Kategorie-Archiv: Ischias

Probleme mit der Bandscheibe können sich als Kreuzschmerz, Hexenschuss oder Ischias äußern. Hier erfahren Sie alles über Ischias.

Ischias: Schmerz von Po bis Bein

Letzten Monat hat es mich richtig erwischt, nach einer blöden Drehung tat auf einmal das Bein weh. Die Schmerzen zogen in das linke Bein, nicht mächtig, aber unangenehm. “Ischias”, meinte meine Freundin, “ganz klar, und der Schmerz kommt eigentlich aus dem Rücken!” Mir war das nicht klar, ich hatte noch nie Rückenprobleme. Dass es einen Ischias gibt, habe ich schon gehört, aber was das ist und wie er sich äußert, war mir bislang unbekannt.

Eine erste kurze Recherche im Netz brachte eher Verwirrung: Wenn von “Ischias” gesprochen wird, ist das eine sehr ungenaue Bezeichnung. Das Wort Ischias bezeichnet eigentlich den Nerv selbst, den Nervus Ischiadicus, der im Lenden-Kreuz-Geflecht entspringt und sich das Bein entlang zieht. Auch eine Neuralgie des Ischiasnervs wird als Ischias bezeichnet, fast alle anderen Schmerzen, die bis ins Bein ausstrahlen, fallen unter den Begriff Ischialgie und haben dann meist mit dem Rücken zu tun, genau, wie Christine sagte.

Sie war auch der Meinung, wenn der Schmerz nicht allzu heftig wäre, könne ich einfach erst einmal abwarten und erst zum Arzt gehen, wenn die Schmerzen nach zwei Wochen (bei relativ normaler Bewegung) noch nicht verschwunden wären. Vielen Dank, das war mir zu heikel, wer weiß ob bei den normalen Bewegungen eine falsche ist, die das Ganze noch schlimmer macht.

Ich bin also zum Arzt gegangen, gerade wenn ich zum ersten Mal mit Beschwerden konfrontiert werde, verschaffe ich mir am liebsten gleich einen fundierten Überblick.

Der Hausarzt erzählte mir viel über den Ischias und Ischialgie und überwies mich anschließend zum Orthopäden.
In der Zeit bis zum Termin beim Orthopäden habe ich mich gründlich mit dem Thema beschäftigt:

Wenn es vom Po bis ins Bein, manchmal sogar bis in den Fuß schmerzt, ist eines ziemlich sicher: Der Nervus Ischiadicus ist gereizt und reagiert mit Schmerzen. Die meisten dieser Ischiasschmerzen werden als Ischialgie bezeichnet, sie können verschiedenste Ursachen haben.

Am häufigsten sind es spinale Nervenwurzeln, also Nervenwurzeln des Rückenmarks, die gereizt sind und Schmerzen in alle möglichen Richtungen ausstrahlen. Dass hier Störungen auftreten, ist schon deshalb nicht unwahrscheinlich, weil der Mensch gleich 31 Paar Spinalnerven (Rückenmarksnerven) besitzt. Vom zentralen Nervenbündel, dem Rückenmark, zweigen durch die Zwischenwirbellöcher diese Spinalnerven ab, die weiter in alle Körperbereiche verlaufen. Im Bereich der 8 Halswirbel treten 8 Halsnerven, die Nervi Cervicales aus, aus den 12 Brustwirbeln kommen 12 Brustnerven, die Nervi Thorakales. 5 Lendenwirbel entlassen 5 Lendennerven (Nervi Lumbales) in den Körper, 5 (verwachsene) Kreuzbeinwirbel 5 Kreuzbeinnerven (Nervi Sacrales) und das Steißbein einen 1 Steißbeinnerv.

