Kategorie-Archiv: Wirbelsäule

Wirbelsäule und Bandscheiben

Die Wirbelsäule erfüllt für den Menschen die folgenden Aufgaben:
Sie gibt dem gesamten Körper Halt und Stütze und trägt, von der Körpermitte aus verbunden mit allen Teilen unseres Skeletts, den Körper. Sie ermöglicht durch ihre Form und Konstruktion den aufrechten Gang und die uns gegebene, spezifische Beweglichkeit. Außerdem umschließt und schützt die Wirbelsäule das Rückenmark und die dort befindlichen Nervenstränge.

Die zentrale Funktion und Wichtigkeit der Wirbelsäule ist u.a. daraus ersichtlich, dass Verletzungen, bei denen das Rückenmark betroffen ist, zu einer so schwerwiegenden Folge wie Querschnittslähmung führen kann und natürlich auch, weil jede Form von Beeinträchtigung und Schmerzen im Rücken und an der Wirbelsäule die Beweglichkeit und damit auch unsere Lebensqualität empfindlich mindert.

Die Form der Wirbelsäule
Von der Seite aus betrachtet, weist die Wirbelsäule eine Doppel-S-Form auf. Die Halswirbelsäule biegt sich nach vorn, die Brustwirbelsäule nach hinten, die Lendenwirbelsäule wieder nach vorn und die letzten beiden Abschnitte, das Kreuz- und das Steißbein, die zu einer Einheit verschmolzen sind, dann erneut wieder nach hinten.
Diese Form sorgt für einen federnden, elastischen Gang und bewirkt, dass die Erschütterungen beim Gehen und Laufen gut verteilt und gedämpft werden, sodass das Gehirn auch beim Laufen vor allzu starken Erschütterungen geschützt ist.

Ist aus irgendeinem Grund die Elastizität der Wirbelsäule nicht mehr gegeben, dann fällt das sofort auf, und der Volksmund diagnostiziert: „Der läuft, als hätte er einen Stock verschluckt.“; aber der betroffene Mensch leidet.

Der Aufbau der Wirbelsäule und der Wirbel
Die Wirbelsäule ist in fünf Abschnitte unterteilt. Die Halswirbelsäule mit sieben Wirbeln, die Brustwirbelsäule mit 12 und die Lendenwirbelsäule mit insgesamt 5 Wirbeln, das Kreuzbein mit fünf Wirbeln und das Steißbein mit vier bis fünf Wirbelrudimenten bilden das Grundgerüst. Die Wirbel des Kreuzbeines und die Rudimente des Steißbeines sind miteinander verwachsen und somit unbeweglich, während die übrigen 24 Wirbel frei sind.

Die Wirbeln bestehen, mit Ausnahme des ersten Halswirbels (Atlas) aus einem Wirbelkörper und einem Wirbelbogen, zwei seitlichen Querfortsätzen und dem nach hinten gehenden Dornfortsatz.
Die Wirbelbögen bilden den Wirbelkanal, der das Rückenmark und teile des zentralen Nervensystems umschließen und schützen. Die Vorsprünge dienen als Ansatzstellen für Rippen, Muskeln und Bänder.

Die einzelnen Wirbel werden durch 23 Bandscheiben, sechs Bänder über die gesamte Wirbelsäule hinweg und die Rückenmuskulatur verbunden und stabilisiert. Die Wirbelbogengelenke bestimmen die Bewegungsrichtung.

Die Bandscheiben bestehen aus einem festen, äußeren Ring und einem weichen Kern. Sie dämpfen Stöße und Erschütterungen ab und sorgen für die Beweglichkeit, aber auch, gemeinsam mit den Muskeln und Bändern, für die Grenzen der Beweglichkeit.
Eine Funktionseinheit der Wirbelsäule umfasst je zwei Wirbel, die dazwischenliegende Bandscheibe, das Wirbelbogengelenk und die umliegenden Muskeln und Bänder, die im perfekten Zusammenspiel arbeiten, solange sie unverletzt und gesund sind.

