Kategorie-Archiv: Hallux valgus

Informationen über den Hallux valgus

Hallux valgus – Schiefzehe

Nicht erst in den späteren Lebensjahren leiden Menschen unter einem Hallux valgus. Diese unschöne Beeinträchtigung und anatomische Anomalie kann sich bereits in jungen Jahren ausprägen und manifestieren. Dies trägt dazu bei, dass Patienten im 30. Lebensjahr und darunter starke Einschränkungen und Schmerzen ertragen müssen.
Wie es die medizinische Bezeichnung Hallux valgus aussagt, die im umgangssprachlichen Gebrauch als Schiefzehe bekannt ist, zeigt sich eine mehr oder weniger deutliche Deformierung der ersten, großen Zehe des Fußes. Die eigentliche Beeinträchtigung, welche die Ursache für diesen augenscheinlichen Schiefstand der Zehen ist, verbirgt sich im Großzehengrundgelenk. Wenn Menschen von einem solchen Schiefstand betroffen sind, dann neigt sich das Großzehengrundgelenk nach außen. In Abhängigkeit von der individuellen Ausprägung und Schwere der Fehlstellung tritt der Großzehenballen als kugelartige Ausstülpung hervor und verursacht verschiedene Beschwerdebilder.
Die allgemeinen Ursachen, die zu einem Hallux valgus führen, sind verschiedenartig. Neben einem Spreizfuß, in dessen Folge sich sowohl das Quergewölbe des Fußes als auch die Region des Ballens und die Winkel der einzelnen Zehen zueinander verändern, trägt ungesundes Schuhwerk ganz entscheidend zur Ausprägung eines Hallux valgus bei. Durch zu hohe Absätze, die das komplette Körpergewicht mehr oder weniger stark auf den Ballenbereich verlagern, entsteht eine Deformierung des Großzehengrundgelenks und ein Absenken des Ballengewölbes. Außerdem quetschen stark verengte Schuhspitzen die Zehen, sodass sie in diese Schiefstellung gepresst werden. Werden die Schuhe zu klein gekauft, entstehen ein Hallux valgus sowie die sogenannten Hammer- und Krallenzehen

Persönliche Symptome
Der Hallux valgus bildete sich als Folge einer frühkindlichen Darstellung eines sogenannten Platt-, Spreiz- und Senkfußes, wobei sich das komplette Fußgewölbe absenkt und durch den Druck beim Laufen die Zehen in eine abnormale Position gedrängt wurden. Vom Orthopäden wird dies medizinisch exakt so beschrieben, dass sich die Sehnen die zu den Zehen hin führen, nicht mehr über das Großzehengrundgelenk bewegen, sondern die Zehen in einen Schiefstand ziehen. Es handelt sich somit ursprünglich nicht um einen Beeinträchtigung des Zehengelenks, sondern um den Halte- und Bewegungsapparat, der sich um dieses herum und zu den Zehen hin befindet. Im weiteren Verlauf der Erkrankung haben sich trotz kontinuierlichen Tragens orthopädischer Einlagen die Stellungen der Fußzehen dermaßen verändert, dass der Großzehenballen immer weiter hervorgetreten ist. Die Symptome bestanden in einem ständigen Druckgefühl am Großzehenballen. Darüber hinaus war es beinahe unmöglich, einen Schuh zu finden, der im Vorderbereich so breit war, dass keine Hautveränderungen durch Reiben und Druck auf die Ballen entstanden. Wenn sich die Haut im Laufe des stetigen Druckes aufgerieben hatte, führte dies zu schmerzhaften Entzündungen. Diese trugen dazu bei, dass ein Gehen beinahe unmöglich wurde.

Behandlungsmaßnahmen-konservativ und akut
Seit der Kindheit wurden verschiedene Behandlungsmaßnahmen eingeleitet, die zunächst im Tragen orthopädischer Einlagen bestanden. Leider war keine Besserung ersichtlich. Es blieb die Hoffnung, dass das Fußgewölbe sich im Laufe des Wachstums noch stabilisiert. Um die konservative und schulmedizinische Therapie zu komplettieren, fanden neben der Versorgung mit Einlagen gegen den Spreiz- und Senkfuß spezielle krankengymnastische Übungen statt, um das Fußgewölbe zu kräftigen und die Muskeln und Sehnen zu stärken. Das Tragen von Schuhen mit hohem Absatz war nie möglich, denn sobald die Absatzhöhe mehr als 2 Zentimeter betrug, wurden die Schmerzen nach einer halben Stunde unerträglich. Aus diesem Grund wurde flaches, geschlossenes Schuhwerk mit möglichst breiten Zehenbereichen bevorzugt.
Im Laufe der Jahre prägte sich der Hallux valgus jedoch immer deutlicher aus, erst entstanden Rötungen an den Ballen, danach bildete sich zunehmend mehr Hornhaut. Diese wurde regelmäßig professionell entfernt. Bei langem Gehen sowie beim Zurücklegen längerer Distanzen mit Gewicht, beispielsweise Einkaufstaschen, schwollen die Füße an, die Schmerzen waren pochend und stechend zugleich. Sobald es möglich war, mussten die Schuhe von den Füßen. Linderung gab es beim Hochlegen der Beine, zum Teil in Kombination mit Schmerzmitteln und Einreibungen sowie Fußbädern, die der Orthopäde verordnete.
Diese kurze Zeit der Entlastung brachte keine Linderung und die Zehen verformten sich immer mehr in den charakteristischen Schiefstand.

Besserung nach Operation
Auf Anraten des orthopädischen Facharztes erfolgte auf Grund des enorm hohen Leidensdruckes und dem Wunsch, sich wieder sportlicher Betätigung zu widmen, ein operativer Eingriff, bei dem eine Korrektur des Hallux valgus vorgenommen wurde. Diese Lösung wurde deshalb angeraten, weil die Schmerzen einfach lästig waren und immer schlimmer wurden, zumal auch die Schmerzmedikamente kaum noch hilfreich waren.
Es werden im Rahmen der operativen Eingriffe zur Beseitigung des Hallux valgus unterschiedliche Eingriffe durchgeführt. Die jeweilige Operationsmethode wird vom Facharzt festgelegt.
Die Operation wurde unter lokaler Anästhesie vorgenommen, sodass kein stationärer Aufenthalt erforderlich wurde. Bei der Operationstechnik wurde das Großzehengrundgelenk nicht bearbeitet und auch nicht entfernt. Diese Vorgehensweise war in den vergangenen Jahren typisch.
In Abhängigkeit von der Schwere der Ausprägung des Hallux valgus werden einige Techniken gemeinsam ausgeführt, einige werden wiederum weggelassen, um die bestmöglichsten Resultate für den Patienten zu erhalten. Neben einer Längenreduzierung des sogenannten Grundgliedes können überschüssige Knochenbestandteile am Ballen entfernt und eine als Achskorrektur bezeichnete Variante vorgenommen werden. Bei einer Achskorrektur erfolgt ein Gleichrichten der Zehenstellung durch eine sogenannte Umstellungsosteotomie. In den meisten Fällen genügt es, die Sehnen zu verändern.

Nach der Operation
Das Resümee heute nach einem Jahr – gerade Zehen und keine Schmerzen, Sport und intensive Dauerbewegung sind möglich, keine Wetterfühligkeit und keine hohen Schuhe.
Lesen Sie hier einen weiteren Artikel über den Hallux valgus.