Jede Menge Raum für Störungen, häufig verursacht durch einen Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps) oder eine Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion). Eine andere Ursache dieser Form der Ischialgie kann ein Wirbelgleiten (Spondylolisthese) sein. Möglicherweise liegt auch eine Einengung im Zwischenwirbelloch (Stenose im Foramen intervertebrale) vor, die auf die Nervenwurzel drückt. Diese Einengung kann verursacht werden durch eine Randzackenbildung am Wirbel, einen Tumor, Krampfadern (Varizen) im Bereich der Rückenmarkshülle, einen Wirbelbruch oder ein Ödem (Flüssigkeitsansammlung) in der Nervenwurzel. Meist sind die Schmerzen bei all diesen Ursachen am Ischiasnerv einseitig und werden von (beidseitigen) Kreuzschmerzen begleitet.

Wenn die Ischiasschmerzen sich den ganzen Verlauf des Nervs lang ziehen, sind meist andere Ursachen der Auslöser: Es kann sich um eine echte Ischiasneuralgie handeln, eine eigenständige Krankheit, die selten auftritt. Dann sind keine spinalen Nervenwurzeln betroffen, sondern der Ischiasnerv selbst ist in Mitleidenschaft gezogen, was sich in wiederholt auftretenden, heftigen, aber kurz andauernden Schmerzen den ganzen Nerv entlang äußert. Die Schmerzen können aber auch von einer Verletzung kommen oder die Folge einer Operation im Oberschenkel- oder Hüftbereich sein. Dann sind meist dauernde Schmerzen oder länger andauernde Schmerzepisoden zu beobachten. Auch die falsch gesetzte Spritze ins Gesäß kann den Ischiasnerv verletzen, typisch sind dann brennende Schmerzen und schmerzhafte Empfindungsstörungen. Ins Gesäß werden z. B. Rheumamittel gespritzt. Ähnliche Schmerzen am Ischiasnerv können aber auch durch eine Zuckerkrankheit, durch Alkoholmissbrauch oder Vergiftung mit Schwermetallen verursacht werden, dann sind sie meist mit Ausfällen oder Störungen der Muskeln oder Fehlempfindungen verbunden.

Wenn die Schmerzen des Ischiasnervs vor allem das Gesäß betreffen, kann ein Piriformis-Syndrom die Ursache sein, eine Muskelstörung, die durch Verletzungen im Gesäßbereich entstehen kann.

Schmerzen im unteren Bereich des Ischiasnervs haben ebenfalls typische Ursachen: Wahrscheinlich handelt es sich um ein Fibulaköpfchen-Syndrom, wenn vor allem der Fußrücken und die Unterschenkelaußenseite schmerzen. Dieses Wadenbein-Köpfchen (rechts von der Kniescheibe gelegen) drückt gerne gegen einen Nervenast des Ischias, wenn in diesem Bereich Gipsverbände, Verrenkungen oder Brüche anliegen. Sitzen die Schmerzen dagegen nur an der Schienbeinvorderseite oder im Fuß, wo sie auch noch Missempfindungen im hinteren Bereich der Fußsohle auslösen, ist meist eine Abzweigung des Ischiasnervs, der Nervus Tibialis, betroffen, in der Form eines Tibialis anterior Syndroms oder des hinteren Tarsaltunnelsyndroms.
Dann gibt es noch ein vorderes Tarsaltunnelsyndrom, das zu Schmerzen am Fußrücken führen kann und eine Morton-Neuralgie, die brennende Schmerzen im vorderen Fußteil verursachen kann.

Also wirklich ein weites Feld! Leider hilft die oben skizzierte Eingrenzung nach bestimmten Schmerzauftrittsorten nur sehr minimal weiter. Denn das Erste, was der Orthopäde mir gründlich klarmachte, als ich mit meinen neu erworbenen Kenntnissen beeindrucken wollte, ist die Unverbindlichkeit dieser Aussagen. Es kann also alles auch ganz anders sein bzw. auf etwas anderes hindeuten.

Die Therapie dieser Schmerzen durch den Orthopäden folgt dem logischen Ansatz, zuerst einmal die Ursache zu finden. Die wird dann behandelt, der seltene Wirbelsäulentumor durch eine geeignete Krebstherapie, der ganz schwere Bandscheibenvorfall vielleicht durch eine Operation.