Erkrankungen und Schäden im Bereich der Wirbelsäule
Im Bereich der Wirbelsäule gibt es, wie in anderen Körperbereichen auch, die unterschiedlichsten Erkrankungen, angefangen bei Rückenmarksverletzungen und folgender Querschnittslähmung durch einen Unfall, über chronische und fortschreitende Erkrankungen wie Morbus Bechterew, rheumatische Erkrankungen, bis hin zu nicht weiter dingfest zu machenden häufigen Rückenschmerzen der alltäglichen Art.

Im Folgenden meine Erfahrungen mit Rückenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen
Wie unangenehm und schmerzhaft es sein kann, wenn eine Störung oder Krankheit eintritt, und sei es auch nur durch eine momentane Überlastung, der die Nerven, welche die Wirbelsäule versorgen, betrifft, habe ich als junge Frau erfahren.
Eine falsche Bewegung (Dehnung) beim Sport und es war so weit: Ich konnte mich nicht mehr aus meiner gebeugten Haltung erheben, nicht mehr richtig bewegen und hatte von jetzt auf gleich starke Schmerzen, sodass ich den Arzt aufsuchen musste. Es war ein Hexenschuss.
Beim Arzt habe ich damals Spritzen gegen die Schmerzen bekommen, durch den Hexenschuss war ich gezwungen, Ruhe einzuhalten und in der Folge wurden mir Fangopackungen, die durch ihre angenehme Wärme wirkten, verordnet. Nach ein paar Tagen waren die Beschwerden abgeklungen.
Ein Arztbesuch ist allerdings immer anzuraten, da auch ein Hexenschuss chronisch werden kann.

Die häufigste Erkrankung der Wirbelsäule: Bandscheibenvorfall
Viel später habe ich miterlebt, dass eine Kollegin einen Bandscheibenvorfall hatte, durch den sie für lange Zeit arbeitsunfähig wurde. Ein Bandscheibenvorfall bedeutet, dass die Bandscheibe oder Teile der Bandscheibe in den Rückenmarkskanal eindringen und dort auf die Nerven drücken. Das kann sehr schmerzhaft sein und sowohl in Arme und Beine ausstrahlen, als auch mit Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen einhergehen. Bei der Kollegin halfen weder Schmerzmittel noch andere konservative Maßnahmen, wie Physiotherapie oder Chiropraktik und auch keine Schonung, keine Packungen oder Bäder. Sie musste operiert werden und es dauerte bald ein Jahr, bis sie wieder arbeitsfähig war. Die Operationen werden heute minimal-invasiv, zum Beispiel mithilfe der Lasertechnik durchgeführt.
Nach der Operation hat sich die Kollegin dann wieder erholt und konnte auch wieder arbeiten.

Ursachen
Die Ursachen für Erkrankungen und Schäden am Rücken sind, neben Unfällen und erblicher Vorbelastung heute häufig Bewegungsmangel, einseitige Belastungen und Muskelschwäche. Bei den drei letztgenannten Ursachen ist es gut möglich, zur Vorbeugung und um Schlimmeres zu verhüten, etwas zu tun.

Vorbeugung
Ich bin inzwischen keine junge Frau mehr, und ich habe schon öfter Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich gehabt, vor allem bei Stress und nach Tagen vor dem PC, also bei Bewegungsmangel. Seit letztem Jahr weiß ich, warum. Auch bei mir ist eine Bandscheibe geschädigt, die Unterste. Allerdings ist es noch nicht so schlimm, dass spezifische Maßnahmen nötig wären.

Meine Ärztin empfahl mir, was auch allgemein zur Vorbeugung empfohlen wird: Muskelaufbau durch orthopädische Sportarten, wie Schwimmen, Tanzen, Laufen, Radfahren oder Reiten, wobei ich mich für das Radfahren entschieden habe.
Ergonomie am Arbeitsplatz, das heißt ein Stuhl, der orthopädischen Ansprüchen gerecht wird und Arbeitsflächen in passender Höhe, kombiniert mit einem Wechsel in den Bewegungsabläufen (Gehen, Stehen, Sitzen, Laufen) trägt sehr viel zur bleibenden Rückengesundheit bei.

Nicht jeder Rückenschmerz muss gleich Schlimmes befürchten lassen, aber wenn doch einmal anhaltende oder häufige Probleme oder Schmerzen auftauchen, dann sollte Ihr Arzt der erste Ansprechpartner und Ratgeber sein.