unabdingbar

An wie vielen Bewegungsabläufen das Kniegelenk beteiligt ist, wird jedem erst dann klar, wenn es nicht mehr so richtig mitarbeiten mag. Das wird meistens durch eine Kniegelenkserkrankung deutlich. Nun gibt es die unterschiedlichsten Kniegelenkserkrankungen. Was aber wohl jeder unterschreiben kann, der es schon mal mitgemacht hat, Knieschmerzen sind richtig unangenehm. Auch ich musste vor einigen Jahren erleben, was das Knie mit einem Menschen machen kann, wenn es nicht mehr gesund ist. Sicher fragt sich der Leser, was passiert ist und was danach kam, also von Anfang an, die Geschichte meiner Kniegelenkarthrose.

Ich komme aus einem Beruf, der viele verschiedene Bewegungsabläufe beinhaltet. Vor allem aber die Knie werden beim Job im Verkauf besonders belastet. Es geschah bei mir nach einer wirklich stressigen Inventur, als ich am Abend merkte, dass die Hose am rechten Bein rund um das Knie plötzlich extrem spannte. Das rechte Knie war auf einmal aufgeblasen wie ein Luftballon. Das Kniegelenk ist ein komplizierter Gelenkmechanismus aus Muskeln und Sehnen und Knochen. Schon vor diesem Abend hatte ich schon mal Schmerzen im Knie, die ich als brennend oder auch reißend beschreiben möchte. Aber zum Arzt zu gehen hielt ich wegen ein Paar Schmerzen nicht für so wichtig, wichtiger war der Job. Aber an diesem Abend ging fast nichts mehr, im Laufe der Zeit setzte auch das zweite Knie aus. Mit den Schmerzen, die wirklich nicht zum Aushalten waren, war ich plötzlich aus dem alltäglichen Leben, sprich der Arbeit raus. Was nun folgte, war eine wahre Odyssee durch verschiedene Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen. Bis zur Diagnose Rheumatoide- Kniegelenkarthrose ist viel Zeit und viele Stunden voller Schmerzen vergangen.

Es ist zum Auswachsen, wenn man vier Ärzte fragt, bekommt man oft fünf verschiedene Meinungen oder Diagnosen. Ich kann gar nicht mehr zählen wie viele Spritzen, Punktionen und Kniespiegelungen ich bereits hinter mir habe. Im Laufe der Karriere als Patient, habe ich die verschiedensten Arztpraxen, Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen besuchen müssen. Am Anfang war es echt schwer für mich, ich hatte erst nach diversen heißen Bädern eine Ahnung, dass es sich um eine entzündliche Erkrankung handeln müsste. Denn nach den warmen Bädern schwollen die Kniegelenke stets an und die Schmerzen nahmen sehr stark zu. Eine Blutuntersuchung, die auf mein Drängen gemacht wurde, kamen dann irgendwann die erhöhten Entzündungswerte raus. Und das ist es auch, was ich im Laufe der Zeit herausgefunden habe, jeder Patient ist sein bester Arzt. Ein Spezialist auf dem Gebiet hat in einem Vortrag mal gesagt, jeder Mensch, der Rheuma oder Arthrose hat, sollte wissen, was einem gut tut. Doch was spielte sich im Innern des Kniegelenks ab?

Nach einer Kniespiegelung wusste ich, dass es bei mir die Sehnen, Bänder und Gelenke sind, die von der Arthrose betroffen sind. Von Zeit zu Zeit muss das jeweilige Kniegelenk abpunktiert werden. Bei der Punktion wird eine lange Hohlnadel in das Kniegelenk eingeführt, mit einer Spritze wird dann die Flüssigkeit abgezogen, aber auch entzündungshemmende Medikamente wie Kortison werden auf diesem Weg direkt eingespritzt. Diese Behandlung führt dazu, dass die Kniegelenke abschwellen können. Bei akuten Entzündungsprozessen sollte vor allem Kälte angewendet werden, allerdings sollte jeder betroffene Patient professionell angeleitet werden, damit die Kälte an den richtigen Stellen angesetzt wird. Aber auch die nötigen Ruhephasen und die richtige Bewegung gehören zur richtigen Therapie. Bei der Arthrose mit Rheuma handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die zwar nach jeder Behandlung auch wieder etwas gebessert ist, aber niemals ganz ausheilt. Dabei ist der Verlauf einer Kniegelenkserkrankung immer unterschiedlich und kann damit enden, dass Sie ein künstliches Kniegelenk benötigen. Es gibt die verschiedensten Erkrankungen, die bei jedem Menschen unterschiedliche Verläufe nehmen können. Was ich damit sagen möchte, ist Folgendes: Probleme mit dem Kniegelenk sollten sofort von einem Arzt untersucht werden, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellt, dann sollte auch ein Facharzt wie zum Beispiel ein Orthopäde zurate gezogen werden.

Doch eines ist auch wichtig zu wissen, nicht alle Symptome deuten gleich auf bestimmte Krankheitsbilder hin. Das menschliche Knie ist so kompliziert, dass es auch viele andere Erkrankungen sein können, die eine Störung des Knies eventuell verursacht. Mit dem Gang zum Arzt sollte man nicht warten, denn auch harmlos wirkende Schmerzen können ernsthafte Krankheitsbilder ankündigen. Je frühzeitiger eine Behandlung beginnt, desto besser ist es für die Betroffenen. Ein gesundes Knie macht den Menschen dann auch noch zusätzlich glücklich.

Dieser Beitrag wurde eingereicht von Cicky.