Zuerst stellte der Orthopäde also eine Menge Fragen nach der genauen Art und dem genauen Sitz der Schmerzen. Er wollte alles über vorhandene Taubheitsgefühle wissen und wo diese auftreten, ob ich Schmerzen beim Husten hätte, wann die Schmerzen das erste Mal aufgetreten sind und so weiter. Es folgten einige spezielle Untersuchungen, deren Beschreibung mich überfordert, es ging vor allem um bestimmte Liegepositionen und um bestimmte Beinbewegungen, auch ein Reflextest und sanfte Berührungen der Haut an den Beinen waren dabei. Noch einige Laufübungen folgten, zum Schluss war der Orthopäde sich sicher, dass die Bandscheiben betroffen sind. Er wollte gerne eine MRT machen, aber bei der geringen Intensität der Schmerzen sei auf jeden Fall keine Operation angesagt, beruhigte er mich.
Wie meine Freundin riet er mir zu moderater Bewegung (alles, was die Schmerzen nicht verschlimmere) und gab mir vorbeugend ein Schmerzmittel mit. Nach der MRT werde er mit mir über Sport, eine Rückenschule und einen Notfallplan für ein mögliches Wiederaufflackern der Schmerzen reden.

Ischias: Wenn der Ischiasnerv nervt

Erfahrungen und Probleme mit dem Ischiasnerv
Der Ischiasnerv ist Bestandteil der größten gebündelten Ansammlung von Nerven in unserem Körper. Tausende von feinsten Nervenfasern befinden sich im Lendenbereich und bestehen aus jeweils drei Nervenwurzeln, die sich im unteren Rückenbereich bündeln.
Unser „Gangbild“ wird von dem Ischiasnerv beeinflusst, denn er ist für das Heben- und Senken des Fußes verantwortlich. Somit ist der Ischiasnerv im Lendenwirbelbereich für fast alle Funktionen der Muskeln zuständig. Stechende Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich deuten in den meisten Fällen auf einen eingeklemmten Ischiasnerv hin. Der Ischiasnerv reagiert auf bestimmte Reize wie z.B. Kälte und kann bereits durch kleine Irritationen typische „Ischiasschmerzen“ verursachen.

Viele Menschen wurden schon einmal damit konfrontiert und kennen den Schmerz, der über den Hüftbereich entlang bis über den Oberschenkel hinunter ins Knie zieht. Dies ist das typische Schmerzmerkmal wenn der Ischias bzw. der Ischiasnerv betroffen ist. Eine weitere Ischiasnerv-Reizung resultiert oft auch aus einer Fehlbelastung der Gelenke oder der Wirbelsäule. Wird der Nerv jedoch in der Nähe der Wirbelsäule gereizt, kann sogar ein Gefühl des Kribbelns oder Schwäche des Beines entstehen.

Im Volksmund bekannt unter „Hexenschuss“ hat schon manch einer im alltäglichen Leben die Erfahrung mit einem plötzlich auftretenden, stechenden Schmerz gemacht, der oft durch falsches Bücken, Heben oder Belasten entsteht. Geht der Schmerz vom Kreuzbein aus, treten die Schmerzen meist einseitig auf und somit spricht man von einer Ischialgie.

Ein sogenannter „Hexenschuss“ kann auch durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst werden. Die umfassende Diagnose zur Feststellung der Ursache ist in jedem Fall bei einem Facharzt für Orthopädie abklären zu lassen. Eine Röntgen- oder einer Kernspintomographie ist zwecks Indikation und weiterer Behandlung erforderlich und sinnvoll.

Vorübergehende Linderung der Schmerzen durch eigene Therapie
Im Laufe der Jahre wurde ich auch schon mehrmals mit Rückenproblemen konfrontiert und so habe ich mir Dank einiger guter „Hausmittel“ und nachvollziehbaren Anleitungen selbst helfen können.
Also habe ich das mir bekannte komplette „Erste-Hilfe-Programm“ angewendet, dass sich von einer „heißen Dusche“ wobei – ich den Strahl direkt auf den schmerzenden Bereich gerichtet habe – über Einreibungen mit einer Wärmesalbe bis hin zu leichten Bewegungen ausprobiert. Natürlich musste ich darauf achten, dass ich mich ganz vorsichtig bewegte, denn bei jeder kleinsten Drehung des Oberkörpers schien es so, als würden sich die Muskeln erneut verkrampfen.

Den Rücken konnte ich während der schmerzhaften Phase entlasten, indem ich eine Rückenlage einnahm und die Beine rechtwinklig gebeugt (z.B. auf einem Sessel) lagerte. Das sogenannte „Stufenbett“ sorgte für die notwendige Entspannung der Rückenmuskulatur und entlastete die Bandscheiben.

Da ich weitgehend von zuhause aus arbeite, konnte ich also die Zeit der Pausen sinnvoll nutzen und meinem Rücken die Gelegenheit zur Entspannung geben. Bei einem eingeklemmten Ischiasnerv ist das Kälte- oder Wärmeempfinden völlig individuell und beide Varianten stehen in Form von Kompressen zur Verfügung.
In meinem Fall hatte sich eine Wärmekompresse bewährt und mittlerweile gibt es auf dem Markt sogenannte „Wärmegürtel“ die ich dank ihrer schmalen Form problemlos unter der Kleidung tragen konnte. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln und Einreibungen konnte ich nicht verzichten und die Wärmeanwendungen, sowie die Stufenlagerung haben dies weitgehend erfolgreich unterstützt.

Allerdings habe ich darauf geachtet, dass ich trotz der Schmerzen in Bewegung blieb, denn eine strikte Bettruhe hätte die Auswirkungen der Rückenbeschwerden nur noch verschlimmert. Da ich nicht zum ersten Mal diese Probleme mit dem Ischiasnerv hatte, konnte ich auf Erfahrungswerte zurückgreifen.
In der Regel sollten grundsätzlich eigene Therapieversuche innerhalb von ca. 3 Tagen eine deutliche Linderung erzielen, ansonsten ist eine Abklärung durch den Facharzt unumgänglich.

Eine umfassende Diagnose zur Feststellung der Ursachen der Ischiasschmerzen ist unbedingt erforderlich
Sind die Probleme mit dem Ischiasnerv bereits als chronisches Krankheitsbild einzustufen, und wurden die Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst, ist eine ursächliche Behandlung nicht mehr möglich. Diese Diagnose kann zutreffen, wenn z.B. der Ischiasnerv in Folge einer Verletzung zu chronischen Ischiasschmerzen führt. Um dem Patienten in diesem Zustand zu helfen, ist es ggf. notwendig, dass der behandelnde Arzt zu Betäubungsmitteln greifen muss, die eine Nervenblockade auslösen soll, um die Reizweiterleitung zu dämpfen. Oft ist in so einem Fall der Krankenhausaufenthalt oder sogar die Implantation einer Schmerzpumpe der letzte Ausweg um dem Patienten ein Stück Lebensqualität zu verschaffen.

Lebensgewohnheiten und Bewegungen im Alltag beobachten
An manchen Rückenproblemen ist der Mensch nicht ganz unbeteiligt und jeder kann in Form von korrekter Körperhaltung und regelmäßiger Bewegung seinen Teil dazu beitragen, den Rücken gesund zu erhalten.
Typisch und oft praktiziert sind Fehlhaltungen des Körpers am Arbeitsplatz. So beobachtet man oft die Leute im Büro, die den Telefonhörer oder das Handy lässig zwischen Kopf und Schulter einklemmen und in diesem Moment nicht daran denken, dass diese Haltung auf Dauer zu Verspannungen und Schmerzen führen kann. Ebenso kommt es auf die korrekt Sitzhaltung an, die Wirbelsäule sollte gerade gehalten werden und die Füße nicht in der Luft baumeln, sondern Kontakt zum Boden haben. Mit Aufmerksamkeit und bewusstem Training kann man so eine alltägliche „Sünde“ am Arbeitsplatz korrigieren.
Egal ob am Arbeitsplatz, in der Freizeit, beim Sport oder im Haushalt, gleichermaßen gilt:
Die Haltung des Oberkörpers beim Sitzen oder die richtige Haltung des Körpers beim Laufen und die Beachtung des ganzen Körpers bei schweren Arbeiten, wie z.B. bei einem Umzug, alles beginnt mit einer Selbstbeobachtung.

Ischias: Wenn’s im Rücken mal wieder klemmt

Fast jeder hat schon mal Bekanntschaft mit Rückenschmerzen gemacht. Das schnelle Anheben einer Kiste Mineralwasser aus dem Kreuz oder die plötzliche, unbedachte Drehung des Oberkörpers, können einem die kommenden Tage oder gar Wochen vermiesen. Während ein klassischer Hexenschuss eher stechenden Schmerz im Rücken verursacht und eine weitere Bewegung, Aufrichtung oder andere körperliche Aktivitäten, wegen der Schmerzen, kaum mehr ermöglicht, erfährt man beim Ischiasnerv einen in die Beine ausstrahlenden, dumpfen, manchmal zermürbenden Schmerz, der einem den Schlaf rauben kann. Viele Jahre der Bekanntschaft mit Problemen mit meinem Ischias-Nerv führten dazu, dass ich Strategien und Wege entwickelt habe, die das immer wieder auftretende Problem erträglicher machen konnten. Aber was genau ist der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv – vom Po bis zum Fuß
Entgegen der landläufigen Meinung, ist beim „Ischias“ nicht der Ischiasnerv selbst betroffen, sondern die vorgelagerte Nervenwurzel im Beckenbereich, aus der im weiteren Verlauf der Ischiasnerv hervorgeht. Diese Nerven verlaufen vom Rückgrat durch Aussparungen in der Beckenschaufel über Po und die Beine bis in den Fuß. Der Ischiasnerv ist der längste Nerv des menschlichen Körpers. Oft als Folge eines, meist seitlich gelagerten, Bandscheibenvorfalls, drückt der Gallertkern der betroffenen Bandscheibe an dieser Stelle auf die Nervenwurzel. Diese sendet dann entsprechende Schmerzsignale, die, abhängig von der Stellung des Bandscheibenproblems, in den Ischiasnerv und so bis in den Oberschenkel oder Fußbereich ausstrahlen können. Aber auch Wirbelblockaden können den Nerv einklemmen und diese Beschwerden auslösen. Da die Schmerzen zwar im Bein oder Fuß wahrgenommen werden, jedoch an anderer Stelle im Köper entstehen, spricht man von Schmerzprojektion. Ich kann diese Projektion gut feststellen, indem ich mich beim Auftreten der Symptome konzentriere und versuche, den Schmerz im Bein aktiv zu lokalisieren. Interessanterweise reduzieren sich bzw. verschwinden die Schmerzen dann solange, wie ich mich auf den schmerzenden Bereich konzentriere. Je besser die Konzentration, umso weniger Schmerz. Trotzdem, man kann sich ja nicht den ganzen Tag auf den Schmerz konzentrieren.

Wege zur Linderung
Ist das Problem akut, sollte man zum Arzt gehen, klar. Unglücklicherweise sind Orthopäden vielfach so überbucht, dass man selbst als „Notfall“ keinen spontanen Termin bekommt und abgewiesen wird. Spritzen vom Hausarzt waren für mich nie eine Alternative. Nachdem bei mir andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten (z.B. Bruch, Tumor, Bandscheibenvorfall) löste der Arzt regelmäßig Wirbelblockaden durch dieselbe chiropraktische Anwendung – das berühmte Knacken der Dornfortsätze an den Wirbeln. Da diese Vorgehensweise immer gleich und schmerzfrei war und der auftretende Schmerz identisch wie vorher, bin ich irgendwann dazu übergegangen, mir den Weg zum Arzt zu ersparen und die Blockaden durch dieselbe Technik selbst zu lösen. Hilfreich ist, wenn man sich vorher ein heißes Bad gönnt, um die Muskeln aufzulockern und beim Lösen der Blockade ausatmet – wiederrum zur Entspannung der Muskulatur.
Hinweis: Dies ist ein Erfahrungsbericht. Bitte nicht versuchen, nachzumachen. Bei Rückenschmerzen, konsultieren Sie einen Arzt.
Die eigentliche Praktik ist dann, dass man, ausgestreckt auf dem Boden liegend, ein Bein aufstellt (etwa 90 Grad Winkel von Oberschenkel zum Oberkörper) und mit dem diagonal gegenüberliegenden Arm in Richtung Boden zieht (Rechte Hand fasst linkes Knie und zieht es nach rechts zum Boden). Der gleichseitige Arm liegt dabei seitlich ausgestreckt am Boden. Dasselbe wiederholt man dann mit der anderen Seite. Im Regelfall vernimmt man am Endpunkt des Bewegungsspielraums ein oder mehrere Knackgeräusche, die das Lösen der Blockade bedeuten. Im Anschluss lässt der Schmerz deutlich nach oder verschwindet ganz.

Ischias ok, Schmerzen noch da – Schmerzgedächtnis, was ist das?
Hat man es versäumt, eine Blockade zu lösen bzw. den Schmerz im Rücken oder Bein nach kurzer Zeit los zu werden, wird es schwieriger. Selbst in Fällen, wo die Ursache des Schmerzes – der Druck auf die Nervenwurzel – schon längst wieder obsolet ist, können die Schmerzen fortdauern. In diesem Fall spielen uns unsere Nerven einen Streich. Durch die ständige Reizung während des Ischiasproblems sensibler geworden, senden die Nerven noch weiterhin Schmerzreize ins Hirn obwohl keine Ursache mehr vorliegt. Diesen Vorgang nennt man Schmerzgedächtnis. Das Gefährliche daran ist, dass die Schmerzen uns dazu verleiten, Schonhaltungen einzunehmen. Diese wiederum führen zu weiteren Verspannungen, ggfs. mit ernsteren Dauerfolgen. Wichtig ist daher, durch eine Gabe von Schmerzmitteln oder im besonderen Falle mit einer Schmerzspritze, diesen Kreislauf zu unterbrechen und eine Mobilisierung bspw. durch Krankengymnastik oder schonende Sportarten allgemein einzuleiten. Auch hier habe ich mit der Zeit herausgefunden, dass in Kombination mit einem Schmerzmittel, die Lösung der Blockade in Eigenarbeit deutlich erfolgreicher bleibt.

Bewegung statt Schonung
Irgendwann ist aber auch der Punkt erreicht, dass man sich nicht alle paar Wochen „einrenken“ möchte oder sollte. Durch eine, meine Blockaden fördernde, Sportart Judo, war sichergestellt, dass dies (Blockade haben, Blockade lösen) ewig so weitergehen würde, sollte ich nicht etwas ändern und vorbeugen. Ein Besuch bei einem Dorn-Therapeuten lohnte sich, da ich einen Beckenschiefstand hatte, den er wieder richtete. So konnte ich sogar wieder mit dem Joggen anfangen. Auch Tai Chi hatte schon sehr gut geholfen, aber richtig erfolgreich war ich mit einer weiteren Trainingsmethode, die mir sehr entgegenkam: Eine Kette spezieller Trainings-Studios für gerätebasierendes Muskelaufbautraining war meine Rettung. Das Trainingskonzept, welches speziell konzipiert wurde zur Therapie von Rücken- und Schulterproblemen und mit besonders intensiven und somit zeitsparenden Einheiten arbeitet, wurde ein voller Erfolg, Das anstrengende Training machte Spaß und brachte sogar sichtbare Erfolge, sprich Muskeln. Selbst bei akuten Rückenproblemen verspürte ich während des Trainings Linderung, und sogar Blockaden lösten sich bei einer bestimmten Übung – mit Beschwerden hin, ohne wieder raus! Der Muskelaufbau durch dieses Training war nachhaltig und bewirkte, dass mein Körper viele Bewegungen u.a. im Judo nun ohne Blockaden aushielt.

Fazit
Mein Credo seitdem ist, den Körper mit geeigneten Trainingsmaßnahmen aufzubauen und etwaigen Blockaden auf diesem Weg vorzubeugen. Gleichzeitig darf man aber auch keine Angst vor dem Rückenschmerz haben, man wird nicht gelähmt – auch wenn es schmerzt sich im akuten Fall die Schuhe zuzubinden. Trotzdem, ein Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker lohnt sich, um zusätzliche Einschränkungen oder ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Ischias

Der Nervus Ischiadicus ist einer der wichtigsten Nerven des menschlichen Körpers. Er regelt unzählige Muskelfunktionen der unteren Extremitäten. Der Nervus Ischiadicus beginnt in Höhe der Hüfte und verläuft durch den Oberschenkel bis in die Ferse. Ist mit dem Ischiasnerv alles in Ordnung, so spüren wir ihn nicht. Aber wehe, er entzündet sich, ist eingeklemmt oder wird durch einen Unfall verletzt. Dann wissen wir leider auf einmal ganz genau, wo er sitzt. Diese Schmerzen bezeichnet man gemeinhin als „Ischias„. Hinter diesem Begriff verbergen sich die unterschiedlichsten Erkrankungen.

Der aufrechte Gang des Menschen macht ihn anfällig für Rückenleiden und Abnutzung der Bandscheiben. Falsches Bücken, Sitzen und Tragen von Lasten schaden auf Dauer dem empfindlichen Bewegungsapparat.
Bei der chronischen Variante nutzen sich die Wirbelkörper allmählich und schleichend ab, wodurch eine Entzündung der kleinen Nervenwurzeln des Ischiasnervs hervor gerufen wird. Der Schmerz sitzt dabei aber nicht etwa nur im Rücken. Im Zusammenspiel der Beugung der Hüfte und der Streckung des Knies entsteht ein quälender Schmerz, der sich durch das ganze Bein zieht.

Akute Bandscheibenvorfälle werden im Volksmund als „Hexenschuss“ bezeichnet. Dabei sitzt der schier unerträgliche Schmerz in der Rückengegend. Auch diese Art der Erkrankung schadet dem Ischiasnerv, der sich entzünden kann und dann von der Rückenpartie bis in den kleinen Zehen schmerzt.
Chronische Reizungen des Ischiasnervs werden auch durch Rückenverletzungen hervorgerufen.
Auch Weichteiltumore, die auf die Nervenenden drücken, können Schmerzen verursachen.

Ein Wort verbindet man immer wieder mit dem Begriff „Ischias„. Es ist das Wort Schmerz. Um die Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu gewinnen, ist die Behandlung beim Orthopäden und dem Physiotherapeuten unabdingbar. Selbst neu aufgetretene leichte Schmerzen sollten umgehend abgeklärt werden, um die Ursachen rechtzeitig erkennen und therapieren zu können.

Therapien für Ischiasleiden gibt es viele. In der modernen Medizin ist man zum Glück nicht mehr wie früher der Meinung, dass ein gewisses Maß an Schmerzen ertragen werden kann und muss. Eine individuelle und effiziente Schmerzbehandlung hat heutzutage gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparats oberste Priorität. Denn Schonhaltung kann Beschwerden entscheidend verschlimmern. Nur die Kombination von lokaler Schmerzlinderung und orthopädischer Behandlung bringt Linderung und Genesung. Ein akuter Ischias erfordert Bettruhe und Wärme.

Später in der Rückenschule zeigt der Therapeut dem Patienten, wie er eine bessere, aufrechtere Haltung einnimmt und sich auf Dauer richtig bewegt. Die erlernten Übungen kann er später alleine durchführen.

Wenn die Krankenkasse eine Badekur genehmigt, helfen eventuell Fangobehandlungen oder schwefelhaltige Quellen.
Es macht wenig Sinn, Ischiasschmerzen ohne Therapie der Grunderkrankung zu behandeln. Ist die Wirbelsäule durch Abnutzung, Fehlstellungen und Verschleiß sehr in Mitleidenschaft gezogen, hilft nur noch eine Operation.

Lassen Sie es nicht so weit kommen, gehen Sie bei Rücken- und Beinschmerzen bitte immer gleich zum Arzt.

Anmerkung der Redaktion:
Bitte beachten Sie auch den Beitrag über den „Hexenschuss„. Kreuzschmerzen oder Rückenschmerzen können sich sowohl als Hexenschuss als auch Ischias ausprägen.